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Alison Krauss: Warum ist sie kein Superstar?

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Der breiten Öffentlichkeit ist sie immer noch kein Begriff. Kenner und Insider hingegen schnalzen mit der Zunge, wenn ihr Name fällt. Was sie auch anpackt, es hat Qualität. In ihrem Haus finden sich 26 der begehrten Grammy Awards – keine andere Künstlerin hat bisher mehr bekommen. Ausgestattet mit soviel künstlerischem Talent, das für mindestens drei von uns „normalen“ Menschen reichen würde, versteht sie es meisterlich, dieses Talent auch zu nutzen. Gerade mal 38 Jahre alt, gehört sie seit nun schon fast 25 Jahren zu den meistbeschäftigten und ebenso bewunderten Künstlerinnen aus Nashville. Sie bringt alle Eigenschaften für einen Superstar mit und ist dennoch bisher keiner geworden. Die Frage, warum nicht? Lässt sich leicht beantworten: Weil sie es gar nicht will.

Alison Krauss – eine ganz und gar ungewöhnliche Künstlerin. Seit dem 14. Lebensjahr ist die Musik ihr Beruf, ihre Karriere verlief bisher nur in eine Richtung – nach oben. Über ihr Privatleben ist nicht viel bekannt geworden, Skandälchen hatten in ihrem Zusammenhang keine Chance, ein Thema für die Regenbogenpresse war sie nie. Dafür umso mehr für die Fachpresse, die sie seit ihrem Auftauchen in der Szene mehr oder minder enthusiastisch feiert.

Alison Krauss: Copyright by Rounder Records, Photo-Credit by Randee St. NicholasBemerkenswert ihre Bodenständigkeit. Obwohl sie sicher kommerziell noch viel mehr hätte erreichen können, wäre sie den Verlockungen erlegen, sich mehr in Richtung Pop Music zu orientieren. Stattdessen hat sie offenbar immer gewusst, was und wohin sie wollte, sie hatte die richtigen Ratgeber in ihrem Umfeld.

Trotz allen Erfolges als Solistin ist sie ihrer Band „Union Station“, mit der sie ihren Weg begann und die ihr schon in jungen Jahren die nötige Sicherheit verlieh, bis heute treu geblieben. Ihr war es ungemein wichtig, sich innerhalb einer intakten Band zu erproben und zu entwickeln anstatt gleich voll allein im Focus zu stehen.

So wurde es ihr eine Selbstverständlichkeit, sich auch weiterhin als einen Teil dieser Band zu betrachten, die sich natürlich personell im Laufe der Jahre immer wieder mal verändert hat.

In der Musik, die aus Nashville oder dem dortigen Umfeld kommt, ist der Name Alison Krauss allgegenwärtig und aus dieser Szene nicht mehr wegzudenken. Neben Emmylou Harris darf man die immer noch junge aber schon so erfahrene Künstlerin als die wohl begehrteste Harmoniestimme und Duett-Partnerin der Gegenwart bezeichnen. Die Liste der Aufnahmen, bei denen Alison Krauss im Studio in irgendeiner Weise mitgewirkt hat, scheint endlos. Aus dem einstigen Wunderkind des Bluegrass ist eine arrivierte Künstlerin geworden, die sich in einem Alter allen Respekt einer ganzen Gilde erworben hat, in dem die Karriere der meisten Anderen noch gar nicht begonnen hat.

Auch als Live Act wurden Alison Krauss & Union Station eine Hausnummer. Wenn man einen Auftritt zu Recht als Konzert bezeichnet, dann ist es ihrer. Ein optischer und vor allem akustischer Genuss und ein andauerndes „Gänsehaut-Feeling“. Gott sei Dank gibt es das auch auf DVD. Alison Krausss war und ist immer noch das, was man im Mannschaftssport gern einen „Team-Player“ nennt.

