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Jim Lauderdale: Sänger, Songwriter, Bluegrass-King

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Wenn am 31. Januar 2010 die Grammies verliehen werden, so ist dies – ob er nun ausgezeichnet wird oder nicht – ein Höhepunkt in der Karriere von Jim Lauderdale. Jahrelang vor allem als Songwriter für Country-Größen wie George Strait oder die Dixie Chicks in Nashville geschätzt und begehrt, ist er in den letzten Jahren auch als Solokünstler und Produzent wahrgenommen worden und an drei nominierten Alben mitbeteiligt. Neben seinem eigenen Bluegrass-Album „Can We Get Any Closer?“ sind dies George Straits Country-Album „Twang“ als Co-Autor sowie Elvis Costellos aktuelles Album „Secret, Profane & Sugarcane“, als Mitglied von Costellos Band „The Sugarcanes“.

Die Musik lag in seiner Wiege

Die Wurzeln von Jim Lauderdale liegen in North Carolina. Dort wurde er am 11. April 1957 als Sohn eines Geistlichen und einer Musiklehrerin geboren. Die Musik wurde ihm damit wohl schon in die wie gelegt. Wie viele andere spielt er in einer Schulband (Schlagzeug!) und macht sich nach seinem College-Abschluß nach New York auf. Dort taucht er in die lokale Country- und Folkszene ein, widmet sich aber auch gleichzeitig der Schauspielerei. Über den Produzenten von Dwight Yoakam kommt er in Kontakt mit der Musicszene in Nashville. Dort legt er zwar das ein oder andere Album vor, aber es sind die Künste des Liederschreibens, die in der Music-City Anklang finden.

Als Songwriter begehrt, als Musiker ein Geheimtipp

Jim LauderdaleSo wird sein erstes Album „Point of no Return“ – 1989 entstanden – erst 2001 veröffentlicht. Seine weiteren Alben wie „Planet of Love“ (1991), „Pretty Close to the Truth“ (1994) oder „Every Second Counts“ (1995) sind allenfalls als Achtungserfolge zu verbuchen.

Ganz anders dagegen seine Songwriterkünste. Ob Patty Loveless, George Jones, Kathy Mattea, Vince Gill oder Solomon Burke: Die Liste der Interpreten seiner Songs ist lang und vom feinsten.

Und er ist auch ein begehrter Sideman. Lucinda Williams, Mary Chapin Carpenter, Rhonda Vincent u.v.m. gehen mit ihm auf Tour. Daneben komponiert er Filmmusik und produziert.

Nur die Wahrnehmung als Solokünstler, als Interpret seiner eigenen Songs sollte noch bis zum Jahrtausendwechsel auf sich warten lassen.

Erfolg durch „Back to the Roots“

Eine entscheidende Wendung für Lauderdales Karriere ergibt 1999 die erstmalige Zusammenarbeit mit Bluegrass-Legende Ralph Stanley. Jenseits des modischen Nashville-Mainstreams geht Lauderdale zurück zu den Wurzeln des Genres und findet seinen Platz als Solokünstler im Bereich Bluegrass/Americana/Alternative Country. Mit Stanley produziert er zwei Alben: 1999 „I Feel Like Singing Today“ und 2002 „Lost in the Lonesome Pines“, das mit einem Grammy als bestes Bluegrass-Album ausgezeichnet wird. Während sein erstes Bluegrass-Soloalbum „Bluegrass“ (2006) ebenso wie „I feel Like Singing Today“ sich mit einer Grammy-Nominierung begnügen muss, wird sein zweites Bluegrass-Soloalbum „The Bluegrass Diearies“ wieder ausgezeichnet. Und nun ist mit „Can We Get Any Closer?“ wieder ein Bluegrass-Album von ihm nominiert. Und könnte damit als Gewinner den „Honey Songs“ von 2008 nachfolgen, die ebenfalls mit einem Grammy bedacht wurden.

Vielseitig und musikalisch breit aufgestellt

„Honey Songs“ und „Can We Get Any Closer“ zeigen die ganze Bandbreite des Lauderdal’schen Wirkens auf. Während sein 2008er Werk zwischen Country und Roots-Rock changiert und viel breites Americana atmet, ist sein Nachfolger von 2009 ein modernes Bluegrass-Album. Gekonnt und wohldosiert flechtet Lauderdale in das Bluegrass-Grundschema Countryfiguren, Western-Swing-Harmonien und Honky-Tonk-Elemente ein. Oder wie der Kritiker Rick Anderson schreibt: „Lauderdale lässt aus traditionellen Elementen etwas Neues entstehen“. Absolut hörenswert! Und neben hervorragender Musik voller gekonnter Melodik, besticht Lauderdale in allen Genres mit seiner Fähigkeit, Songs zu schreiben. Ob es um die Liebe oder den Tod oder den Glauben geht. Lauderdale versteht es auch auf „Can We Get Any Closer“ immer wieder, die Themen intelligent und frisch in Worte zu kleiden und mit hörenswerten Melodien zu verbinden.

Und während er mit seinen Soloprojekten immer erfolgreicher wird, ist er weiterhin sowohl als Studiomusiker, als auch als Arrangeur, Autor und Produzent gefragt. Ohne Zweifel, der Mann hat seinen Weg in Nashville gefunden, ohne sich den Geschmacksdiktaten der großen Plattenfirmen zu beugen.

„Ich habe gerade eine besonders tolle Phase“, sagt Lauderdale zu den aktuellen Erfolgen. „Dank der Alben spiele ich immer mehr live und das liebe ich. Ich liebe es, dass ich an einem Wochenende in der Opry, am nächsten bei einem Jam-Band-Festival und in der folgenden Woche bei einem Bluegrass-Festival spielen kann. Das inspiriert mich sehr und ich denke, dass es da eine wirkliche Verbindung gibt. All diese Musik hat dieselben Wurzeln und es ist die Musik, die mich interessiert.“

Hoffen wir, dass wir von Jim Lauderdale, diesem intelligenten und authentischer Musiker, noch viel tolle Musik zu hören bekommen. Ob mit Grammy-Auszeichnung oder ohne …

   
Could We Get Any Closer?
CD: „Could We Get Any Closer?“
Erscheinungsdatum: 2009
Label: Sky Crunch (Cargo Records)

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Trackliste:

01. I Took A Liking To You
02. All She Wrote
03. Calico
04. Tennessee Dream
05. The Ghosts Of The Ridge
06. Today
07. Could We Get Any Closer?
08. Almost Satisfied
09. I’m Kind Of Learning As I Go
10. That’s Why I’m Here With You
11. Lead Me
12. Honey Hurry Home

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Über Thomas Waldherr (576 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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