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Dolly Parton (Biografie)

Truck Stop 2018

Dolly Parton erblickte am 19. Januar 1946 das Licht der Welt im kleinen Ort Locust Ridge, in der Nähe von Sevier County, Tennessee. Sie war das vierte von zwölf Kindern, in deren Adern holländisches, irisches und Cherokee-Blut floß. Ihr Vater war nur ein einfacher Farmer und verdiente sich hin und wieder etwas als Bauarbeiter dazu, deshalb herrschte ständig Geldnot im Hause Parton. Dolly musste, so wie alle Kinder der Partons, schon als Kind mit zum Unterhalt der Familie beitragen.

Ihr grosser Traum mal eine berühmte Sängerin zu werden, ging ihr schon damals nicht aus dem Kopf. Mit elf Jahren trat sie im Radio von Knoxville auf, den ersten Plattenvertrag unterschrieb sie mit 13 Jahren. Ihre erste Single war „Puppy Love“. 1964 beendete Dolly Rebacca Parton, so ihr voller Name, die High School – sie war die erste in ihrer Familie, die die Schule mit Diplom abschloß.

Dolly Parton

Noch am selben Tag setzte sie sich in den Bus nach Nashville, wild entschlossen, den scheinbar unerfüllbaren Traum wahr zu machen, als Countrysängerin ein großer Star zu werden. Am ersten Tag im Mekka der Countrymusik, Nashville, lernte sie Carl Dean kennen, mit dem sie bis 2001 verheiratet war.

1967 wurde Dolly Parton Mitglied von Porter Wagoners „Wagon Masters“, mit denen sie die nächsten sieben Jahre in der „Grand Ole Opry“ auftrat, auf Tournee ging und Alben aufnahm. 1974 kam der Bruch und Dolly Parton startete ihre Solokarriere in einer Branche, die noch deutlich von Männern dominiert wurde. Die bittere Trennung von Porter Wagoner verarbeitete sie später in einer Ballade „I Will Always Love You“ – der Song, den Whitney Houston (Soundtrack zu Bodyguard) fast 20 Jahre später zu einem der am häufigsten gespielten Musiktitel überhaupt machte, war schon 1974 die Nummer eins in den Country-Charts.

Die Originalfassung ist bis heute eine von Dolly Partons bewegensten Aufnahmen. Sie selbst nahm den Song später für den Soundtrack von „Das schönste Freudenhaus in Texas“ noch einmal in einer poppigeren Variante auf und wurde damit zur ersten Künstlerin der Geschichte, die mit demselben Song zweimal die Charts anführte. Ein drittes Mal sang sie „I Will Always Love You“ 1995 im Duett mit Vince Gill auf ihrem Album „Something Special.“

„Dumb Blonde“, „Something Fishy“, „Joshua“, „Jolene“, „Down From Dover“, „Coat Of Many Colors“ und „Bargain Store“ hießen die frühen Hits der Sängerin und Songwriterin Dolly Parton, die schon Ende der 1970er Jahre ein Medienstar war. Mit dem Song „Down From Dover“ erregte Dolly das erste Mal großes Aufsehen, denn der Song handelt von einem Mädchen, dass ein uneheliches Kind erwartete. Die Radiostationen boykottierten damals das Lied und somit sorgte Dolly für ihren ersten handfesten Skandal. 1980 gab Dolly Parton dann in der Komödie „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?“ als Südstaaten- Sekretärin neben Jane Fonda und Lily Tomlin ihr Debüt als Kino-Schauspielerin.

Für „Nine To Five“ (9 To 5), den Titelsong zu ihrem ersten Film, wurde sie sogar für einen Oscar nominiert und mit dem Grammy ausgezeichnet. Parton war begeistert: „Wahrscheinlich mein Lieblingsfilm, weil es der erste war. Es war, als wäre ich gestorben und im Himmel. Ich dachte, wie leicht ist das! Warum habe ich so lange gewartet? Ich dachte, solche Drehbücher würde ich immer kriegen, und mit allen Filmen würde es so einfach sein. Das war es natürlich nicht“. Es folgte ein knappes Dutzend Kino- und Fernsehfilme. Schon der nächste Film, „Das schönste Freudenhaus in Texas“, mit Burt Reynolds an ihrer Seite, blieb hinter den Erwartungen zurück.