Waren es zunächst die für ein junges Mädchen unerwartete Fingerfertigkeit und Virtuosität auf der Fiddle bei rasanten Songs aber auch ihr enormes Feeling bei langsamen Titeln, die die Fachwelt verblüfften, erkannte man bald, dass sie noch viel mehr zu bieten hatte. So wurde vor allem ihre so glockenrein klingende Stimme, mit der sie den Hörer einfach fesselt, zu ihrem Markenzeichen. Schon sehr früh verglich man sie mit der jungen Dolly Parton, mit Emmylou Harris oder Nanci Griffith. Ganz gleich, was Alison Krauss musikalisch auch macht, es kommt immer spontan aus dem Herzen.

Die außergewöhnliche Künstlerin stammt nicht aus einem für Bluegrass oder Country Music bekannten Gebiet, doch gelten diese Sparten in ihrem Heimatstaat Illinois nicht als „Exoten“. Geboren wurde sie am 23. Juli 1971 in Decatur, wuchs allerdings in Champaign auf. Ihr musikalisches Talent wurde sehr früh erkannt und gefördert. Schon mit 5 Jahren bekam sie klassischen Violinen-Unterricht. „Meine Eltern versuchten es einfach, mich mit etwas zu beschäftigen, das ich konnte und mir Spaß machte. Kunst und Sport bieten sich dafür immer an. Instinktiv fuhr ich auf die Geige mehr ab als auf Sport. Als Kind ist nicht unbedingt die Klassik verlockend, mich zog es deshalb schon bald zum Bluegrass. Das war Musik, die mich herausforderte, schon als Kind. Mit sieben oder acht Jahren nahm ich an Wettbewerben statt, die es auch heute noch gibt. Damit war mein Weg schon vorgezeichnet“, kommentiert Krauss.

Die nächsten Schritte waren dann nur noch logisch. Schon mit 10 Jahren gründete sie ihre eigene Band, mit der sie in der Heimat und angrenzenden Bundesstaaten rasch Furore machte. Alison Krauss gehörte zu den gern verpflichteten Künstlerinnen bei vielen renommierten Bluegrass Festivals und gewann damals schon die ersten Auszeichnungen. Sie gewann zudem reichlich Erfahrung für Live-Auftritte und lernte wichtige Menschen dabei kennen. Es ist daher auch kein Zufall, dass Alison Krauss die verschiedenen Mitglieder ihrer Band allesamt schon in diesem frühen Stadium ihrer Karriere traf ohne freilich zu ahnen, dass sie später einmal mit ihnen eng zusammen arbeiten würde.

Vierzehn Jahre alt war sie als ihr erstes Album veröffentlicht wurde. Das trug den Titel „Different Strokes“ und entstand unter Beteiligung von Jim Hoiles, Swamp Weiss und ihrem Bruder Viktor Krauss. Für das renommierte „Peoples Magazine“ Grund genug, Alison Krauss als einen kommenden Superstar anzukündigen. Die junge Dame ging mit solchen manchmal eher belastenden Lobeshymnen erstaunlich gelassen um und liess sich bei ihrer Arbeit nicht beirren. Mit John Pennell hatte sie dabei einen wichtigen Berater und Mitstreiter an ihrer Seite. Pennell, von Hause aus Songschreiber, der auch Bass spielt, hatte eine Band namens „Silver Rail“, mit der Krauss öfter aufgetreten war. Nachdem die Band der Vergangenheit angehörte war und Pennell seine neue Gruppe „Union Station“ formiert hatte, holte er Alison Krauss dazu.

Sie ersetzte Fiddlerin Andrea Zonn, von der es auch einige Solo-Alben gibt. Zonn konnte sich jedoch nicht annähernd so durchsetzen wie es Alison Krauss tun würde. Denn die bekam beim führenden Indie-Label Rounder Records einen Vertrag und sorgte 1987 mit ihrem Album „Too Late To Cry“ für Aufsehen. Auch wenn sie von ihrer Gruppe begleitet wurde, galt dieses als ein Solo-Album. Ihr Vertrag beinhaltete jedoch die Klausel, jeweils im Wechsel auch ein Album mit der Gruppe als „Alison Krauss & Union Station“ zu veröffentlichen. Dies geschah erstmals mit dem Album „Two Highways“. Hier bereits deutete sie an, durchaus nicht strikt im Bluegrass-Bereich bleiben zu wollen, sondern auch andere Richtungen einzubeziehen und auszuprobieren.

