Beiträge des Monats: Dezember 2008
Mehr als jedes andere Lied wurde dieses zur Hymne der Country-Interessierten in Deutschland. Es ist so beliebt, dass manch einem Interpreten schon gar nicht mehr der Sinn danach steht, dass sie es sogar ablehnen, den Song noch zu spielen. Wie immer man es letztendlich sieht, es ist einer der erfolgreichsten Countrysongs aller Zeiten. Man kennt ihn weit über die Country Music hinaus und in unzähligen Versionen.
Als Autoren zeichnen das Ehepaar Taffy und Bill Danoff verantwortlich, John Denver gab dem Lied nicht nur seine Stimme sondern auch den letzten Schliff. Natürlich wurden die Danoffs von Dorothy Horstman für ihr Buch “Sing Your Heart Out Country Boy” (Country Music Foundation Press) in dieser Sache befragt. “Wir hatten Briefe von einem befreundeten Künstler bekommen, der in den Bergen West Virginias lebte und uns die Schönheit der Landschaft in schillernden Farben beschrieb. Auf dem Weg zu einem Treffen mit Taffy’s Verwandten in Maryland schrieb ich ein Lied über die kleinen, kurvenreichen Strassen, über die wir fuhren. Eine Weile schwirrte der Song unter den beiden Worten “Country Roads” im Kopf herum. Später beschloss ich, das Lied über unseren Künstlerfreund zu schreiben.
Joe Diffie, der am 28. Dezember 1958 in der Nähe von Tulsa, Oklahoma, das Licht der Welt erblickte, ist ein typisches “Kind vom Lande”. Geboren und aufgewachsen auf einer Ranch, schwärmt der Sänger noch heute: “Ich fütterte Rinder, baute Zäune und karrte Heu über die Felder. Später habe ich sogar den Beruf des Cowboy gelernt.”
Doch der Kerl war schon immer sehr musikalisch. Seine ersten Erfahrungen sammelte er in einer Gospelgruppe, die der örtlichen Kirchengemeinde angehörte. “Das war nichts Tolles, wir waren nur in unserer Gegend bekannt.” Zur Country Music fand er ein paar Jahre später, als ihm eine LP von George Jones in die Hände fiel. “Der Mann hat ja eine Super Stimme”, waren seine ersten Worte als er die LP anhörte. Langsam fand er richtig gefallen an dieser Musikrichtung.
Am 31. Dezember wäre er 65 Jahre alt geworden. Wäre … wenn er nicht bereits am 12. Oktober 1997 sein Leben auf tragische Weise verloren hätte. Um seinen Tod hat es viele Spekulationen gegeben, die so richtig nie verstummt sind. Darüber später mehr. Seit 11 Jahren weilt er also schon nicht mehr unter uns – und doch kann man sich so richtig nicht damit abfinden. Zu präsent sind uns noch seine Songs, zu sehr in Erinnerung geblieben seine unvergleichlichen Auftritte, egal ob mit kompletter Band oder auch solo nur mit seiner Gitarre. Unvergleichliche Momente sicher nicht nur für mich. John Denver – ein Name, der für Vieles stand und teilweise immer noch steht. Sänger, Schauspieler, Komponist, Texter, Umweltschützer und –kämpfer, unbequemer Zeitgenosse, wenn es sein musste, usw. usw.
Eine ganze Reihe von Evergreens tragen seine Handschrift, Lieder wie “Back Home Again”, “Calypso”, “Thank God I’m A Country Boy”, “Perhaps Love”, “Sunshine On my Shoulder”, “Fly Away”, natürlich “Annie’s Song” und vor allem “Take Me Home Country Roads”. Gerade dieser Song wurde so etwas wie eine Hymne für Countryfans in Deutschland – und nicht nur sie. Das Lied wird immer und immer wieder vom Publikum gewünscht, kaum eine Countryband hat es nicht im Repertoire. Nur ganz Wenige im Lande, die sich für Musik interessieren, kennen “Take Me Home Country Roads” nicht. Auch wenn Denver diese Songs nicht alle selbst oder allein geschrieben hat, sie bleiben auf ewig mit seinem Namen verbunden.
