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Jason Aldean: Manchmal kommt es anders …

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Countrysongs erzählen oft Geschichten von zerplatzten Träumen und vom Leben gebeutelten. Jason Aldean ist, was das betrifft, ein Countrysong. Er kennt nämlich diese Situation aus eigener Erfahrung und stand unmittelbar vor dem Abgrund. Resignation hatte sich breit gemacht, alle Versuche hatten sich als Sackgasse erwiesen – dabei war er so hoffnungsvoll in Richtung einer Karriere als Countrysänger gestartet.

Die Situation, wie sie sich für Jason Aldean stellte, irgendwann 2003: Kündigung von seiner Plattenfirma, auch als Songschreiber ohne Anstellung, Hypotheken zu zahlen für Haus und Auto und, das Wichtigste, für ein Baby zu sorgen. Dem standen düstere berufliche Aussichten entgegen – und das nach fünf Jahren durchaus gezielter Arbeit in Nashville. Jason Aldean bekam die Unwägbarkeiten des Showbusiness mit ziemlicher Härte zu spüren – fünf Jahre, an deren Ende nichts als Erfahrung und ein zerbrochener Traum standen.

Jason AldeanWas macht man in einer solchen Situation – man resigniert und geht unter oder man versucht einen neuen Start. Für Aldean bot sich die zweite Möglichkeit, denn ihm kam etwas zu Hilfe, das wie ein Motiv seiner Erfahrungen aussah: ein „zerbrochener Bogen“. Denn das Indie Label Broken Bow hatte gute Erfahrungen gemacht mit Leuten wie Craig Morris und Joe Diffie, es traute diesem Jason Aldean ganz einfach mehr zu als das, was bisher erreicht hatte.

Ein dankbarer Aldean dazu: „Ich war verzweifelt, hin- und hergerissen. Ich war kurz davor, die Brocken hinzuschmeißen und zurück nach Georgia zu gehen. Depressiv und frustriert hatte ich mir ausgemalt, welche Jobs ich würde verrichten können, denn mit Musik würde ich dann nichts mehr beruflich zu tun haben wollen …“

Auch wenn es sich wie ein Rettungsanker darstellte, Aldean musste nicht geringe Risiken eingehen, denn er konnte immer noch alles verlieren. Die Rechnungen hatten sich schließlich nicht in Luft aufgelöst. Aber er würde es sich nie verziehen, wenn er diese, vermutlich letzte Chance, sich seinen musikalischen Traum zu erfüllen, nicht nutzte. Die Rückendeckung seiner Frau gab den Ausschlag.

Inzwischen sind Monate vergangen, das Blatt hat sich zum Besseren gewendet und wenn es so weiter geht, sogar zum Guten. Auf seinem Debüt-Album „Jason Aldean“ für Broken Bow hören wir einen Sänger, der in Balladen schwelgt und – sofern man es sich nicht einbildet, mit einer Extra-Portion Hingabe und Emotion singt. Wohl wissend, wass er sich in einer besonderen Situation befand.

1977 in der Gegend von Macon, Georgia geboren, lief sein bisheriges Leben immer mit Country Music konform. Zwar wuchs er bei der Mutter auf aber vom Vater, mit dem er trotz der Scheidung der Eltern viel Zeit verbringen konnte, hat er den Virus Country Music geerbt. Daddy zeigte ihm, wie man Gitarre spielt, er nahm ihn mit zu Countrykonzerten, sie sangen gemeinsam die Songs der Merle Haggard bis Kenny Rogers. Aldean Jr. entdeckte später George Strait, Hank Jr., Alabama und begann, ihnen nachzueifern. Auch die Mutter unterstützte die musikalischen Ambitionen des Filius und so stand er als Teenager dann irgendwann auf einer Bühne, stieg mit 15 in eine Band ein und machte sich nach Abschluss der High School sofort daran, Countrysänger zu werden. Daddy wurde so etwas wie sein Manager, für Jason Aldean begann das unstete Leben eines Countrysängers – aber so unbeleckt wie er war machten ihm die Strapazen nichts aus. Er fand das Leben jetzt richtig toll. Zumal er aufgrund seiner prägnanten Tenorstimme und den eigenen Songs, die er unterdessen schrieb, viel Zuspruch erhielt.

Erstes Schnuppern in Nashville stand an, Aldean nahm ein Demoalbum mit acht eigenen Songs auf. Dann entdeckten ihn Talentscouts und überredeten ihn zum Umzug nach Music City USA. Mit 21 tauchte er dort auf und … „ich dachte, das ist Klasse. Kaum dort, bekam ich einen Plattenvertrag. Aber dann kam es knüppeldick. Ehe sich was entwickeln konnte, war ich wieder draußen, unterschrieb bei einem anderen Label, doch dort gab es erst gar keine Sessions. Drei Jahre folgten, in denen ich von der Hoffnung und der Hand in den Mund lebte. Drei Jahre, die ich Niemandem wünschen möchte!“ 2003 heiratete er seine Jessica, bald stellte sich Nachwuchs ein – aber keine wirkliche berufliche Chance. Nur weil Jessica in einer Bank arbeitete und regelmäßiges Geld heim brachte, hielten sich die Aldeans über Wasser. Dann kam das Angebot von Broken Bow und damit zumindest die vorläufige Rettung. Auch wenn mit einem Plattenvertrag sich die finanzielle Situation nicht so rasch ändert (wie er aus eigener Erfahrung wusste) hat er die Zwischenzeit überstanden.

Jason Aldean präsentierte ein Album, das durchgängig gut ist. Neben eigenen Songs wurden passende Lieder anderer Autoren gesucht und gefunden. Im Mittelpunkt steht bei allen Titeln seine wandlungsfähige, ausgesprochen angenehme Stimme. Es macht richtig Laune, seinen Geschichten zuzuhören. Da fragt man sich, warum seine früheren Firmen dieses Talent nicht nutzten. Vielleicht passte er nicht in das Marketing Konzept, bei dem ich immer wieder den Eindruck gewinne, nicht das musikalische Talent steht dabei im Vordergrund sondern nur ob sich das „Gesamtpaket“ vermarkten lässt. Und dabei spielen leider andere Faktoren oft genug eine größere Rolle. Gott sei Dank für Jason Aldean und die Country Fans gibt es noch Firmen, die ein Sänger-Talent erkennen und genau dieses fördern. So sieht die Zukunft für Jason Aldean nun sehr viel rosiger aus …

   
Jason Aldean
CD: „Jason Aldean“
Erscheinungsdatum: 2005
Label: Broken Bow Records

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Trackliste:

01. Hicktown
02. Amarillo Sky
03. Why
04. Even If I Wanted To
05. Lonesome USA
06. Asphalt Cowboy
07. I’m Just A Man
08. You’re The Love I Wanna Be In
09. Good To Go
10. I Believe In Ghosts
11. She Loved Me

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