1984 holte Dolly Parton für „Der Senkrechtstarter“ mit Sylvester Stallone Freunde wie die Pianistin Del Wood aus der Grand Ole Opry in Nashville nach Kalifornien, damit sie in der Komödie auftraten. Parton brachte alle in teuren Hotelzimmern unter, und das Essen ging natürlich auf ihre Rechnung. Trotzdem kochte der ganze Clan im Hotel manchmal selbst. Parton: „Wir sind eben Hinterwäldler, Hillbillies, und es geht nichts über etwas Selbstgekochtes!“ Der Film war weltweit ein Flop, so dass sich die 20th Century Fox in Deutschland entschloß den Film nur auf Video zu veröffentlichen.

1986 kaufte Dolly Parton einen kleinen Vergnügungspark fünf Meilen von ihrem Geburtsort entfernt und verwandelte ein schlafendes Bergnest in den Smoky Mountains in „Dollywood“, ein mehr als 400 Quadratkilometer großes boomendes Touristenzentrum mit Themenpark, Musik und Museum. Nur eines der wirtschaftlichen Standbeine des Country-Stars. Parallel gründetete Dolly mit Sandy Gallin ihre erste eigene Film- und Fernsehproduktion mit dem Namen Sandollar (Zusammengesetzt aus den beiden Namen). Diese produzierte unter anderem „Dolly“, eine halbstündige Talk und Musikschow, die von Dolly moderiert wurde sowie die Kinofilme „Buffy, der Vampirkiller“ und die „Vater der Braut“- Filme.

Die Fortsetzung zu „Warum eigentlich … bringen wir den Chef nicht um?“, wiederum mit Jane Fonda, Lily Tomlin und Dabney Coleman, mit dem Titel „Jury Duty“ lehnte die 20th Century Fox damals ab. Die Rechte schlummern noch immer in Dolly’s Archiv. 1994 veröffentlichte sie ihre Autobiographie „My Life And Other Unfinishod Business“ und schrieb das Kinderbuch „Coat Of Many Colors“ nach ihrem gleichnamigen Song. In den frühen Neuzigern brachte sie bei Revlon eine eigene Kosmetikserie heraus, und dass Perücken sich unter ihrem Namen immer noch hervorragend verkaufen, verwundert genauso wenig wie die Tatsache, daß sie immer noch eine Platte nach der anderen aufnimmt.

Im Kino war Dolly Parton 1989 in „Magnolien aus Stahl“ als Besitzerin eines Frisiersalons neben Sally Field, Shirley MacLaine, Daryl Hannah, Julia Roberts und Olympia Dukakis zu sehen und 1992 in „Sag’s offen, Shirlee“ als bodenständige Zufalls-Radio-Psychologin an der Seite von James Woods. „Ich habe seit langem keine guten Drehbücher mehr angeboten bekommen. Und irgendetwas nicht wirklich Gutes will ich nicht machen. Also habe ich weiter Songs geschrieben.“ Dolly Parton ruht sich keineswegs aus auf ihren vier Grammy Awards, acht Country Music Association Prizes und unzähligen anderen Auszeichnungen. Nach „Hungry Again“ (1998) erschien im Frühling 1999 das hochgelobte Album „Trio II“, die Fortsetzung des gemeinsamen Plattenerfolges mit Linda Ronstadt und Emmylou Harris aus dem Jahr 1987.

Dolly Parton pendelt zwischen drei Häusern in Nashville, zweien in Los Angeles und einem Appartement in New York, plant (immer mal wieder) Fernsehserien und -filme, Broadway- Musicals und schreibt unermüdlich Songs. „In mir ist noch viel Leben und Liebe, und ich werde jede Sekunde davon genießen. Ich habe das Gefühl, ich mache gerade die beste Arbeit meiner Karriere.“ Dolly Parton gilt inzwischen als sehr geschäftstüchtig. Sie ist die unumstrittene „Queen Of Country Music“.

Dolly Parton: Backwoods Barbie

CD: „Backwoods Barbie“
Erscheinungsdatum: 2008
Label: Universal

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Trackliste:

01. Better Get To Livin‘
02. Made Of Stone
03. Drives Me Crazy
04. Backwoods Barbie
05. Jesus & Gravity
06. Only Dreamin‘
07. The Tracks Of My Tears
08. The Lonesomes
09. Cologne
10. Shinola
11. I Will Forever Hate Roses
12. Somebody’s Everything

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