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Don Williams: Zeitlose Musik

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Der Mann ist ein Phänomen. Anders kann man es nicht nennen, wenn jemand seit Jahrzehnten die gleiche Musik macht und damit gleichermassen erfolgreich bleibt. Dabei darf man nicht Hit-Plazierungen als Maßstab nehmen, denn gerade in der heutigen Zeit dokumentieren die – für sich betrachtet – in der Regel kurzfristigen Erfolg. Zahllos sind die Namen deren, die mit einem Titel die Charts gestürmt haben, die danach aber kaum noch eine Rolle spielten. Don Williams aber hat dutzende von Hits vorzuweisen, auch wenn die schon ein wenig zurück liegen. Dessen ungeachtet findet der „Gentle Giant“, wie man ihn gern wegen seiner Musik nennt, immer wieder sein Publikum. Nicht nur in Nordamerika sondern auch in Südafrika und vor allem im angelsächsischen Europa und nicht zuletzt auch in Deutschland. Erfreut kann Williams dabei feststellen: „Das Publikum ist nahezu überall gleich. Ich kann mit meinem Programm weltweit auftreten, muss es nicht auf Rücksicht auf geographische Gesichtspunkte umstellen.“ Interessant dabei, dass man auch in Europa auf ein lautes Publikum treffen kann wie man es in meiner texanischen Heimat gern antrifft.“ Noch ein Plus hat der Mann mit der sanften Stimme und der meist einschmeichelnden Musik auf seiner Seite. Eines seiner letzten Alben war ein Live Album, das bei verschiedenen Gelegenheiten mitgeschnitten wurde. Er verfügt über eigens Repertoire, mit dem er locker vier Stunden sein Publikum unterhalten kann, ohne sich wiederholen zu müssen. Thematisch geht es bei ihm fast immer um Gefühle, Beziehungen, um Menschen. Er singt darüber, was jeder von uns fühlt, wie er sich in der Situation fühlt, über Kummer und Schmerz, über Freude, Freundschaft und gibt dabei oft einen positiven Ausblick. Dabei hat er mit seiner Band und seinen Produzenten einen ganz eigenen Sound entwickelt, an dem man ihn sofort erkennt. Ein Sound, bei dem ich herrlich entspannen kann, ein Sound, der den Stress killt, der einfach wohltuend ist. Ich kann diesem Don Williams stundenlang zuhören.

Don Williams

Es spielt aber schon eine Rolle, in welchem Umfeld man sich seine Musik anhört. Lebhaft in Erinnerung geblieben ist mir die erste Begegnung mit dem einfühlsamen Künstler aus Corpus Christi. In den 70er Jahren boten die US Clubs in Deutschland demjenigen, der Beziehungen hatten, immer wieder Gelegenheit, amerikanische Künstler live zu erleben. Gewöhnlich geht es in diesen Clubs so zu wie Amerikaner in der Heimat oft sind: laut, locker, lebhaft. Nicht unbedingt das Ambiente für ein Konzert. Ein Don Williams auf der Bühne, egal wo diese sich gerade befindet, das bedeutet immer ein Konzert. Dass ein solcher Künstler nicht in einen NCO Club passt, sollte sich bald zeigen. Ziemlich unmissverständlich forderte er die Leute im Club auf, ihm zuzuhören, ansonsten werde er seinen Auftritt beenden. Er sei nicht gekommen, Leuten seine Songs zu singen, die daran offenbar nicht interessiert seien. Diese Worten zeitigten Wirkung – der damals noch keineswegs zum Star aufgestiegene Don Williams hatte fortan die ungeteilte Aufmerksamkeit seines Publikums. Einen Don Williams im Konzert zu erleben ist in der Tat ein Erlebnis. Der Mann ist eine solche Persönlichkeit, dass er auf der Bühne nichts weiter braucht als seine Band, eine gute Akustik und seine Songs. Kaum einmal redet er mehrere Sätze, optischen Schnickschnack kennt er nicht. Er singt ganz einfach nur seine Songs, einen nach dem anderen. Da springt der Funke über, er hat eine Ausstrahlung, der man sich nicht entziehen kann. Ich habe das Gefühl, er weiss instinktiv, welchen Song er genau jetzt singen muss, an welcher Stelle seines Vortrages ein paar Worte passend sind. Keine Erklärungen, Witzchen – Don Williams kommuniziert durch seine Musik mit dem Publikum.

Wenn man ihn dann so sieht, ganz bescheiden und beifallumrauscht, mag man sich nicht vorstellen, dass ihn irgendetwas aus der Ruhe bringen kann. Aber Mr. Williams ist auch nur ein Mensch – diejenigen, die mit ihm im Studio arbeiten, kennen auch die andere Seite. Wenn etwas nicht so läuft, wie er es gern hätte, kann er ganz schön grantig werden. Das ist nicht immer reines Zuckerschlecken. Der Erfolg aber hat allen Beteiligten Recht gegeben. Don Williams hat alle Trends und Umbrüche in der Country Music überstanden. Er macht immer noch die Musik, die wir seit nahezu 30 Jahren von ihm kennen und schätzen. Dabei wird er nicht müde, seine Klassiker immer und immer wieder zu singen, von denen er eine ganze Reihe auch selbst geschrieben hat.. Es sind, so sagt er, ehrliche Songs, die seine Philosophie ausdrücken. Es sind seine Gefühle und denen lässt er gern freien Lauf. Inzwischen auch gut über 60 läßt Williams es ruhiger angehen. Um die 80 Konzerte im Jahr reichen da völlig aus. Er hat sein Leben und seinen Beruf in der Balance. Seine Privatsphäre ist ihm stets überaus wichtig gewesen. Das war und ist seine Zuflucht, die schützt er mit allen Mitteln – Fans und Medien respektieren das. Auch eine Referenz an einen ungewöhnlichen Künstler. Für die Boulevardpresse war Don Williams stets ein Langweiler. Seine Gattin Nancy, mit der er gut 40 Jahre verheiratet ist, sei sein Lebensborn. Ohne sie hätte er es nie soweit gebracht, beteuert Williams. Er zahlt es ihr und dem Rest der Familie zurück, indem er seinen Liebsten nie das Gefühl gegeben hat, seinen Beruf, der auch seine Passion ist, könnte ihm wichtiger sein. Konsequent tritt er zum Ende eines jeden Jahres einen ausgedehnten Urlaub an (meist auf Hawaii) und ist für den Rest der Welt erst wieder ab März zu sprechen.

My Heart To You

CD: „My Heart To You“
Erscheinungsdatum: 2004
Label: AGR Television Records

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Trackliste:

01. Running In The Fast Lane
02. Fly Away
03. I’ll Be Faithful To You
04. Oh Misery
05. My Heart To You
06. One Like Me
07. The Rose
08. When I Am With You
09. Get Away
10. Wonderful Tonight
11. Years From Now
12. If You Could Read My Mind (Bonus Track)
13. Fever (Bonus Track)
14. Some Broken Hearts Never Mend (Live) (Bonus Track)

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