Der Song war kein Riesenknaller aber ein solider Hit. Verbunden bleibt er auf immer mit “Little” Jimmy Dickens. Der hochbetagte Veteran zementierte damit seinen Status als einer der beliebtesten Countrysänger der späten 1940er und 1950er Jahre. Dickens, Jahrgang 1920, tritt auch Anno 2008 noch immer in der Grand Ole Opry auf. Mit Novelty-Songs wie diesem, feierte er die meisten seiner Erfolge. Im Jahr 1950 schob er sich damit bis auf Platz 6 in den Billboard Charts.
Das Lied erzählt eine Geschichte aus dem wirklichen Leben in den mageren Jahren der Regierungszeit von Präsident Hoover. In den späten 1920er und auch in den 1930er Jahren fristeten viele Menschen nicht nur in den USA ein Dasein am Existenzminimum. Wer sich nicht an die Situation anpassen konnte und mit Wenig sich und die Familie über die Runden brachte, der war verloren. Als “Symbol” für den Alltag einer Landarbeiterfamilie beschreiben die Autoren wie es ist, wenn man am Fußende des Bettes schlafen muss, während draußen der Wind ums Haus pfeift. Ist dann die liebe Verwandtschaft zu Besuch, muss auch noch die Bettdecke geteilt werden. So schön auch die regelmäßig stattfindenden Familientreffen waren, so gern man mit den anderen Kindern tagsüber spielte, Neues lernte, gemeinsam Leckereien aß, wenn es dunkel wurde und die Kinder ins Bett geschickt wurden, blieb für unseren braven Knaben stets nur das Fußende des Bettes übrig. Das hat schließlich Auswirkungen für das Leben, denn auch als Erwachsener hat er immer das Gefühl, sich dagegen wehren zu müssen, zurück zu stehen.
Wir haben es mit einem wahrhaft kolossalen Song zu tun, einem Lied, das Zeichen gesetzt und Türen geöffnet hat. Der Titelsong zum vielleicht legendärsten Westernfilm überhaupt ist ebenso unsterblich geworden wie der Film und seine Hauptdarsteller. Als der Film 1952 Premiere feierte hatte es nicht viele Spielfilme mit einem Song gegeben, “High Noon” änderte dies grundlegend. Danach gab es vor allem im Westerngenre kaum einen Streifen ohne einen Titelsong und auch die Soundtracks kamen zunehmend in Mode.
Sinn und Zweck eines solchen Titel-Songs war und ist es, Werbung für den Film zu machen. Das ist “High Noon” in idealer Weise gelungen, denn auch thematisch wird der Inhalt des Films behandelt, wenn man so will, liefert er eine kleine Vorschau. Da hat es offenbar nicht geschadet, dass es nicht der Hauptdarsteller Gary Cooper war, der das Lied sang. Der Hörer konnte sich offenbar dennoch und dank der Stimme von Tex Ritter mit der Filmfigur identifizieren. Hinzu kommt die eingängige Melodie. Alles passt einfach zusammen.
Wie der “Tennessean” in seiner neuesten Ausgabe meldet, hat Mindy McCready am Mittwoch erneut versucht sich das Leben zu nehmen. Dies ist bereits das dritte Mal, dass die Sängerin ihrem Leben ein Ende setzen wollte. Mit aufgeschnittenen Pulsadern wurde sie in ein Krankenhaus eingeliefert, wo man sie stabilisieren konnte und somit ihr Leben rettete. Ein Sprecher des Nashville Police Departments: “Sie rief die Mutter ihrer Mitbewohnerin an und erzählte ihr anscheinend seltsame Dinge, so dass diese sofort die Behörden informierte.” McCready bleibt für einige Zeit zur Beobachtung und Behandlung im Krankenhaus. Fest steht, dass es um die Sängerin noch schlimmer steht als befürchtet.
Taylor Swift, die am vergangenen Samstag ihren 19. Geburtstag feierte, ist der Shootingstar des Jahres 2008. Von ihren beiden Alben “Fearless” und “Taylor Swift”, beide erschienen bei Big Machine Records, wurden mehr als 5 Millionen Einheiten verkauft. Kein Countrykünstler hat in den letzten 12 Monaten mehr CDs verkauft als Swift. Allein in der letzten Woche gingen fast 250.000 Silberlinge von “Fearless” über den Ladentisch. Damit hat sich das Album an die Spitze der Billboard Top 200 Album Charts katapultiert. Insgesamt verkaufte sich “Fearless” über 1.5 Millionen Mal.
