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Ashley McBryde: Never Will

Ashley McBryde zieht auf "Never Will" alle Register ihres Könnens und überzeugt auf ganzer Linie.

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Ashley McBryde - Never Will Ashley McBryde - Never Will. Bildrechte: Warner Records Nashville

Seit der Veröffentlichung des Albums „Girl Going Nowhere“ im März 2018 ist die weibliche Countryszene um eine Facette reicher. Mit der Singer-Songwriterin Ashley McBryde hat das raue Leben in die von Glitzerfummel und Girliepower geprägte New-Country-Welt Einzug gehalten. Dabei hält die Tattoo-Lady aus Arkansas musikalisch und songwriterisch das, was ihr wenig lady-likes Äußeres verspricht: eine hochauthentische Wiedergabe ihrer selbst unterlegt mit packenden Rhythmen und intimen Grooves. So stehen Songs wie „Girl Going Nowhere“ und „A Little Dive Bar in Dahlonega“ für die persönlichsten New-Country-Stories der letzten Jahre.

In der Zwischenzeit hat sich das weibliche Enfant Terrible zu einer preisdekorierten und grammynominierten Hoffnungsträgerin entwickelt. Einzig das für kommerziellen Erfolg maßgebliche Countryradio hat ihr bis dato die Unterstützung versagt. Nach exakt 2 Jahren Abstand ist nun der Albumnachfolger Never Will erschienen. Mit einer Balance aus Energie und Gefühl ist sich die Sängerin aus dem 3000-Seelen-Nest Waldron auf wohltuende Art und Weise treu geblieben.

Der Titelsong verrät es schon. „I didn’t, I don’t, I never will“ ist die Textzeile, die den unangepassten Spirit McBrydes perfekt symbolisiert. Auf sämtlichen Titeln hat die „Girl Going Nowhere“-Sängerin ihren Autorenstempel hinterlassen. Das raffinierte Soundkonzept ist einmal mehr durch die gewieften Hände von Soundguru Jay Joyce gelaufen. Mit der aktuellen Radiosingle „One Night Standards“ soll nun auch die Hitmaschine angeworfen werden. Das melodische Bekenntnis zu oberflächlicher Liebe hat inzwischen die Top 30 erreicht und besitzt das Zeug zum lange überfälligen Chartbreaker.

Was „Never Will“ in Gänze herausragend macht, ist seine Variabilität. Schon der Opener „Hang In There Girl“, eine mit fetten Heartland-Riffs beladene Rockhymne, präsentiert sich melodisch hitverdächtig und weiß nicht zuletzt durch ein feines Chorus-Break zu überzeugen. Ein perfekter Auftakt! Auf „Shut Up Sheila“ mit seiner schrägen Beerdigungsmystik ist der Joyce’sche Einfluss unüberhörbar, der diesen Slowburner in einen kraftvollen Gothic-Rocker überführt. Country gefälligst?! Bitte schön: Das mit einer wunderbaren Steel unterlegte „First Time I Reach For“ scheint aus dem unentdeckten Nachlass Merle Haggards zu stammen. Ein Leckerbissen für alle Klassiker! „Voodoo Doll“ überzeugt hingegen mit einem „dark vibe“ und dem instrumentellen Wechselspiel zwischen wuchtigen Rock-Riffs und feinem Finger-Picking.

Der Powergroove von „Martha Divine“, eine im Renegade-Style inszenierte „murder ballad“, ist unwiderstehlich, während der ähnlich energiegeladene Titelsong Erinnerungen an die Glanzzeit des kommerziellen 80er-Jahre-Rock weckt. Die ruhigen Momente lassen dann Raum für tiefgehendes Storytelling. „Sparrow“ ist eine hinreißende Ballade über den Zwiespalt der Trennung zwischen Job und Familie. „Stone“, eine Familiengeschichte über den Tod des eigenen Bruders und die spät entdeckten Gemeinsamkeiten, präsentiert sich als emotionaler Standout. An beiden Songs sowie an der aktuellen Single hat die feinsinnige Songwriterin Nicolette Hayford mitgewirkt.

Bleiben noch zwei weitere Tracks, die stilistisch eigene Wege gehen. „Velvet Red“ ist ein Old-Schooler im feinsten Appalachian-Style, der mit seinen Bluegrass-Strings und mehrstimmigen Gesangsparts Nostalgiegefühle aufkommen lässt. Bleibt noch die funkig-verrückte Hommage an den Erfinder der Hartschaumisolierung, die trotz umweltlicher Bedenken als Getränkekühlung unverzichtbar geworden ist.

Im Gegensatz zu dem Girlie-Style einer Kelsea Ballerini, der intelligenten, aber etwas distanzierten Songinterpretation Brandy Clarks, bietet die neue Ashley McBryde die perfekte Mischung für alle, die sich lebendigen Modern Country mit authentischen Geschichten in Einklang wünschen.

Top-Tracks: „Hang In There Girl“, „First Thing I Reach For“, „Sparrow“, „Martha Divine“, „Stone“.

Fazit: Ashley McBryde zieht auf „Never Will“ alle Register und präsentiert der Szene eine Künstlerin, an der in puncto Originalität kaum jemand mehr vorbeikommen dürfte. So klingt ein Kandidat für das Album des Jahres!

Ashley McBryde – Never Will: Das Album

Ashley McBryde - Never Will

Titel: Never Will
Künstler: Ashley McBryde
Veröffentlichungstermin: 24. April 2020 (CD)
Veröffentlichungstermin: 2. April 2020 (Download)
Label: Warner Records Nashville
Vertrieb: Warner Music Germany (D)
Formate: CD, Vinyl & Download
Laufzeit: 39:34 Min.
Tracks: 11
Genre: Country
Bewertung: 5 von 5 möglichen Punkten

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Trackliste: (Never Will)

01. Hang In There Girl
02. One Night Standards
03. Shut Up Sheila
04. First Thing I Reach For
05. Voodoo Doll
06. Sparrow
07. Martha Divine
08. Velvet Red
09. Stone
10. Never Will
11. Styrofoam

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Über Bernd Wenserski (587 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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