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Justin Moore: Kinda Don’t Care (Deluxe)

Justin Moore gelingt auf "Kinda Don't Care" ein zeitgemäßes und abwechslungsreiches Comeback ohne große stilistische Überraschungen.

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Justin Moore - Kinda Don't Care Justin Moore, Kinda Don't Care - Bildrechte: Universal Music

Justin Moore hat sich als Vertreter der neotraditionellen Strömung in der New-Country-Szene einen Namen gemacht. Auch wenn Nr.1-Hits wie „Til My Last Day“ oder „Lettin‘ The Night Roll“ deutliches Chartambiente gezeigt haben, ist Moores einzigartiger Twang in Verbindung mit traditionellen Stilelementen im Country fest verhaftet. Nachdem die letzte Single, die großartige Heimatballade „This Kind Of Town“, nicht die Top 40 erreichen konnte, hatte sich der Mann aus der Kleinstadt Poyen im letzten Jahr eine Kunstpause gegönnt.

Doch die Rückkehr Justin Moores in das Zentrum der Countryszene nimmt mit der neuen Leadsingle „You Look Like I Need A Drink“ wieder Fahrt auf. Der aktuelle Airplay-Top-10-Hit zählt zu den unterhaltsamsten New-Country-Releases des laufenden Jahres und unterstreicht mit einem deftigen Augenzwinkern die komödiantische Ader des dreifachen Familienvaters. Nun ist mit Kinda Don’t Care der vierte Longplayer erschienen, der weiteren Aufschluss über die Stiltreue seines Interpreten gibt.

Auf den ersten Blick fühlt sich der 16-Teiler wie ein weiteres Chartdesignprojekt der Nashviller Hitfabrik an. Während sich die bekannten Songwriterprofis reihenweise die Klinke in die Hand geben, tauchen Moores Autorencredits nur an einer Stelle auf. Jeremy Stover, der bislang bei allen Moore-Alben das Zepter geschwungen hat, tritt auf „Kinda Don’t Care“ stärker in den Hintergrund und teilt sich die Produzentenrolle mit Glen-Campbell Co-Writer Julian Raymond.

Doch bereits bei den ersten Sequenzen der Openers „Robbin‘ Trains“ wird deutlich, welchen Unterschied ein charakterstarker Sänger ausmachen kann. Mit markerschütterndem Swagger treibt Justin Moore diesen dynamischen Upbeat vor sich her und verleiht ihm Seite an Seite mit einer rustikalen Steelfärbung ein nostalgisches Country-Rock-Flair. So macht Nashville Spaß. „Put Me In A Box“ wäre mit seinem etwas belanglos wirkenden Hip-Hop-Vibe von einem weniger ausdrucksstarken Sänger möglicherweise in den Keller performt worden. Doch der Cowboy aus Arkansas hieft diese spezielle Love-Ballade mit viel Pathos auf ein höheres Niveau.

Der Titeltrack „Kinda Don’t Care“ zählt zu den Albumhighlights. Dieser Charaktersong verströmt im Outlawgewand ein True-Feeling, das wir zuletzt von den führenden Texas-Singer-Songwritern gehört haben. Mit dem aus der Songsammlung von Luke Bryan übernommenen, hitverdächtigen „Hell On A Highway“ beendet der „Small Town U.S.A.“-Sänger das erste Albumdrittel, das man zu den stärksten Nashville-Produktionen des laufenden Jahres zählen darf.

Beginnend beim 7. Song, dem countryrockenden „Somebody Else Will“ werden die kommerziellen Zugeständnisse größer. „Between You And Me“ erinnert mit seiner Kombination aus Rock-Riffs und Hip-Hop-Groove an die mittlerweile etwas angestaubt wirkende Bro-Hit-Formel des vergangenen Jahres. „Got It Good“ treibt die Pop-Schiene mit seinen Synth-Beats am Weitesten, bevor Mr.Moore mit „Rebel Kids“ noch mal ein echtes Juwel aus der Schublade holt. Hier kann man nur mit der Zunge schnalzen und diesen Bekennersong in die Reihe der Top-Country-Balladen des laufenden Jahres einreihen. Dass an der Seite von Outlaw-Rocker Brantley Gilbert mit „More Middle Fingers“ noch ein echter Ass-Kicker angeboten wird, dürfte zumindest live sichere Pluspunkte bringen. Am Ende ist es die hinreißend-charaktervolle Gesamtinterpretation Moores, die aus einem Durchschnittsalbum eine gelungene Karrierefortsetzung machen könnte.

Fazit: Justin Moore gelingt auf „Kinda Don’t Care“ ein zeitgemäßes und abwechslungsreiches Comeback ohne große stilistische Überraschungen. Mit dem Titelsong, der charakterstarken Ballade „Rebel Kids“ und dem großartig inszenierten Chartkandidaten „Hell On A Highway“ hat der Cowboy aus Arkansas bewiesen, dass er die Qualitäten für einen Stern am New-Country-Himmel nach wie vor in sich trägt.

Justin Moore – Kinda Don’t Care: Das Album

Justin Moore - Kinda Don't Care

Titel: Kinda Don’t Care (Deluxe)
Künstler: Justin Moore
Veröffentlichungstermin: 19. August 2016
Label: Valory
Vertrieb: Universal Music
Laufzeit: 54:30 Min.
Format: CD & Digital
Tracks: 16
Genre: Country, Rock
Bewertung: 3,5 von 5 möglichen Punkten!

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Trackliste:

01. Robbin‘ Trains
02. Put Me In A Box
03. Kinda Don’t Care
04. Hell On A Highway
05. Goodbye Back
06. You Look Like I Need A Drink
07. Somebody Else Will
08. Between You And Me
09. Got It Good
10. Rebel Kids
11. More Middle Fingers
12. Life In The Livin‘
13. Middle Class Money
14. Pick-Up Lines
15. Spendin‘ The Night
16. When I Get Home

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Über Bernd Wenserski (585 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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