Meldungen

The Outlaw’s Prayer: Billy Sherrill & Glen Sutton

Country.de - Online Magazin bei Facebook

Anzeige - Brett Eldredge - Sunday Drive: Hier bestellen

Dies mag das ungewöhnlichste Lied sein, das ich bisher für die Serie „Story zum Song“ ausgesucht habe. Es war weder ein richtiger Hit noch existiert es in vielen Versionen. Aber es ist einfach ein ganz bemerkenswerter Song. Ein Lied, das man als Nachweis heranziehen kann, dass sich Country Music sehr wohl mit aktuellen, zeitkritischen Themen auseinander setzt. Dass Country Music durchaus in der Lage ist, der Gesellschaft den Spiegel unter die Nase zu halten, auch wenn vielen Zeitgenossen es nicht passt, was sie dort dann entdecken.

In diesem Lied greifen die Autoren ein Thema auf, um das viele andere eine großen Bogen machen. Noch dazu haben Billy Sherrill und Glen Sutton einen Interpreten gefunden, dem man ein solches Lied nicht zutraut. Ausgerechnet Johnny Paycheck, alles andere als ein zahmer Bursche, aber eben ein „Bilderbuch-Outlaw“ verlieh dem „Gebet des Gesetzlosen“ durch seine einfühlsame und hintergründige Interpretation noch mehr Wirkung. The Outlaw’s Prayer – erzählt wird die Geschichte eines Musikers, der den freien Tag dazu nutzen will, nach langer Zeit mal wieder eine Kirche aufzusuchen. Kaum im Gotteshaus komplimentiert man ihn höflich aber mit Nachdruck wieder hinaus. Einen Mann mit schwarzem Hut, Jeans, Vollbart und langen Haaren will man nicht in der feinen Kirchengesellschaft. Man möchte unter Seinesgleichen bleiben, auch in der Kirche.

Das aber kann unser Sänger nicht akzeptieren, denn Johannes der Täufer hätte keine Chance und selbst Jesus würde dann heute nicht in sein eigenes Haus dürfen, käme er zurück. Dabei sollte das Haus Gottes doch allen Menschen offen stehen. So adressiert er sein Fazit an Gott und meint, wenn ein Straßenkreuzer, das Bankkonto und die Kleidung den Ausschlag geben, dann wird er nie mehr in die Kirchen gehen dürfen. Er kann sich seinen Namen ja mal merken, falls sich die Dinge mal ändern, um ihn dann zu informieren. Hier muß man einfach den Originaltext heran ziehen, denn die Worte sind mit solchem Bedacht gewählt und gesetzt, dass man sie nur schwer gleichwertig übersetzen kann.

Anzeige - Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!