Meldungen

Texas Heat: One-Trick Pony

Country.de - Online Magazin bei Facebook

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!

Regelmäßig werde ich gebeten, mir eine einheimische Produktion kritisch anzuhören und meine Meinung darüber kund zu tun. Leider will man dann meist diese Meinung nicht mehr hören, wenn sie nicht positiv ausfällt. Dabei frage ich mich oft genug, ob eine solche Produktion wirklich ernst gemeint ist, wenn es an Vielem mangelt, was ein Album mitbringen sollte, um zu gefallen. In der Regel fängt das schon bei unüberhörbaren technischen Mängeln an.

Diese Produktion ist eine Ausnahme, auch wenn man ihn deutlich anhört, dass sie nicht in einem teuren Studio aufgenommen wurde. Das Album gefällt durch andere, simple Effekte, die eigentlich so normal sein sollten, dass man sie gar nicht erwähnen müsste. Das fängt mit Authentizität und Ehrlichkeit an – was hier zu hören ist, das ist 100% Texas Heat und von der Band auch so live umsetzbar. Die CD trägt die persönliche Handschrift vor allem des musikalischen Kopfes von Texas Heat: Bernd Wolf. Ich kenne ihn bereits von seiner Jugend an, er ist mir als jemand in Erinnerung, der Alles über Country Music lernen wollte. Nicht nur diese Musik machen, nein, er wollte Alles über sie in Erfahrung bringen.

Längst ist er ein Kenner und Fachmann in Sachen Country Music geworden. Wolf orientierte sich von Anfang an an seinen amerikanischen Vorbildern, er ging beinahe bei ihnen in die Lehre. Dass Johnny Cash sein „Gott“ ist (den er durchaus auch kritisch betrachtet), ist nicht zu überhören. Einige Songs des Albums bewegen sich voll im Cash-Fahrwasser, sie passen aber hierher, weil es den Musiker Bernd Wolf ohne Johnny Cash nicht geben würde … „Old Black Record“ erklärt alles Weitere dazu.

Das Klangbild des Albums wechselt zu verschiedenen Stilrichtungen der Country Music, Western swing Einflüsse, Besinnliches, Balladen. Einige der Songs kennt man bereits, sie wurden für dieses Album aber komplett überarbeitet – es hat sich gelohnt.

Das größte Kompliment möchte ich aber dem Songschreiber Bernd Wolf machen. Von ihm stammen alle 14 Titel (nur bei „Stars Over Texas“ stand ihm Hans-Peter Schäfer zur Seite). Es von der Thematik und vom Feeling her lupenreine Country-Songs, die ebenso gut von amerikanischen Top-Autoren geschrieben sein könnten. Hier zeigt sich, dass Wolf ein guter Schüler war und ist, der jede Gelegenheit nutzt, von denen zu lernen, die mit Country Music im Blut geboren wurden. Er schreibt und singt über sich, sein Leben, seine Erfahrungen, seine Neigungen – das ist echt, das ist ehrlich und kommt an, weil wir ihn verstehen. Er ist eines von uns, der uns an sich teilhaben lässt.

Nun ist Texas Heat nicht nur Bernd Wolf. Mit Pit Lenz, Thomas Naatz und Ralf Müller gehören Mitstreiter dazu, die sich toll ergänzen. Sie tragen ihr Scherflein zum Gelingen dieses Albums bei. Denn auf Gastmusiker wurde bis auf 3 Songs verzichtet. Texas Heat will gute, gradlinige, ehrliche Country Music machen – es ist ihnen gelungen. Die lange und intensive Arbeit an dieser Produktion hat sich gelohnt. Zur CD gehört auch ein handwerklich gut gemachtes Booklet, das alle Songtexte beinhaltet.

Fazit: Ich habe dem „Freak“ Bernd Wolf viel zugetraut, allein wegen der Hartnäckigkeit, mit der er an seinem Traum bastelte, umso mehr freut es mich, dass ihm mit seiner Gruppe und diesem Album ein Ausrufezeichen gelungen ist. Möge ihm die Energie und die Kraft beschieden sein, in dieser Richtung weiter zu machen.

   
One-Trick Pony
CD: „One-Trick Pony“
Erscheinungsdatum: 2009
Label: TLS Musik Produktion

Bestellen / Download:
Hier bestellen!Hier bestellen!
Hier downloaden!

Trackliste:

01. Drawn To That Woman
02. House That’s Built On Lies
03. All Alone And Blue
04. Piece Of Wood
05. Long Gone Tomorrow
06. Heart Will Recognize
07. Stars Over Texas
08. Drivin‘ Down The Road
09. Story Of Your Life
10. Old Black Record
11. Good Night Sweetheart
12. Let ‚er Roll
13. Me, Somewhere In Between
14. S.O.S. To Hank

Sound of Nashville: Weitere Informationen und Bestellung hier klicken