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Dierks Bentley (Biografie)

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Obwohl er in den vergangenen drei Jahren die Erfolgsleiter weit nach oben geklettert ist und inzwischen zu den beliebtesten jungen Country-Acts in Amerika zählt, hat Dierks Bentley die Bodenhaftung nicht verloren. Starallüren sind dem sympathischen Lockenkopf völlig fremd. Den Auftritt in einem verräucherten kleinen Club zieht er jeder Gala im besten Haus am Platze vor, statt Designerklamotten trägt er weiterhin Baumwollhemden und verwaschene Jeans, ein Bier vom Fass schmeckt ihm nach wie vor besser als Champagner.

Der Sänger und Songschreiber arbeitet hart, ist ständig auf Tournee und will es auch gar nicht anders haben, selbst wenn er wegen der nicht enden wollenden Konzertreisen auf gewisse Dinge verzichten muss. Dass all dies authentisch ist, begreift man, sobald man einen Blick in Dierks Bentleys Terminkalender geworfen hat. An dreihundert Tagen im Jahr ist er unterwegs, kreuz und quer durch die Bundesstaaten. Zweihundert Mal steht er auf der Bühne, die restlichen Tage auf Achse widmet er der Promotionarbeit.

Dierks BentleyIn seiner Wahlheimat Nashville, Tennessee hält sich der emsige Künstler mittlerweile nur noch so selten auf, so dass er sein Haus kurzerhand verkauft hat. Ein Hausboot am Percy Priest Lake genügt ihm und seinem Hund Jake für die kurzen Stippvisiten als Domizil. Die Zeit des leidenschaftlichen Tourmusikers ist derart knapp bemessen, dass selbst für die Einspielung des aktuellen Albums „Modern Day Drifter“ nur eineinhalb Wochen freigeschaufelt werden konnten.

Interessant ist, dass Bentley erst relativ spät zum Countrygenre konvertierte. Als Jugendlicher in Phoenix, Arizona favorisierte er noch Rock und Disco, träumte wie seine Altersgenossen von einer Karriere à la Billy Idol oder Van Halen. Country hörte er allenfalls mal in Dads Autoradio oder in einer Folge der Fernsehreihe „Hee Haw“. Erst mit siebzehn nahm Dierks, der am 20. November 1975 das Licht der Welt erblickte, das erste Mal Country Music bewusst wahr. Ein Freund spielte ihm damals den Song „Man To Man“ vor, in dem Hank Williams Jr. das imaginäre Gespräch zwischen einem Sohn und seinem verstorbenen Vater wiedergibt. „Dieser Augenblick hat meine Einstellung total geändert“, erinnert sich Bentley. „Irgendetwas machte ‚klick‘ und ab dem Zeitpunkt liebte ich Country Music.“

Er begann mit dem Songschreiben, brachte sich selbst das Gitarrespielen bei und zog zwei Jahre später nach Nashville. Die ersten Schritte in eine eigene Karriere waren jedoch nicht besonders befriedigend. Immer wenn dem 19-jährigen das harte Geschäft in der „Music City“ zuviel wurde, ging er ins Station Inn, Nashvilles sagenumwobene Bluegrass-Bar, und schon war das Feuer in ihm wieder entflammt. „Gott sei Dank bin ich da hingegangen! Bluegrass gab mir ein Fundament. Ich dachte: Diese Leute, diese Musik, dieses Gebäude – darauf baue ich auf.“ Jeden Dienstagabend saß er ganz vorn und schaute sich die Hausband The Sidemen mit ihrem Leadsänger Terry Eldredge an. „Ich saugte alles auf, was er machte“, sagt Dierks, der selbst nie Gesangsunterricht nahm. Stattdessen befolgte er lieber die Tipps von Eldredge, er riet ihm: „Hör es in deinem Kopf, lass es durch dein Herz gehen und dann aus deinem Mund kommen.“

Bentley studierte nahezu besessen die Geschichte der Country Music. Er füllte Aktenordner um Aktenordner mit Songklassikern, allesamt von ihm handschriftlich übertragen, analysierte die Phrasierung und Aussprache unsterblicher Textverse von Willie Nelson, George Jones und Waylon Jennings. Er setzte sich zum Ziel, noch vor dem 23. Geburtstag im berühmten Bluebird Café aufzutreten – und schaffte es ein paar Wochen vor dem Termin. Bentley gründete eigene Bands, trat in Kneipen und Bars auf. Als er dann das Gefühl hatte, genug über das Business und die Countryhistorie zu wissen, nahm er ein Demotape auf. Sein Stil, eine Mischung aus traditionellem Bluegrass und modernem Country, aus Honky Tonk, Bakersfield-Twang und Rockanklängen kam bei den Verantwortlichen von Capitol Nashville so gut an, dass sie ihm einen Plattenvertrag anboten.

Der Rest ist – wie es so schön heißt – Geschichte. Bentleys Debütsingle „What Was I Thinkin'“ eroberte Platz 1 der Charts, der nach ihm betitelte Albumerstling fand eine Million begeisterte Käufer und wurde mit Platin legiert. Der verdiente Lohn für diesen Einstand nach Maß bestand in Auszeichnungen wie der zum „Top New Artist Of The Year“ (Billboard), „Best New Artist“ (Academy Of Country Music) oder dem „Flameworthy Award“ für das Durchbruchsvideo eines jungen Künstlers (Country Music Television). Später folgte die nächste Ehrung, die Country Music Association verlieh Dierks Bentley den „Horizon Award“ (2005). Ein Preis, der alljährlich an denjenigen Musiker verliehen wird, der künstlerisch am meisten gewachsen ist und sich am sinnfälligsten weiterentwickelt hat. Mit dem Horizon Award im Rücken könnte der Stern von Dierks Bentley noch schneller aufgehen. Im Countryfach ist er nun endgültig eine anerkannte Größe. Der Berufsreisende mag ohne richtiges Zuhause sein, im Country-Olymp dürfte er sich umso heimischer fühlen. Denn spätestens mit seinem neuen Album ist ihm dort ein Platz sicher.

   
Greatest Hits: Every Mile A Memory
CD: „Greatest Hits: Every Mile A Memory“
Erscheinungsdatum: 2008
Label: Capitol Nashville

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Trackliste:

01. Free And Easy (Down The Road I Go)
02. Trying To Stop Your Leaving
03. Sweet & Wild
04. Come A Little Closer
05. How Am I Doin’
06. Every Mile A Memory
07. My Last Name
08. Lot Of Leavin’ Left To Do
09. With The Band
10. Settle For A Slowdown
11. What Was I Thinkin’
12. Long Trip Alone
13. So So Long (Live)
14. Come A Little Closer (Live)
15. Lot Of Leavin’ Left To Do (Live)
16. Wish It Would Break (Live)
17. Free And Easy (Live)

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