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Chris Janson: Buy Me A Boat

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Chris Janson (Buy Me A Boat)

Wird Buy Me A Boat ein One-Hit-Wonder bleiben oder kann Chris Janson den Schwung des Chartbreakers für den erhofften Karrieredurchbruch nutzen? Diese Frage steht bei der Bewertung des nun erschienenen gleichnamigen Longplayers im Mittelpunkt, zumal besagter Chris Janson mit seinen knapp 30 Lenzen schon seit einigen Jahren als „Mann der zweiten Reihe“ im Schatten der großen Szenestars unterwegs ist.

Als Songwriter war der aus Missouri stammende Smart-Guy das ein oder andere Mal bereits auffällig geworden, so unter anderem für Tim McGraws 2012er Rock-Buster „Truck Yeah“ oder Justin Moores letzten Albumtitelsong „Off The Beaten Path“. Seine musikalischen Fähigkeiten, z.B. als Harmonikaspieler auf Lee Brices Hitalbum „Hard To Love“, sorgten in Insiderkreisen ebenfalls für den ein oder anderen Aha-Effekt.

Eine Karriere als Sänger schien dem stets gut aufgelegten Mann aus der Kleinstadt Perryville dagegen versagt zu bleiben. Drei Singlereleases bei verschiedenen Plattenfirmen floppten, bis sich Chris Janson im Frühjahr dieses Jahres ein Herz fasste und den zusammen mit Chris DuBois verfassten Song „Buy Me A Boat“ selbst veröffentlichte. Nachdem dieser groovige Fun-Track mediale Aufmerksamkeit erlangt hatte und von Warner Brothers offiziell als Single released wurde, ging es raketenmäßig nach oben. Die Botschaft lautet: „Glück kann man nicht kaufen und weil dies so ist, kaufe ich mir ein Boot, einen Truck zum Ziehen und eine Kiste mit eisgekühlten Bier.“ Mit dieser simplen aber letztlich doch überzeugenden Logik wurde „Buy Me A Boat“ zum Sommerhit 2015 und wenig überraschend auch zum Titelsong des nun erschienenen Albums.

„Buy Me A Boat“ besteht aus 11 Tracks und trägt durchgängig die Autorenhandschrift seines Interpreten. Wird Chris Janson nun dem Erfolg zu Liebe auf der Partylinie weiterfahren oder stilistisch andere Facetten aufzeigen? Angesichts der aktuellen Folgesingle „The Power Of Positive Drinkin'“ stellt sich zunächst gewisse Ernüchterung ein. Wir hören einen derben Partytune, der ob seiner einfältigen Botschaft an die Hochphase der Drinking-Songs erinnert und mit kruden Riffs das zwanglose Abfeiern unterstreicht. Spätestens bei der Songbridge, in der bis zum zehnten Bier munter durchgezecht wird, kommt die Frage auf, ob der talentierte Blue-Collar-Guy hier nicht übers Ziel hinaus geschossen hat.

Was danach folgt, ist allerdings mehr als erfreulich. Chris Janson präsentiert uns ein facettenreiches, zeitgemäßes Album, das mit beiden Beinen fest im Country verankert ist. Seine Stimme zeigt sich charaktervoll mit einem speziellen „rural charme“ und verliert lediglich in den wenigen überdrehten Powerpassagen etwas an Volumen. Anstelle elektronischer Spielereien sind Akustikstrings und Steelguitar auf „Buy Me A Boat“ als Kernelemente vertreten und beweisen, dass sie auch im modernen Country ihre Daseinsberechtigung genießen.

Auf Song Nr.3 „Under The Sun“ legt der sympathische Redneck zunächst seine softe Seite frei und entwickelt diesen romantischen Midtempogroove auf sehr persönliche Weise zu einem Albumhighlight. Auch die allseits beliebte Countryballade ist dem „trinkfreudigen Bootskapitän“ auf den Leib geschneidert und wird auf dem leidenschaftlichen ¾-Takter „Holdin Her“ sowie dem wunderbar-berührenden „Where You Come In“ zelebriert. Ein äußerst cleverer Schachzug ist das in ein leichtes Outlawgewand gehüllte „Messin‘ With Jesus“, bei dem Janson seinen guten Kontakt zu Superstar Tim McGraw für einen Duoauftritt genutzt hat – Prädikat: potenzieller Radiohit. „Right In The Middle“ ist ein ungezähmter Countryrocker, der Gedanken an Montgomery Gentry auf den Plan ruft, während „Save A Little Sugar“ der Bro-Hitküche von Szenekollege Cole Swindell entsprungen scheint.

Zwei weitere Highlights gibt es dann noch mal zum Ende. „Yeah It Is“ vertreibt auch die letzten Zweifel, dass es sich bei Chris Janson um einen Countrysänger handelt und erinnert mit seinem „traditional flair“ an die Anfänge des mittlerweile zum Country-Pop konvertierten Joe Nichols. Mit dem Ghetto-Groove von „White Trash“ präsentiert sich der Sänger mit der herausragenden Bühnenpräsenz dann noch mal als Anwalt der Blue-Collar-Fraktion und rundet damit seinen vielseitigen Debütauftritt als Albumkünstler nach 35 Minuten auf gelungene Weise ab.

Fazit: „Buy Me Boat“ zählt zu den positiven Erscheinungen des in Sachen Albumqualität eher durchwachsenen New-Countryjahres. Chris Janson bringt Charme, Reife und vor allem Natürlichkeit mit, die für das synthetisch gewordene Genre Vergangenheit und Zukunft zugleich sein könnten. Auch wenn der spektakuläre Titelsong keinen geeigneten Nachfolger findet, enthält „Buy Me A Boat“ ausreichendes Ohrenfutter, um den Namen Chris Janson als Szene-Highlight im Gespräch zu halten.

Chris Janson - Buy Me A Boat

Titel: Buy Me A Boat
Künstler: Chris Janson
Veröffentlichungstermin: 30. Oktober 2015
Label: Warner Bros.
Format: CD & Digital
Laufzeit: 35:31 Min.
Tracks: 11
Genre: Country
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Buy Me A Boat
02. Power Of Positive Drinkin‘
03. Under The Sun
04. Holdin‘ Her
05. Messin‘ With Jesus – mit Tim McGraw
06. Right In The Middle
07. Save A Little Sugar
08. Back In My Drinkin‘ Days
09. Where You Come In
10. Yeah It Is
11. White Trash

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Über Bernd Wenserski (585 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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