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Chris Janson: All In

Janson präsentiert mit "All In" ein Album mit Hitpotential.

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Chris Janson - All In Chris Janson - All In. Bildrechte: Warner Music Nashville

Das vierte Studioalbum von Chris Janson hat einen kurzen Titel, ist aber eher lang, denn es enthält gleich 16 Songs. Er hat nach eigener Aussage das Album mitproduziert und meint, nach der Pandemie bedingten Pause habe er nun den Eindruck, dass alle Fans ganz verrückt nach Neuem sind. Das Album hat eine Eigenschaft, die beeindruckt – es ist ungemein viel Tempo und Energie zu hören, denn die schnellen, rockigen, lauten Titel überwiegen.

Nehmen wir das Duett mit dem Singer & Songwriter Rhett Akins (Vater von Thomas Rhett): da geht es in jeder Hinsicht ab, denn wir sind „Halfway To Crazy“. Noch mehr stimmt das im Duett mit Travis Tritt, das als Liveversion daherkommt. Es geht um das, was „Mann“ so braucht und was nicht: also Autos, Motorräder, Waffen, Schnaps, Zigarre und Bier. Immerhin gibt es auch zwei Wochen bezahlten Urlaub, erklären uns Tritt und Janson. Ach ja, eine Frau muss es auch geben, denn „Mann“ braucht Kinder die rumrennen. Irgendwie erinnert der Song an Werke von Hank Williams Jr., was nicht unbedingt ein Kompliment sein muss.

Nicht nur durch den Duettpartner Travis Tritt erkennen wir eine konservative Grundhaltung in den Liedern des Chris Janson. Er bedient dabei gerne Klischees: Also, zunächst mal ist das Landleben viel besser als die Stadt – so zu hören in „Keys To The Country“, „Small Town Big Time“ und noch mit einem gehörigen Schuss Patriotismus besetzt das 16. Lied des Albums „My American World“. Ein weiteres Thema ist dann, dass wir früher immer Unsinn gemacht haben, den man uns verboten hatte „We Did It Anyway“. Selbstverständlich wird auch geangelt: „The Real Bass Pro“ kann das, und hinterher grillt Mann bei einem Bier.

Doch geht es auch gefällig: „You Never Did“ ist ein nettes Liebeslied und „Bye Mom“ ist die allerdings auch nicht besonders originelle Würdigung der sich aufopfernden Mutter. Dies war die erste Single des Albums, die mit Platz 38 eher enttäuschend für Janson endete. Den Titelsong „All In“ versteht Janson als Liebeserklärung an seine Frau, bei der alles drin ist, was „Mann“ lieben kann. „Love Don’t Sleep“ geht in dieselbe Richtung, nämlich der Liebe zu einer (perfekten?) Frau.

Zwei Lieder besitzen Herausstellungspotential, weil sie thematisch aus dem Rahmen fallen und bei beiden ist Eric Church beteiligt. „You Me And The River“ erzählt die Geschichte eines Mannes, der seine untreue Frau Clementine im Mississippi versenkt. Ja, das ist nicht akzeptabel, aber es ist eine Geschichte, die zum Beispiel Johnny Cash mit „Delia’s Gone“ erzählt hat und musikalisch sehr ansprechend ist. „Flag On The Wall“ ist der einzige Song des Albums, der minimal instrumentiert ist und ausnahmslos von der Intensität Jansons Stimme und dem Text lebt, den Eric Church geschrieben hat.

Fazit: Chris Janson war bei All In mit 16 Songs sehr fleißig: es sind sehr eingängige und glänzend produzierte Titel dabei, die wie „Keys To The Country“ bestimmt Hitpotenzial haben. Kritikpunkt wäre die thematische Vorhersagbarkeit oder auch, dass wir das alles schon irgendwi und wo, mal gehört haben. Aber, es ist trotzdem unterhaltsam Chris Janson zuzuhören.

Chris Janson – All In: Das 2022er Album

Chris Janson - All In

Titel: All In
Künstler: Chris Janson
Veröffentlichungstermin: 29. April 2022
Label: Warner Music Nashville
Formate: CD & Digital
Tracks: 16
Genre: Country

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Trackliste: (All In)

01. Keys To The Country
02. We Did It Anyway
03. Cold Beer Truth
04. You, Me & The River – mit Eric Church
05. Halfway To Crazy – mit Rhett Akins
06. Bye Mom
07. Love Don’t Sleep
08. The Reel Bass Pro
09. Too Far Gone
10. Flag On The Wall
11. All In
12. Here And Gone
13. Things You Can’t Live Without – mit Travis Tritt
14. Small Town Big Time
15. You Never Did
16. My American World

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Über Franz-Karl Opitz (930 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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