Dazu eignet sich am ehesten die Auswahl der Songs. Zwar griff Krauss gern auf Stücke von John Pennell zurück doch gehörte hier ihre Bluegrass-Version von „Midnight Rider“, einem Song der Southern Rock Titanen The Allman Brothers zu den Höhepunkten. Mit dem nächsten Album „I’ve Got That Old Feeling“ tauchte Alison Krauss 1990 erstmals bei Billboard in den Album Charts auf. Für Bluegrass Music alles andere als alltäglich. Damit war sie endgültig in die erste Liga aufgestiegen, denn das Album brachte ihr den ersten Grammy ein, zum Titelsong erschien ihr erstes Music-Video und mit der Single „Steel Rails“ zog sie auch in die Charts ein. Dieses Album erwies sich als das für ihre weitere Karriere wichtigste, denn es stellte alle Weichen auf grün. Sie präsentierte sich trotz ihrer Jugend als reife, erwachsen wirkende Künstlerin.

Das Album stellt eine Synthese dar aus traditionellem Bluegrass und modernem Songschreiben. Mit einem Schlag waren Alison Krauss & Union Station auf der facettenreichen musikalischen Landkarte. Seither hagelte es geradezu Auszeichnungen für die Künstlerin und ihre Band. Über Alison Krauss berichten sämtliche namhaften Magazine, nicht nur der Presse sondern auch des Fernsehens und nicht nur diejenigen, die sich mit Country Music befassen. Die Medien verkörpern sie als das Idealbild einer jungen, erfolgreichen, sympathischen und vielseitigen Musikerin.

Nun ist es wirklich nicht leicht, mit 18 oder 19 Jahren bereits so im Mittelpunkt zu stehen und auch nicht gleichbedeutend mit einer schnellen Karriere. Sie selbst ist ein treffliches Beispiel dafür wie sie gern zugibt: „Musik war von jeher ein bestimmender Teil meines Lebens, ich bin damit aufgewachsen. Sehr früh, viel früher als die allermeisten meiner Kollegen nahm ich an Festivals teil. Dennoch dachte ich im Traum nicht daran, einmal Karriere als Solistin zu machen oder gar als Instrumental-Virtuose. Es gibt genug Leute, die besser sind als ich es je sein werde, mit denen ich mich nie werde messen können. Ich habe einfach auch viel Glück gehabt, dass sich alles so entwickelte.“

Wenn man ihre Laufbahn verfolgt und ihre Produktionen kennt, weiß man, dass Alison Krauss hier allzu bescheiden die eigenen Talente und Leistungen herunterspielt. Was auch von kompetenter Seite so gesehen wird. Im „Rolling Stone“ etwa war zu lesen: „Wesentliches Merkzeichen ihrer musikalischen Arbeit ist der traditionelle Bluegrass. Diesen setzt Alison Krauss scheinbar unbekümmert zeitgenössisch um. In der von ihr gezeigten Vollendung ist das eine Seltenheit für ihr Alter.“

In der Tat ist ihre Fingerfertigkeit als Musikerin gleichzusetzen mit ihrem Feeling und dem Gespür für erfolgversprechende Titel. Ihre musikalischen Wurzeln liegen eindeutig im Bluegrass, den sie immer wieder in ihre Interpretationen einbringt. Reste dieser Tradition hat sie sich bewahrt, sie sind aus jeder ihrer Produktionen herauszuhören. Die Bereitschaft und Offenheit für andere Einflüsse macht sie interessant für alle Country Fans der unterschiedlichsten Richtungen. Mehr noch, sie macht sie noch interessanter für unterschiedlichste Projekte. Nicht von ungefähr ist auf zahlreichen Soundtracks Alison Krauss zu hören und das schon seit Jahren. Immer unverkennbar ihre Stimme und der Umgang mit ihr, stets wie maßgeschneidert für den jeweiligen Song.