Man sollte allerdings bedenken, dass Werk erschien am 11. November 2008, das sind gerade einmal 5 Wochen. Ihr Debütalbum “Taylor Swift” (Oktober 2006) hat bereits die 3.7 Millionenmarke gerissen und verkauft sich noch immer einige tausendmal in der Woche. Gerüchten zufolge soll Taylor Swift bald auch in Europa vermarktet werden. Mal sehen, was das Label so unternimmt. Wir bleiben für Sie am Ball.
Nach dem Ausstieg zum Jahresende von Drummer und Gründungsmitglied Tom Dyba ist die Band Slow Horses sehr froh, einen neuen und adäquaten Schlagzeuger gefunden zu haben. Neuer Verantwortlicher für den beliebten Slow Horses-Groove ist Alex Holtzmeyer aus Nienburg, er ist somit das dritte Mitglied der Hannoveraner Musikszene in der Band.
Alex Holtzmeyer trommelt feinfühlig und geschmackvoll, singt und schreibt Songs, ganz so wie sein Vorgänger. Er stellt alle seine anderen Bandprojekte zukünftig weit in den Hintergrund und ist somit ab Februar 2009 hundertprozentiges Slow Horses-Mitglied. Damit ist weiterhin gewährleistet, dass Slow Horses die Ohren der Country-Fans ständig in ihrer A-Besetzung ohne Ersatzleute verwöhnen werden. Das war schließlich einer der Gründe für ihre konstant starke Bühnenpräsenz.
Das Booking der Band für das Jahr 2009 konnte wegen der Umbesetzung erst relativ spät beginnen, doch der (von nun an natürlich ständig wachsende) Tourplan 2009 ist auf der Band-Webseite: www.slowhorses.de – bereits online. Als Highlight sei nur der Auftritt beim diesjährigen Truck Grand Prix Nürburgring genannt. Stolz macht natürlich auch die Einladung zum Hildesheimer Jazztime Festival Pfingsten 2009. Slow Horses sind die erste Country-Band, die zu diesem Jazz Festival eingeladen wurde.
Die junge Dame ist schon einige Jahre dabei, zu den “ersten Adressen” der Countrysängerinnen zählt sie (noch) nicht. Warum eigentlich? Vom Talent her bringt sie alles mit, was vonnöten ist, um ein Top-Star zu werden. Aber wie heißt eine alte Redensart: Gut Ding will Weile haben. So ist Miss White nicht auf den schnellen Erfolg aus, um vielleicht ebenso rasch wieder abzudanken. Sie geht konsequent ihren Weg und setzt darauf, dass Qualität die beste Basis ist für dauerhaften Erfolg.
Joy Lynn White ist mit einer Stimme ausgestattet, die den Hörer nahezu “anspringt”, neugierig macht. Sie benutzt ihre Stimme wie die Klaviatur eines Pianos. So schafft sie es, ein Füllhorn an Gefühlen schon stimmlich über den Hörer auszuschütten. Auch Dank ihrer Fähigkeit, diese Gefühle in Geschichten prächtig umzusetzen und auszudrücken. Es sind freilich keine sensationellen Stories, die Joy Lynn White mitzuteilen hat – doch genau das übt den besonderen Reiz aus. Das ganz private Glück wird Gegenstand eines Songs, dann auch Schmerz und Ärger, die Familie und all das, was Liebe an Schönem und weniger Angenehmen bereit hält. Neuen der 11 Songs hat sie selbst geschrieben! Verpackt hat Miss White gemeinsam mit Produzent Kyle Lehning das alles in einem modernen, frischen Sound, der zwischen druckvollem rockig Eingefärbtem über akustische Passagen bis zu sensiblen Countryklängen reicht.
Wenn das nicht eine tolle Feststellung ist. Darius Rucker (ehemals Leadsänger bei Hootie and the Blowfish) ist von seinem großen Erfolg als Solokünstler im Countrygenre überwältigt. Rucker: “Ich habe mehr Gigs als vorher, so viele Auftritte hatte ich nicht mal mit “Hootie and the Blowfish” zu unserer besten, erfolgreichsten Zeit. Und die Countryfans scheinen die treuesten und besten Fans überhaupt zu sein. Sowas an Loyalität gibt’s nicht im Rock & Pop-Bereich. Wenn die Countryleute einen erst einmal mögen, dann sehr wahrscheinlich für immer. Das finde ich richtig super.” Tja, der Erfolg spricht für seine These. Sein aktuelles Album “Learn to Live” und die ausgekoppelten Singles, laufen wie “geschnitten Brot”.
