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11. Rhöner Country Festival 2016

Hot Summer Nights in der Rhön. Headliner: Laura van den Elzen, Johnny Falstaff und Kim Carson.

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Kim Carson & Johnny Falstaff (Live) Kim Carson & Johnny Falstaff - Bildrechte: Michael Förschges

Am letzten Wochenende im Juni war es in Bernshausen wieder einmal soweit – das alljährliche Rhöner Country Festival startete am Freitag, den 24.06.2016 um 18.00 Uhr. Nach einer kurzen und knappen Begrüßung hieß es auch sofort Bühne frei für die erste Band des Abends und Countrymusik live on stage. Angereist aus dem Kölner Raum war die Band Countrified, die sowohl den Abend als auch gleichzeitig das ganze Festivalwochenende eröffnete. Dass die Musikauswahl von Countrified auf offene Ohren traf, konnte man sicher daran erkennen, dass bereits kurz nach dem Start die Linedancer die Tanzfläche füllten und ungeachtet der Außentemperatur von rund 35 Grad für Action sorgten. Und auch das Sextett, bestehend aus einer Lady und fünf Cowboys, sorgt mit temporeichen Songs dafür, dass kein Countryfan bzw. Linedancer frieren musste. Bevor Countrified eine kurze Auszeit nahm, und DJ Eagle Eye Jimmy mit Musik aus der Konserve für Unterhaltung sorgte, gab es noch „On The Road Again“.

Immer wenn im Verlauf des Festivals Pause entstehen sollten, weil die Instrumente auf- und abgebaut werden mussten, oder aus sonstigen Gründen, sprang DJ Eagle Eye Jimmy ein, um die Stimmung zu halten und dafür zu sorgen, dass die Linedancer nicht unterbrechen mussten. Sein erster Einsatz dauerte allerdings nur 15 Minuten, bis Countrified wieder live auf der Bühne den Abend fortsetzten. Mit kleineren Unterbrechungen durch andere Programmpunkte wie die offizielle Opening Zeremonie mit Beteiligung der Westernreiter der Stockborn Ranch oder dem Entzünden des Lagerfeuers hatten Christina und ihre Jungs von Countrified bis 22.00 Uhr die Möglichkeit um die Gunst des Publikums zu kämpfen – was aber keine große Herausforderung war, da diese handmade Countrymusik aus dem Großraum Köln wie ja schon erwähnt auch in der Rhön auf offene Ohren stieß. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass bereits die erste Band des Abends nur mit einer Zugabe von der Bühne entlassen wurde. Obwohl es etwas später nach Hause ging, verabschiedeten sich Countrified um kurz nach 22.00 Uhr mit „Home To Louisiana“.

Da der nächste Programmpunkt wieder Livemusik von einer Band vorsah, mussten erst einmal die Instrumente auf der Bühne gewechselt und die Mikrophone neu aufgestellt werden. Dass so etwas nicht in 5 Minuten erledigt ist, kann man sich leicht vorstellen. Die so entstandene Umbaupause von rund 40 Minuten wurde wiederum von DJ Eagle Eye Jimmy mit Musik überbrückt

Um 22.40 Uhr hieß es dann Bühne frei für die zweite Band des Abends – Johnny Falstaff & Band. Die Truppe bestehend aus Gitarre, Bass und Drums kommt aus dem Mutterland der Country Music, den USA und sind auf großer Europatournee. Weibliche Unterstützung erhielten die drei Gentlemen durch eine Countrylady aus den USA, die am Samstagabend ihren eigenen Auftritt auf dem Festival hat: Kim Carson mit ihrer Akustik-Gitarre. Da am Freitagabend kein weiterer Act mehr auf dem Plan stand, konnten Johnny, Kim, Ryan und Peter die Bühne rocken als gäbe es kein Morgen. Egal ob schnelle Stücke oder eher ruhige Songs – die vier Musiker hatten ein reichhaltiges Programm im Gepäck – und ganz nebenbei auch ein paar ihrer eigenen CDs mit im Gepäck. Die rund 2,5 Stunden Programm bis gegen 1.00 Uhr am Samstagmorgen ging so richtig ins Blut und in die Beine, so dass man sich dann seine Nachtruhe verdient hatte – schließlich ging es in ein paar Stunden schien wieder weiter im Programm.