Erstes Album der 90er Jahre war mit „Everytime You Say Goodbye“ das zweite Album mit Union Station, für das 1992 ein weiterer Grammy fällig wurde. Im Jahr danach wurde sie mit 21 Jahren das damals jüngste Mitglied der Grand Ole Opry und der erste Neuzugang aus dem Bereich Bluegrass seit nahezu drei Jahrzehnten. „I Know Who Holds Tomorrow“ aus 1994 war eine Zusammenarbeit mit der Cox Family, einer Bluegrass-Gospel Familien-Gruppe, der Alison Krauss immer sehr nahe stand.

Ihr kommerziell bis dahin erfolgreichstes Jahr sollte 1995 werden. Das Album „Now That I’ve Found You: A Collection“ verkaufte sich mehr als 2 Millionen mal. Es enthielt neben Wiederveröffentlichungen auch einige neue Stücke, die sich Krauss u.a. von der Gruppe „The Foundations“ (Titelsong) oder von Bad Company („Oh Atlanta“) ausgeliehen hatte. Auch auf dem Album vertreten ihr weltweit vielleicht bekanntester Titel „When You Say Nothing At All“, geschrieben von Paul Overstreet und zu hören auch im Soundtrack des Kino-Hits „Notting Hill“. Da laufen dem Hörer wohlige Schauer den Rücken rauf und runter, ähnlich wie bei dem Duett „Undying Love“, das sie mit Peter Rowan für eines seiner Alben aufgenommen hatte.

Ihre nächsten Alben „So Long So Wrong“ und „Forget About It“ waren die bis dahin am deutlichsten moderner angelegten Produktionen, obwohl Krauss auch hier nicht von ihrem Kurs abwich. Es reichte aber bereits aus, um Kritiker auf den Plan zu rufen, die den Zeigefinger hoben und befürchteten, die Sängerin würde in den Pop-Bereich abdriften. Was die überhaupt nicht vorhatte. Man muss es einfach als einen Teil der Entwicklung eines jungen Menschen ansehen, der natürlich auch Grenzen ertasten und erleben möchte. Zumal Alison Krauss unterdessen mit Pat Bergeson in den Hafen der Ehe eingelaufen war und durch die Geburt des Sohnes Sam im Juli 1999 eine Familie gegründet hatte. Die Ehe wurde nach 4 Jahren allerdings wieder geschieden.

Das neue Jahrtausend begann Krauss – was Alben angeht – mit leichter Verspätung, denn „New Favorite“ erschien erst im Sommer 2001. Was wiederum dokumentiert, dass sie es mit neuen Produktionen nicht eilig hat stattdessen auf sorgfältige Vorbereitung setzt. Es fällt auf – bis in die Gegenwart – dass Krauss selten mal einen selbst geschriebenen Song aufnimmt. Erläuterungen: „Ich sehe mich nicht als Autorin, habe auf dem Gebiet auch keinen besonderen Ehrgeiz. Wenn mir mal ein Lied rausrutscht, okay. Ansonsten suche ich für ein neues Album meist einen einzigen Song aus. Dann versuche ich, um diesen Song herum das Album aufzubauen mit Songs, die dazu passen, vom Thema her, vom Feeling her. Am Ende muss eine kompakte Einheit heraus kommen.“ Im Louisville Palace entstand 2002 das bereits erwähnte bemerkenswerte Live Album, das wenig später auch auf DVD veröffentlicht wurde.

