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Frankie Ballard: Sunshine & Whiskey

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Bereits im Jahr 2011 schien der Karrieredurchbruch von Frankie Ballard mit zwei hoffnungs-vollen Charteinsteigern so gut wie sicher. Doch die ureigenen Gesetzmäßigkeiten des Countryradios spielten dem smarten Aufsteiger einen Streich und liessen „Tell Me You Get Lonely“ und „A Buncha Girls“ auf den Rängen 33 und 27 verhungern.

„Um ehrlich zu sein, war das eine dunkle Phase für mich“, erinnert sich der 31-Jährige. „Deine zweite Single wird plötzlich im Radio nicht mehr gespielt und du fragst dich: Was passiert hier gerade? Liegt es an mir oder an der Musik? Nachdem ich dann mit Radioleuten und einigen Freunden gesprochen hatte, war ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das Publikum mit meiner Musik wirklich erreicht habe.“

Aus dieser selbstkritischen Erfahrung heraus begann Frankie Ballard an sich zu arbeiten und ging auf einen zweijährigen Orientierungstrip, aus dem er optisch verschlankt und mit neuer Musik Mitte 2013 wieder herauskam. „Helluva Life“ wurde als Leadsingle veröffentlicht und sollte die für einen Newcomer existentielle Top-10-Platzierung sicherstellen. Aus der Feder der Erfolgssongwriter Rodney Clawson, Chris Tompkins und Josh Kear, die für eine Reihe von Nummer-Eins-Hits verantwortlich sind, entstand tatsächlich der ersehnte Chartbreaker (aktuell auf Rang 7), der das Radiopublikum in einer melodischen Mischung aus Country-Pop und R&B für sich gewinnen konnte. Textbotschaften wie „pennies make dimes and dimes make dollars, dollars buy gas and lockneck bottles“ machen den Song zu einem liebenswerten Sing-A-Long und Standard für Ballards weiteren Karriereverlauf.

Was darf das Countrypublikum von Frankie Ballard in Zukunft erwarten? Aus Battle Creek, Michigan, stammend scheint er musikalisch eher im Rock als im Country zu Hause. In der Tat finden sich bei ihm als passablen Gitarristen Einflüsse des 1980er Heartland Rock wieder, die ihn auch stimmlich in die Nähe eines John Mellencamp bringen. Als Gewinner von Kenny Chesneys „Next Big Star Competition“ im Jahr 2008 interpretiert er countrytypische Songthemen ebenfalls mit einer gewissen Leichtigkeit. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch sein nun erschienenes Fullsize-Debütalbum „Sunshine & Whiskey“, bei dem unter anderem Scott Hendricks (Blake Shelton u.a.) und Michael Knox (Jason Aldean) als Produzenten mitgewirkt haben.

Der 11-Teiler startet rockig mit „Young & Crazy“, bevor mit dem Titeltrack „Sunshine & Whiskey“ eine sommerlich-frische Soundbrise entfacht wird, die stilistisch und gesanglich stark an die Hits von Uncle Cracker erinnert. Als wahrscheinliche nächste Single könnte hier echtes Sommerhitpotenzial vorliegen. Songs wie „It Don’t Take Much“ oder „I’m Thinking Country“ mischen die „Mells-ähnlichen“ Heartlandeinflüsse mit banjounterlegten Modern-Country-Tunes. In „Tip Jar“ wird eine interessante Lovestory aus einer Textbotschaft in einem Trinkgeldbecher auf musikalisch gelungene Art und Weise verarbeitet. Highlights dieser abwechslungsreichen Tracksammlung sind das mit einer Hard-Rock-Attitude unterlegte und dennoch radiotaugliche „Drinky Drink“ sowie das nachdenkliche „Don’t Tell Mama I Was Drinking“. Dieser Song, in dem die letzten Worte eines Verkehrsunfallopfers thematisch verarbeitet werden, zeigt, dass Frankie Ballard auch als ernsthafter Storyteller seine Qualitäten hat.

Für alle diejenigen, die es mit originellem New- Country eines aufstrebenden aber dennoch gereiften Interpreten versuchen möchten, seien auch die unter itunes erhältlichen Bonustracks empfohlen. Auf den Unplugged-Versionen von „Helluva Life“, „Sunshine & Whiskey“ und „Drinky Drink“ wird nochmals deutlich, dass Frankie Ballard von dem Verdacht, ein weiterer Plastic-Country-Artist zu sein, weit entfernt ist.

Fazit: Mit „Sunshine & Whiskey“ scheint der verzögerte Karrierestart von Frankie Ballard ins Rollen zu kommen. Stimme und Musikalität bescheinigen ihm genügend Potenzial, um über den Status des One-Hit-Wonders hinauszukommen. Sollte „Helluva Life“ die Nummer-Eins-Position erreichen, dürfte er genügend mediale Aufmerksamkeit für einen weiteren Top-Twenty-Hit bekommen. Das Album ist insgesamt kurzweilig und sauber durchproduziert, lässt jedoch ein wenig die persönliche Note vermissen. Nur auf einem der 11 Tracks hat Ballard eigene Songwritercredits vorzuweisen und sich ansonsten auf die Treffsicherheit der Nashviller Hitfabrik verlassen.

Frankie Ballard - Sunshine & Whiskey

Künstler / Albumtitel: Frankie Ballard – Sunshine & Whiskey
Format / Label / Veröffentlicht: CD & Digital (Warner Bros., 2014)

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Trackliste:

01. Young & Crazy
02. Sunshine & Whiskey
03. It Don’t Take Much
04. Helluva Life
05. Drinky Drink
06. Tell Me You Get Lonely
07. Sober Me Up
08. I’m Thinking Country
09. Tip Jar
10. Don’t You Wanna Fall
11. Don’t Tell Mama I Was Drinking

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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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