Am Samstag ging es dann nach einem Frühstück erst einmal entspannt weiter, da das Programm ja erst wieder ab 13.00 Uhr weitergehen sollte. Aber nachdem es ja auch am Vorabend recht spät wurde konnte man dies auch gut gebrauchen. Auch der Wettergott hatte ein wenig von der Hitze abgenommen und dafür gesorgt, dass es bei rund 26 Grad ein erfrischender Wind wehte.

Um den Körper dann wieder fit zu bekommen hieß es erst einmal wieder ab 13.00 Uhr Musik aus der Konserve mit DJ Eagle Eye Jimmy, sowie einem Lindedance-Kurs für Fortgeschrittene.

Ab 15.45 hieß es dann aber wieder Bühne frei für die erste Band des neuen Tages – Open Road. Diese fünf Musiker hatten wohl die kürzeste Anreise zum Festival, was die Musiker anbelangt, stammen sie doch ebenfalls aus Thüringen. Der Opener war dementsprechende auch der hügeligen Landschaft der Rhön geschuldet: „Mountain Music“. Ansonsten kann man zum Repertoire der Jungs folgendes anmerken. Die Setliste(n) für diesen Samstag beinhalteten eine gute Mischung aus Songs vom Ursprung der Countrymusik a la Johnny Cash bis hin zum Modern-Country wie Toby Keith. Bei einer großen Auswahl der bekanntesten Lieder, u.a. von den Eagles, CCR oder den Mavericks, kamen nicht nur Linedancer voll auf ihre Kosten.

Um 16.30 Uhr war für die Jungs aus Thüringen die erste Pause angesetzt und direkt neben dem Festzelt demonstrierte Lene Husch ihre imposante Freiheitsdressur mit ihrem Schimmel Abraxah. Eine sehr bewegende und ansprechende Demonstration im Umgang Mensch und Pferd, bei dem der Mensch – hier Lene Husch – dem Pferd nur mittels Gesten und kleinster Hilfen zu verstehen gibt, was von ihm verlangt wird. Wer die Möglichkeit hat, sich diese Show oder andere Programme von Lene Husch einmal anzusehen, dem sei diese hier wärmstens empfohlen.

Nachdem Abraxah nun sein Programm beendet hatte, war es wieder Zeit für Jörg, Markus, Frank, Matthias und David uns mit Livemusik zu unterhalten. Angedacht war laut Programm ein Set bis 18.30 Uhr, da aber über dem Festivalgelände gegen 18.15 ein starker Regenschauer abging und es so unmöglich war, die Pferdeshow der Stockborn Ranch zu präsentieren, verschob man diesen Programmpunkt auf das Ende der Livemusik mit Open Road und die Jungs zogen ihr Programm durch bis 19.45 Uhr. Leider hatte es bis dahin immer noch nicht aufgehört zu regnen, aber zumindest hatte es nachgelassen und die Cowgirls und Cowboys von der Stockborn Ranch zogen ihr Programm durch – sehr zur Begeisterung des Publikums.

Anschließend sollte sich dann nach Plan eine weitere Demonstration einer Interaktion zwischen Mensch und Pferd – eine faszinierende Pferde-Stelzen-Show präsentiert von Lene Husch. Doch diesem Plan machte Petrus mit seinem Niederschlag einen Strich durch die Rechnung. Aber sowohl Lene als auch Abraxah waren flexibel und zeigten in Auszügen ein anderes Programm bis 20.30 Uhr.