Sara Evans erblickte das Licht der Welt am 5. Februar 1971 in Boonville, Missouri. Aufgewachsen ist sie zusammen mit weiteren sechs Geschwistern auf einer Farm in der Nähe von New Franklin, ebenfalls in Missouri. Die Familie war sehr arm und für die Eltern war es nicht einfach, jeden Tag eine warme Mahlzeit auf den Tisch zu zaubern. Sie waren sehr musikalisch und musizierten regelmäßig miteinander. Hin und wieder traten sie an den Wochenenden sogar gemeinsam auf, das Geld konnten sie wirklich gut gebrauchen. Mit fünf Jahren erkannten die Eltern, dass Sara die Musikalischste der Familie ist und fingen an die Kleine zu fördern. Mit 16 sang sie bereits mehrmals die Woche in einem Club in Columbia, Missouri.
1991 packte sie ihre Koffer und machte sich auf Nashville zu erobern. Dort in Music City, lernte sie ihren späteren Mann Craig Schelske kennen und zog ein Jahr später mit ihm nach Oregon, sie heirateten 1993. Zwei Jahre später zog Sara wieder nach Nashville um weiter an ihrer noch jungen Karriere zu basteln. Sie sang massenweise Demo-Bänder ein und schickte sie an die verschiedensten Platten-Firmen. Einer der Verantwortlichen, in diesem Fall der Songwriter Harlan Howard, war von Sara sehr angetan und verhalf ihr zu einem Vertrag beim Label RCA.
Tim Mcgraw wird in Zukunft, spekuliert wurde mit dem Jahr 2010, nicht für ein politisches Amt zur Verfügung stehen. Einige Magazine berichteten, dass McGraw für das Amt des Gouverneur’s des Bundesstaates Tennessee im Jahr 2010 kandidieren werde. “Mr. McGraw wird die nächsten Jahre bestimmt nicht für das politische Amt zur Verfügung stehen. Erst wenn seine Kinder aus dem Haus sind und er als Musiker nicht mehr so stark eingebunden ist wie derzeit, dann könnte er sich vielleicht vorstellen, als Kandidat für das Amt des Gouverneur’s zur Verfügung zu stehen”, so McGraw’s Pressesprecher Jessie Schmidt. Da seine Kids, das älteste Mädchen ist erst 11 Jahre, also noch einige Jahre bei “Papa” bleiben, wird’s wohl mindestens noch 8 bis 10 Jahre dauern, bis McGraw politisch aktiv werden könnte.
Mark Meritt gehört längst zum festen Bestandteil der Country Music in Deutschland. Das hat er sicher nicht erwartet als der aus Virginia stammende US-Boy seinen Militärdienst in Deutschland verrichtete. Okay, Musik bestimmte schon immer sein Leben, auch während der Zeit bei “Uncle Sam” aber dass die Musik dazu beitragen würde, in Deutschland zu bleiben, war dann eher ungewöhnlich. Merritt legte sich nicht auf eine bestimmte Musikrichtung fest sondern testete viele Bereiche aus. Geblieben ist er – zumindest zur Zeit – bei Country und artverwandter Musik, Mark Merritt hat sich zu einem anerkannten, erstklassigen Singer & Songwriter entwickelt, dem eigentlich nur noch der nötige Durchbruch ganz nach vorn fehlt. Er weiß, dass man nichts erzwingen kann, dass man Geduld, Beharrlichkeit und den festen Glauben an die eigenen Fähigkeiten benötigt. Und so tourt er durch die Lande, hinterlässt dort, wo er auf einer Bühne steht, ein zufriedenes Publikum, schreibt er weiter seine Songs, sucht ständig einen Weg, der ihn weiter voran bringt und produziert gelegentlich ein Album wie dieses.
Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Sievert Ahrend, mit dem er seit rund einem dutzend Jahren zusammen arbeitet. Live wie im Studio. Zwar trägt die Schreibe deutlich Merritt’s Handschrift aber Ahrend trägt maßgeblich zum Gelingen bei und ist ein unerlässlicher Bestandteil des Sounds. Sie zeichnen gemeinsam oder auch allein für alle Songs verantwortlich, in denen es um Zwischenmenschliches in den unterschiedlichsten Konstellationen geht – nicht ohne ein gelegentliches Augenzwinkern. Feine Songs sind das, deren Texte man im Booklet leicht mitlesen kann. In Zeiten der oft so unsäglich eintönigen Produktionen, die die Country Charts bevölkern, warten die beiden Künstler mit herzerfrischender ebenso traditioneller wie wohlklingender Country Music auf. Sauber umgesetzt mit feinen instrumentalen Akzenten, die vorwiegend von Ahrend gesetzt werden, der bis auf die akustische Gitarre und den Bass alle übrigen Instrumente spielt. Man spürt der Produktion an, dass die beiden Künstler sich blind verstehen und richtig Spaß bei dem hatten, was sie hier anbieten. Das wiederum freut den Hörer.
Am kommenden Sonntag, den 14. Dezember 2008, gibt die texanische Sängerin und Songschreiberin Tish Hinojosa im Knust (Neuer Kamp 30 in Hamburg) ein Konzert. Das Gastspiel wird ein Besonderes, denn sie reist laut Veranstalter mit voller Bandbesetzung an. Tish Hinojosa gehört zur ersten Riege der texanischen Singer & Songwriter. Zu den Musikern, mit denen sie live oder im Studio zusammengearbeitet hat, zählen u.a. Nanci Griffith, Joan Baez, Los Lobos, Dwight Yoakam, Flaco Jimenez, Pete Seeger und Kris Kristofferson. Wenn Sie also am 3. Advent den Abend noch nicht verplant haben, sollten Sie sich das Konzert der sympathischen Künstlerin nicht entgehen lassen.
Als vor einigen Jahren die Nachricht die Runde machte, Tom T. Hall habe sich aufs Altenteil zurück gezogen und wolle das Leben als Pensionär genießen, konnte ich das nicht recht glauben. Dazu hatte ich diesen ungewöhnlichen Künstler als viel zu ideenreichen und aktiven Menschen kennen gelernt. Dass ausgerechnet er daheim auf dem Sofa sitzen und Bücher lesen sollte oder er seinen Blumengarten pflegen würde – völlig undenkbar.
Schon bald relativierte sich dann die Nachricht auch. Tom T. Hall zog sich aus dem stressigen aktuellen Music Business zurück, er wollte nicht mehr auf Tournee gehen, sich nicht mehr dem Konkurrenzkampf um Hits stellen, es ganz einfach ruhiger angehen lassen. Er hat Wort gehalten. Und die Zeit dazu genutzt, das zu tun, woran er Freude hat. Also schreibt er weiter Lieder und Bücher, nimmt gelegentlich auch noch selbst Songs auf und gibt ansonsten jungen Musikern – vor allem der Bluegrass Music – die Chance, ihr Talent zu beweisen. Höchst erstaunlich und vor allem erfreulich, was da so in den Hall eigenen Studios entsteht, fernab allen Kommerzes.
Der Name Mayo ist nicht ganz neu in der Country Music. In den späten 1980ern und frühen 1990ern Jahren machte Danny Mayo als Songschreiber in Nashville von sich reden, der solche Stücke schrieb wie “Keeper Of The Stars” (Tracy Byrd) oder “If I Had You” (Alabama). Als Danny Mayo sich aus Alabama auf den Weg ins gelobte “Country-Land” machte, hatte er auch seine Familie dabei. Zu der gehörte sein Töchterlein, das auf den schönen Namen Aimee getauft war und in Gadsden geboren wurde. Aus diesem Örtchen stammt übrigens auch der legendäre Gitarrist Scotty Moore (geb. 1931), der jahrzehntelang mit Elvis Presley spielte. Es versteht sich von selbst, dass Musik zum Alltag im Hause Mayo gehörte. Die Tochter bekam das Geschehen hautnah mit und ließ sehr bald erkennen, dass sie die künstlerischen Gene des Vaters geerbt hatte. Es heißt, noch ehe sie 10 geworden war, habe sie damit begonnen, Liedchen zu schreiben. Und den Eltern damit verdeutlicht, was sie einmal tun würde.