Nicht ganz zufrieden war Alison Krauss selbst mit „Lonely Runs Both Ways“: „Mir war das zuviel Routine. Wir hatten für keines der Alben bis dahin so wenig Vorbereitung gehabt. Vor allem waren die Songs nicht passend, wir haben sie mehr ausgesucht, weil wir sie brauchten anstatt nach dem Motto, ob sie auch passen. Das hat mir nicht gefallen.“ Danach war drei Jahre Funkstille in Sachen Alben, um dann mit einer knackigen Überraschung aufzuwarten. Mit der Rock-Ikone Robert Plant produzierte sie das Duett-Album „Raising Sand“. Ergebnis: Platin, gleich fünf Grammys, ein TV-Special und Pläne für eine Fortsetzung.

Seither sind bereits wieder mehr als zwei Jahre vergangen, in denen wir auf ein neues Album von Alison Krauss warten. Was aber nicht heißt, dass die junge Dame untätig sei. Als Sängerin egal ob Harmonie oder Duett-Partnerin aber auch mit ihrer Fiddle ist sie gern gesehener Gast bei Sessions. Kaum noch zu zählen die Aufnahmen, bei denen sie zu hören ist. Schon 1993 war sie bei „If I Could“ der Gruppe Phish zu hören, die Soundtracks zu Filmen wie „Cold Mountain“, „Notting Hill“ oder „O Brother Where Art Thou“ beinhalten ihren Gesang (um nur einige wenige zu nennen). Das Album „A Hundred Miles Or More: A Collection“ faßt einige Soundtrack-Stücke und Duette zusammen, die bis dahin nicht auf einer ihrer CD’s erschienen waren. Ein anschaulicher Querschnitt auch durch die Musiklandschaft und ein Nachweis dafür, dass gute Musik und Stimmen überall ihren Anklang finden, denn das Album verkaufte sich prächtig. Die Kritiker wiederum waren weniger angetan, denn das Album war ein Sampler und keines von der Sorte wie man es von Krauss erwartet.

Weniger bekannt ist die Tatsache, dass sich Alison Krauss nicht nur als Produzentin anderer Künstler betätigt sondern dies auch noch erfolgreich tut. Neben der Band Nickel Creek war sie u.a. Produzentin von Alan Jackson’s sehr erfolgreichem Album „Like Red On A Rose“. In diesem Bereich ist von ihr künftig mehr zu erwarten.

Kritiker hingegen werfen ihr vor, sich zu sehr zu verzetteln. Das habe Auswirkungen auf ihre eigenen Produktionen, denen es zunehmend an Frische, an Ungewöhnlichem oder Besonderem fehle. Eine Meinung, die häufig geäußert wird, wenn Jemand in einer weniger kommerziellen Minderheitenmusik Akzente gesetzt und etwas bewegt hat, den eigenen Horizont ausweitet und sich an etwas anderem versucht, das dann auch noch Umsatzzahlen nach sich zieht. Ein Ricky Skaggs wird das bestätigen können, der allerdings nach seiner „kommerziellen Phase“ den Weg zurück in die Bluegrass Music fand und die Erfahrungen dort einbringt. Vielleicht hat man sich bei Alison Krauss auch schon zu sehr an den hohen Standard gewöhnt, den sie bis dato immer wieder liefert.

Fakt ist, für die Bluegrass Music der Gegenwart, deren Bekanntheitsgrad und Akzeptanz ist Alison Krauss ein Glücksfall. Es sei ihr gegönnt, sich in anderen Bereichen der Musik umzuhören und sich auch beeinflussen zu lassen. Nur so kann sich die Musik selbst auch weiter entwickeln. Wie sagte ein Journalist vor etlichen Jahren schon zutreffend: „Alison leistet Erstaunliches auf ihrer Fiddle. Als Sängerin hat sie das untrügliche Gefühl für Pathos und Humor. Und sie weiß, was das Herz der Country Music ist.“

