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Alan Jackson: Ein Großer der Countrymusik wird 60

Alan Jackson feiert am 17. Oktober 2018 seinen 60. Geburtstag - das Special zum Ehrentag.

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Alan Jackson Alan Jackson. Bildrechte: ACR, EMI Records Nashville

Alan Jackson war der womöglich letzte große Star, der mit traditioneller Countrymusik 25 Jahre lang sein Publikum begeistern konnte. Sein Stern ging 1989 auf, als George Strait bereits zehn Jahre lang Erfolge feierte und die Karriere des Superstars Garth Brooks gerade Fahrt aufgenommen hatte. Diese drei waren es auch, die die 1990er Jahre dominierten. Während Garth Brooks sich gerne auch mal bei Pop und Rock musikalisch bediente, blieben Strait und Jackson der Tradition treu. Nach ihnen sehe ich keinen Countrysänger, der diese Art von Musik erfolgreich gemacht hätte. Ist es bezeichnend, dass beide nun seit einigen Jahren aus den Country-Charts verschwunden sind und in den Country-Radios drüben kaum noch gespielt werden?

Ein kaum bekanntes Debütalbum aus dem Jahr 1988 „New Traditional“ wurde erst 1992 von Americana Records veröffentlich, zeigte schon Jackson Talent. Es geht die Geschichte, dass seine Frau Denise als Flugbegleiterin Glen Campbell traf und diesen auf das Talent ihres Mannes aufmerksam machte. Campbell wiederum empfahl Alan daraufhin bei Arista Records in Nashville.

Das erste Album von Alan Jackson schlug damals gewaltig ein: „Here In The Real World“ enthielt zwar lediglich zehn Titel. Aber kaum ein Country-Album hat mir und Millionen weiterer Fans auf Anhieb so gut gefallen. Der herrlich eingängige Titelsong wurde eine Nummer 3, womit Jackson Karriere enorme Fahrt aufnahm. Da waren noch das völlig schnulzige, aber schöne „Wanted“, das flotte „Chasin‘ That Neon Rainbow“ und schließlich die erste von 26 Nummer-Eins-Hits „I’d Love You All Over Again“, ein Liebeslied an seine Frau, und sechs weiteren Titel machten das Album zu einem Klassiker der Countrymusik. Aber dabei blieb es ja nicht. Bis 2006 verkaufte sich jedes Album, dass Jackson aufnahm, mindestens eine Million Mal. Sein drittes aus dem Jahr 1992 „A Lot About Livin‘ (And A Little ‚Bout Love)“ fand mehr als vier Millionen Käufer. Insgesamt nähern sich seine Plattenverkäufe den 50 Millionen.

Alan Jackson machte in den ersten 15 Jahren seiner Karriere eine Art von Musik, die einerseits klar als Countrymusik erkennbar und hörbar war, die traditionelle Instrumentalisierung nicht scheute und fast immer mitsingbar war, wie bei allen seine Livekonzerten zu hören ist. Andererseits klingt die Musik nie gleich und hatte immer Überraschungen parat. Denken wir an den Honky-Tonk-Song „Don’t Rock The Jukebox“, an den Tributsong für Hank Williams „Midnight In Montgomery“, den witzigen Titel „She’s Got The Rhythm (And I Got The Blues)“. „Chattahoochee“, das es auch in einer noch flotteren Discoversion gab, war vier Wochen auf dem ersten Platz der Country-Charts und gleichzeitig Jacksons erster Erfolg in den Popcharts, immerhin eine Nummer 46.

Immer wieder hat Jackson auf eigene Erfahrungen zurückgegriffen. Dem Billboard erzählte er, dass er und seine Frau mit 25 Jahren nach Nashville zogen. „Wir waren beiden in einem kleinen Ort in Georgia aufgewachsen und Nashville war eine neue Welt für uns. Als meine Frau einen Job als Stewardess annahm, war sie oft unterwegs und ich allein“, erinnert sich Jackson. „So schrieb ich am Muttertag ein Lied über meine Eltern, ihr Leben und das Haus, in dem wir aufwuchsen. Mutter lebte dort, bis sie im vergangenen Jahr starb. ‚Home‘ war auf meinem ersten Album und 1996 noch ein Charts-Erfolg“.