Jahre später, inzwischen zu einer bildhübschen jungen Frau geworden, war aus Aimee Mayo einer der erfolgreichsten Autorinnen in der Country Music der Gegenwart gereift. Mit Kollegen Mark Lindsey verheiratet, zeigt Aimee Mayo, dass sie das Handwerk ihres inzwischen verstorbenen Vater um einiges perfektionieren konnte. Ihr gelingt es, aus ihrem Herzen zu schöpfen und ihre Geschichten in einfach Worte und eingängige Melodien zu verpacken, die ehrlich und so unschuldig wie ein kristallklarer Frühlingsmorgen sind. Ein Rezept dafür hat sie nicht: “Ich orientiere mich nicht daran, für welchen Künstler ein Lied passen könnte. Ich schreibe über das, was mich gerade bewegt. Dazu brauche ich eine Idee, oft ist das eine plakative Zeile oder Redewendung, die sich als Titel eignet. Der Song schreibt sich danach oft wie von allein.”
In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, kalendarisch bereits der 11. Dezember 2008, zeigt der BR (Bayrisches Fernsehen), die Dokumentation “Gram Parsons – Fallen Angel”. Die Sendung beginnt um 00:30 Uhr, wird im Originalton mit deutschen Untertiteln und im 16:9-Format ausgestrahlt. Film-Info: Am 20. September 1973 verstarb der amerikanische Sänger und Songwriter Gram Parsons im Alter von 26 Jahren an einer Überdosis Heroin in einem Motelzimmer in Kalifornien. Der Film erzählt die spannende Lebensgeschichte eines genialen Musikers, der als Erfinder des Country Rock gilt.
Country Music und Sport haben mehr miteinander zu tun als Manche vermuten. Ein Blick in die Biographien vieler erfolgreicher Country Musiker weist nach, dass sie in der Jugend intensiv Sport getrieben haben. Und das nicht nur der körperlichen Ertüchtigung wegen sondern mit dem Ziel, eine Sportlerkarriere aufzubauen. Meist war dann eine Verletzung Ursache für den Wechsel zur Karriere in der Musik oder der Musik-Virus war einfach stärker.
Noch bevor ich die Country Music für mich entdeckte, stand auch bei mir der Sport im Mittelpunkt – als reines Hobby allerdings. Das Interesse am Sport hat bis heute nicht nachgelassen. So habe ich mir vor einigen Jahren mit zwei Freunden vorgenommen, alle Stadien der drei obersten Fußball-Ligen in Deutschland zu besuchen und dabei Infrastruktur und Service zu testen. Nicht selten wird dann ein Kurz-Urlaub daraus und – wann immer möglich – Live Country Music einbezogen. Auch so lernt man Land und Leute kennen …
John Rich (Big & Rich) ist ab sofort ein verheirateter Mann. Er hat seiner langjährigen Freundin Joan Bush am Samstag während ein kleiner Zeremonie das Jawort gegeben. Laut dem People Magazin wohnten nicht mehr als zwei Dutzend Familienmitglieder der Feier bei. Joan Bush ist ein ehemaliges Model und leidet eine Agentur in Houston. Sie und Rich kennen sich bereits seit mehr als fünf Jahren. Da bleibt ja nur noch “Alles Gute” und viel Glück für die gemeinsame Zukunft zu wünschen.
Thomas Hoyt “Slim” Bryant erblickte am 7. Dezember 1908 das Licht der Welt in Atlanta, Georgia. Heute feiert der Musiker, der sogar noch im hohen Alter Alben veröffentlicht, seinen 100. Geburtstag. Slim Bryant war fast 20 Jahre Gitarrist bei den Georgia Wildcats und arbeitete einige Zeit mit dem berühmten Jimmie Rodgers zusammen. Für Rodgers schrieb er sogar den Song “Mother, the Queen of My Heart”, den er mit ihm in den 1930er Jahren auch im Studio einspielte. Slim Bryant, ein Mann der die Geschichte der Country Music, inklusive den Wandel vom ländlichen “Hillbilly-Image” bis zum modernen “Country”, miterlebte. Happy Birthday, alles Gute Mr. Bryant und viel Gesundheit für die Zukunft.