Da die Jungs von Open Road noch nicht ganz fertig waren mit dem Abbau ihrer Bühnentechnik, musste DJ Eagle Eye Jimmy mal wider in die Bresche springen, zumal der nächste Act ja auch noch aufbauen musste. Auf dem Plan stand ein Act, der vor allem bei der Jugend auf besondere Gegenliebe stieß: Laura van den Elzen und die Jambalaya Band. Die aus den Niederlanden stammende junge Künstlerin ist ihren oft gleichaltrigen Fans bestens bekannt aus der RTL-Casting-Show „DSDS – Deutschland sucht den Superstar“, in der sie 2016 den 2. Platz belegt hat. Im Gepäck hatte Laura auch gleich eine Band aus Dänemark, die sie musikalisch begleitet. Dass es bei diesem Programmpunkt vor der Bühne eng wurde und die Linedancer auf andere Freiflächen ausweichen mussten, war fast schon vorprogrammiert. Aber auch dieser Act hatte sein Finale und um 22.45 Uhr hieß es dann wieder einmal: Wir bauen um. Die Umbaupause wurde selbstverständlich durch unseren DJ musikalisch gestaltet und Lauras Fans hatten sowieso nur eines im Sinn: Ein Autogramm.

Um halb elf hieß es dann wieder CD aus – Livemusik an und somit Bühne frei für Kim Carson und Band. Die Personen auf der Bühne kannte man ja schon vom Vorabend, aber die Rollenverteilung beim Leadvocal war heute nun eine andere. Den Hauptanteil hatte selbstverständlich Kim Carson, die sich einen Namen als die unbestrittene „Königin von Louisiana Honky Tonk Music“ gemacht hat und sich als eine gewaltige Country-Songschreiberin auszeichnet. Darüber hinaus war es keine Frage, dass Johnny Falstaff auch noch einmal zeigen konnte, was er unter Country Music made in USA so versteht. Und ebenso wie der Freitag endete der Samstag dieses 11. Rhöner Country Festivals erst in den frühen Morgenstunden des nächsten Tages.

Der Sonntag stand dann ganz unter dem Motto „Volksfest für die ganze Familie“ und dementsprechend war auch das Programm aufgebaut. Von 10.00 bis ca. 12.30 Uhr begrüßte DJ Eagle Eye Jimmy die Gäste mit Musik. Rund um das Festzelt gab es ein großes Kinderprogramm mit tollen Attraktionen. Bunte Kinderanimation mit Toni Clowni und seinem Luftballonzoo, große Western-Hüpfburg, Schießbude, Kinderschminken mit Tanja, Kinderreiten, Pferdevorführungen, Bullriding, Hufeisenwerfen und vieles mehr war im Angebot. In Puncto Livemusik gönnte man sich dann wieder etwas „Heimisches“ mit Herbie & Friends – auch aus den Thüringer Landen. Diese Formation hatte die Aufgabe, die Gäste im Zeitfenster von 12.45 bis 16.30 Uhr zu unterhalten. Einzige Unterbrechung war ein Linedancekurs für Einsteiger der von 14.00 bis 14.45 Uhr auf dem Programm stand. Auch die Lady in White vom Vortag – Lene Husch – präsentierte noch einmal ihre besondere Art von Dressur: Die 30-minütige Pferdeshow mit freien Pferden mit dem Araber Sarouc und dem Andalusier Cabanero. Diese Filmpferde waren ganz aktuell auch im Kinofilm „Bibi und Tina“ zu sehen. Ab ca. 17.00 klang das diesjährige Festival dann aus und zwar ähnlich wie es angefangen hatte – mit dem Einsatz von DJ Eagle Eye Jimmy.

Wer jetzt Lust bekommen hat und im Jahre 2017 beim 12. Rhöner Country Festival vom 23.06. bis 25.06.2017 dabei zu sein, der findet weitere Infos und Kontaktdaten auf der Homepage der Veranstaltung unter: www.rhoener-countryfestival.de – Hotels und Campingplätze erwarten Euch und die Landschaft drumherum lohnt eventuell auch einen längeren Besuch.

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!
Über Michael Förschges (47 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Country. Konzertberichte und Rezensionen.
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