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Tabea Anderfuhren & Aaron Till: Konzert in Großkötz

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Die junge Sängerin Tabea Anderfuhren aus der Schweiz und der bekannte Fiddler Aaron Till aus den USA waren am Samstag, den 29. November im Rahmen ihrer einmonatigen gemeinsamen Europatournee zu Gast in Großkötz. In der dortigen Sportgaststätte sangen und spielten sie für ein entzücktes Publikum, das die Gäste nicht ohne mehrere Zugaben weiterreisen ließ.

Aaron Till war von 1998 bis 2006 der Fiddler in der Band von Mark Chesnutt. In den 1990er Jahren gehörte Chesnutt zu den erfolgreichsten Hitjägern der Countryszene in Amerika. Als Begleitmusiker von Todd Fritsch hatte Aaron Till im August 2006 in der Schweiz gespielt und die dort aktive Countrysängerin Tabea Anderfuhren kennengelernt, deren damaliger Fiddler von Aaron Till geschwärmt und Tabea auf diese Weise zum Konzertbesuch bewegt hatte. Nach dem Gastspiel von Todd Fritsch hatte Tabea Aaron Till angesprochen. Seither ist kaum ein Tag vergangen, an dem die beiden nicht miteinander korrespondiert haben oder gemeinsam auf Tournee waren. Tabea Anderfuhren hat im Rahmen eines Besuchs in Nashville, Tennessee ihre CD „Who Can Ever Tell“ eingespielt, produziert von Aaron Till, der auch als Musiker agierte und befreundete Topmusiker mit an Bord brachte, die im Übrigen u.a. auf der diesjährigen Grammy-CD „The Bluegrass Diaries“ von Jim Lauderdale mitwirken.

Dieses wunderbare Album war für Tabea Anderfuhren und Aaron Till die Eintrittskarte für eine ausgedehnte gemeinsame Tour durch Europa. Die Country & Western Friends Kötz als Veranstalter waren mit dem internationalen Duo mehr als glücklich, und am Rande war zu erfahren, dass die Vorfahren von Aaron Till 1737 aus der Gegend von Basel nach South Carolina gekommen waren. Aaron Till selbst ist in Jacksonville, Florida geboren, lebt aber inzwischen in Music City Nashville. Dort hat er sich in den vergangenen beiden Jahren einen hervorragenden eigenständigen Namen gemacht als Musiker und hat inzwischen Engagements in Las Vegas und auf allen Bühnen, die virtuos gespielten Bluegrass und akustischen Swing präsentieren wollen. Tabea Anderfuhren, im Umland von Zürich aufgewachsen, sang zu Beginn die Richard-Dobson-Komposition „Hills Of Kosovo“, Dobson hat die traurige Geschichte einer ehemaligen Nachbarin verarbeitet, die von ihrer Familie zwangsverheiratet wurde in die Schweiz. Mit viel Elan folgte der Buck-Owens-Klassiker „My Heart Skips A Beat“, wo Aaron Till die Gitarre bediente. „Too Many Choices“ war eine Eigenkomposition von Tabea, die ihre persönlichen Eindrücke und Erlebnisse nicht so sehr dem Tagebuch anvertraut, sondern in Liedern festhält. Aaron Till schrieb für Tabea das autobiographische „Half World Away“, wo es u.a. heißt „You Have The Power To Make Someone Want You Over An Ocean Away“.

Diese tragfähige Verbindung sorgte für drei Sets in Kötz, wo für Tabea Gelegenheit war, den Titelsong ihrer CD vorzustellen, und Aaron Till eine Jodeleinlage bringen konnte. Die Lacher hatte er auf seiner Seite, als er die erste Schallplattenaufnahme, die er je gehört hatte, nachsang, so, wie sie von der Platte klang, mit allen Hüpfern der Nadel, „Tennessee Waltz“. Das grandiose Irish Medley, von Aaron virtuos auf der Fiddle gespielt und von Tabea an der Gitarre begleitet, sorgte für weitere Begeisterung und der Kontakt zwischen Publikum und Künstlern wurde auch durch die zahlreich eingestreuten Anekdoten gefördert. Tabea hat z.B. erzählt, dass ihr ehemaliger Freund beim Anhören ihrer CD sofort das Lied entdeckte, das Tabea geschrieben hat, nachdem sie ihn nicht mehr so sehr mochte, „How Could I Give Up Myself“. Aaron Till überzeugte in Marty Robbins‘ „Devil Woman“ und als er seine Mandoline an den zufällig im Publikum befindlichen Helmut Limbeck von der Cripple Creek Band weiterreichte, gab’s einige Nummern im Trio, z.B. „Orange Blossom Special“. Bei „Lonesome Feeling“ kamen die Duettgesänge von Tabea und Aaron zur Geltung, Aaron hat eine ausgezeichnete Tenorstimme, Tabea ohnehin eine der schönsten weiblichen Stimmen in Europa, klar und warm zugleich. Mit Tom Paxton’s „The Last Thing On My Mind“ und „The Irish Blessing“ endete der Abend im frenetischen Beifall der Gäste, die am 04. April 2009 ab 19:00 Uhr Gelegenheit haben, das geniale Duo erneut zu erleben, dann im Rahmen der 13. Bluegrass & Country Night anlässlich des St. Patrick’s Day in der Lindenhalle Ehingen (Donau).

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!