Jackson scheute sich nicht, sich auch mal über Popstars lustig zu machen, die plötzlich ihre Liebe zur Countrymusik entdeckten (Gone Country), über eine durchzechte Nacht mit einer Unbekannten (I Don’t Even Know Your Name) zu singen oder mit George Strait auf witzige Weise über die Ermordung des Countrymusik durch Geldgier (Murder On Music Row) zu berichten. Auch polierte er ältere Hits mit großem Erfolg auf: Eddie Cockrans „Summerime Blues“, Don Williams‘ „It Must Be Love“, Charlie McClains „Who’s Cheatin‘ Who“ und „Little Man“ von George Jones.

Alan Jackson größter Hit ist seltsamerweise ein Duett, das er 2003 mit Jimmy Buffett aufnahm: „It’s Five O’Clock Somewhere“ – fünf Wochen lang führte der Song die Country-Charts an. Und mit einer Nummer 17 auch sein größter Poperfolg wurde. Doch noch populärer ist das Lied, mit dem er des Terroranschlags auf das World Trade Center am 11.09.2001 gedachte – „Where Were You (When The Word Stopped Turning)“, das er wie so viele seiner Hits auch selber geschrieben hatte. Und auch sein letzter Nummer-Eins-Hit war 2010 die Kollaboration mit der Zac Brown Band „As She’s Walking Away“.

Vorläufiger Schluss in den Charts scheint 2015 mit Angels And Alcohol (Platz 45 ) gewesen zu sein. 2006 nahm er ein ganz merkwürdiges Album auf, „Like Red On A Rose“, das Alison Krauss produziert hatte, in dem poppiges mit Country und Blues vermischt wurde. Zudem gab es zwei schöne Gospelalben (Precious Memories) und eine gelungene Bluegrass CD (The Bluegrass Album) im Jahr 2013. Wer sich einen umfassenden Überblick über Alan Jacksons Musik verschaffen möchte, dem sei sein „Genuine: The Alan Jackson Story“ empfohlen, die 2015 erschien.

Ehrungen blieben nicht aus: 2002 und 2003 wurde er von der Country Music Association zum Entertainer und Sänger des Jahres gewählt und im vergangenen Jahr wurde er mit nur 58 Jahren (das ist wirklich jung für diese Ehre) in die Country Music Hall Of Fame aufgenommen, in diesem Jahr folgte die Aufnahme in die Hall Of Fame der Songwriter.

Der am 17. Oktober als Alan Eugene Jackson in Newnan in Georgia geborene Jackson machte privat wenig Schlagzeilen. Mit seiner Frau Denise hat er drei Töchter und bis auf eine Ehekrise im Jahr 1998, als Jackson es mit der ehelichen Treue mal nicht so genau nahm, (die beiden versöhnten sich bald wieder), sind die beiden immer zusammengeblieben. Jüngst gab es traurige Nachrichten, als bekannt wurde, dass sein Schwiegersohn im September bei einem Unfall ums Leben gekommen war.

Alan Jacksons ganz große Zeit mag seit einigen Jahren vorbei sein. Auch wenn die Radiostationen seine Musik kaum noch spielen: Die Fans lieben Alan Jackson und kommen zu seinen Konzerten. Und wir von Country.de sagen: Hätten wir einen Radiosender, würden wir Dich spielen, Alan, und wir wünschen Dir noch viele aktive Jahre, auf dass die Countrymusik hörbar bleibe.

Alan Jackson – Angels And Alcohol: Das 2015er Album

Alan Jackson - Angels And Alcohol

Titel: Angels And Alcohol
Künstler: Alan Jackson
Veröffentlichungstermin: 24. Juli 2015
Label: ACR, EMI Records Nashville
Vertrieb: Universal Music
Laufzeit: 38:37 Min.
Format: CD & Vinyl
Tracks: 10
Genre: Traditional Country

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Trackliste:

01. You Can Always Come Home
02. You Never Know
03. Angels And Alcohol
04. Gone Before You Met Me
05. The One You’re Waiting On
06. Jim And Jack And Hank
07. I Leave A Light On
08. Flaws
09. When God Paints
10. Mexico, Tequila And Me

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Über Franz-Karl Opitz (571 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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