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Elvis Presley: Way Down In The Jungle Room

Das Doppelalbum "Way Down In The Jungle Room" spiegelt fast chronologisch die Aufnahmesessions im Jungle Room wider und ist ein einzigartiges Zeitdokument.

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Elvis Presley - Way Down In The Jungle Room Elvis Presley, Way Down In The Jungle Room - Bildrechte: RCA Records

Der King ist immer wieder für eine musikalische Überraschung gut, auch noch fast 40 Jahre nachdem er das Zeitliche segnete und in den Rock’n’Roll-Himmel auscheckte. Nun gibt es also eine neue Doppelalbum Way Down In The Jungle Room mit den letzten Studio-Aufnahmen von Elvis Presley, die bei ihm zuhause in Graceland entstanden und für die er sich ein eigenes „grünes“ Studio baute, den „Jungle Room“. Damit konnte der Superstar dem engen Zeitlimit gebuchter Studios entfliehen und seinem eigenen Rhythmus folgen, ohne Zeitbeschränkung und jederzeit.

Die Songs der ersten CD entstammen den Alben „Moody Blue“ (1977) und „From Elvis Presley Boulevard“ (1976), den letzten zu seinen Lebzeiten veröffentlichten Alben enthalten u.a. die Hits „Way Down“, „Pledging My Love“, „Blue Eyes Crying In The Rain“ und „Moody Blue“. Möglicherweise kann sich die YouTube-Generation beim Hören dieser Aufnahmen nicht mehr so weit begeistern, wie es seinerzeit die Jugend tat und auch nicht nachvollziehen, wie aufrüttelnd die Musik damals war und wieviel Unruhe sie in der Gesellschaft verursachte. Und vielleicht kann sich die nachwachsende musikhörende Generation auch nicht wirklich bewußt werden, wie revolutionär vor allem die Anfangszeit des Sängers war, der als der „King“ bekannt wurde und bis heute weit mehr als zwei Milliarden Tonträger verkaufte. Aber all das ist nicht wirklich zwingend notwendig, wenn man der Musik offen begegnet. Dann spürt man, wie genial dieser Sänger mit seiner Musik verschmilzt, wie sicher und souverän er die Coverversionen interpretiert, wie feinfühlig die Arrangements ausgearbeitet wurden und was für ein grandioser Sänger dieser Elvis Presley sein konnte. Technisch kann man auch heute, fast vier Dekaden nach der Aufnahme, kaum Mängel ausmachen. Das zeigt, wie weit der damals fast schon „abgeschriebene“ Sänger den anderen Interpreten seiner Zeit voraus war – und das liegt nicht nur am neuen Mastering von Vic Anesini.

Musikalisch deckt das Album viele Zwischentöne ab, von Blues, Country, bis Pop, von Rock’n’Roll bis Balladen. Am Ende seines Lebens (was damals natürlich noch niemand erahnen konnte) zeigt Elvis Presley noch einmal all seine musikalischen Facetten, seine Vielseitigkeit, und befand sich auch an einem Wendepunkt seines künstlerischen Ausdrucks. Hier schuf er sich ein bleibendes Monument, mit dem hymnischen „Never Again“, dem eindringlich-intensiven „Danny Boy“ oder dem wirklich gut gesungenen Neil-Sedaka-Cover „Solitaire“.

Interessant aber vor allem die zweite CD mit den Outtakes der Studioarbeit. Hier kann man nachvollziehen, wie die Arbeit zwischen Elvis Presley und seinen langjährigen Musikern ablief. Neben den verschiedenen Versionen der Lieder sind auch Zwischentexte und Dialoge zu hören, die deutlich machen, wie der „Hausherr“ immer wieder auf der Suche nach Perfektion war, und seine Musiker dabei antrieb. Die Reihenfolge der Songs spiegelt fast chronologisch die Aufnahmesessions im Jungle Room wider und ist ein einzigartiges Zeitdokument – fast 40 Jahre später mit dieser Zusammenstellung.

Elvis Presley – Way Down In The Jungle Room: Das Album

Elvis Presley - Way Down In The Jungle Room

Titel: Way Down In The Jungle Room
Künstler: Elvis Presley
Veröffentlichungstermin: 5. August 2016
Label: RCA Records, Legacy
Vertrieb: Sony Music
Laufzeit: 130:29 Min.
Format: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 33
Genre: Rock, Blues, Country, Pop

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Trackliste: (CD 1)

01. Way Down
02. She Thinks I Still Care
03. Bitter They Are, Harder They Fall
04. Pledging My Love
05. For The Heart
06. Love Coming Down
07. He’ll Have To Go
08. Blue Eyes Crying In The Rain
09. Hurt
10. Never Again
11. Danny Boy
12. Solitaire
13. Moody Blue
14. It’s Easy For You
15. I’ll Never Fall In Love Again
16. The Last Farewell

Trackliste: (CD 2)

01. Bitter They Are, Harder They Fall (Take 1)
02. She Thinks I Still Care (Take 10)
03. The Last Farewell (Take 2)
04. Solitaire (Take 7)
05. I’ll Never Fall In Love Again (Take 5)
06. Moody Blue (Take 1)
07. For The Heart (Take 1)
08. Hurt (Take 3)
09. Danny Boy (Take 9)
10. Never Again (Take 9)
11. Love Coming Down (Take 3)
12. Blue Eyes Crying In The Rain (Take 4)
13. She Thinks I Still Care (Take 2)
14. It’s Easy For You (Take 1)
15. Way Down (Take 2)
16. Pledging My Love (Take 3)
17. For The Heart (Take 4)

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Über Andreas Weihs (51 Artikel)
Fotograf und Journalist. Fachgebiet: Country & Folk. Rezensionen und Konzertberichte.