Union Station: Es wurde bereits mehrfach erwähnt, Alison Krauss und ihre Band Union Station scheinen unzertrennlich zu sein. Sie geht mit dieser Band auf Tournee, tritt bei Gala-Veranstaltungen mit ihr auf und arbeitet natürlich auch im Aufnahmestudio mit ihr zusammen. Natürlich hat die Band seit ihrer Gründung ein anderes Gesicht bekommen, sie ist jedoch inzwischen seit etlichen Jahren unverändert geblieben. Und bestückt ausschließlich mit Musikern der Extraklasse. Die aktuelle Besetzung sieht so aus:

Barry Bales – Bass: Geboren am 23.August 1969 in Kingsport, Tennessee

Barry BalesVon den Eltern musikalisch vorbelastet unternahm Bales erste musikalische Gehversuche im heimischen Kingsport. Zunächst spielte Bales Gitarre, ehe er mit 15 zum Bass wechselte und dieses Instrument in diversen lokalen Bands spielte. Anschauungsunterricht gab es in dieser Gegend der USA reichlich, was Bales ebenso reichlich nutze. 1990 schließlich war er nahezu perfekt und schloss sich Union Station an. Innerhalb einer immer mit hochkarätigen Musikern besetzten Band konnte Bales seine Fertigkeiten stetig weiter vervollkommnen, was ihn zu einem der gefragtesten Studiomusiker im Bereich Bluegrass und akustischer Music machte. Mit Stars wie Shania Twain, Dolly Parton, Merle Haggard und vielen anderen war er regelmäßig im Studio. Seine Vitrinen platzen angesichts der vielen Ehrungen und Auszeichnungen aus allen Nähten. Allein die International Bluegrass Music Association feierte ihn mit bisher insgesamt 11 Awards, darunter auch den des Bassisten des Jahres.

Ron Block – Banjo, Gitarre: Geboren 30. Juli 1964 in Inglewood, Kalifornien

Ron BlockAuch Block begann mit einer Gitarre. 11 Jahre war er alt. Zwei Jahre später kam das Banjo hinzu, das fortan eine dominierende Rolle spielte. Denn Block wurde ein wahrer Meister im Banjospiel. Seine Vorbilder waren Earl Scruggs, Lester Flatt und die Stanley Brothers, die er als Kind im Fernsehen oft gesehen hatte. Dazu begann schrieb er auch noch prächtige Songs, mit denen er weiter auf sich aufmerksam machen konnte. In den frühen 90er Jahren kam er zu Union Station, nachdem er zuvor bereits in diversen anderen Bands mitgewirkt hatte. Mit der Band und seiner „Chefin“ nahm er rund ein dutzend seiner eigenen Songs auf, die sich demnach auf den Alben von Alison Kraus wiederfinden. Andere Stars der Szene (u.a. Randy Travis, Rhonda Vincent) gehören auch zu seinen Kunden. Seine Fähigkeiten haben sich in Nashville rumgesprochen, daraus resultieren viele Studio-Jobs mit Country Stars von Dolly Parton bis Brad Paisley, von Vince Gill bis zur Cox Family. Besonders stolz ist Ron Block auf sein 2007 veröffentlichtes Album „Doorway“, bei dem natürlich auch Alison Krauss zu hören ist und die anderen Kollegen der Band mitgewirkt haben. Als tief religiöser Mensch war es Block wichtig, entsprechende Inhalte zu verarbeiten und zu vermitteln.

Jerry Douglas – Dobro – Lap Steel: Geboren 28. Mai 1956 in Warren, Ohio

Jerry DouglasDer Meister der Dobro ist der bekannteste der vier Musiker von Union Station. Er ist in Musikerkreisen, speziell in Nashville, bekannt wie der legendäre „bunte Hund“. Von Kindesbeinen an hat er musiziert, wobei sich mit fortschreitender Zeit zunehmend das unverkennbar klingende und optisch auffällig zu spielende Instrument der Dobro heraus kristallisierte. Als Jugendlicher bereits gehörte er bekannten Bluegrass Bands an. Bevor er 1998 Mitglied von Union Station wurde, hatte er bereits bei J.D.Crowe, Boone Creek und den Country Gentlemen mitgewirkt. Im Studio begleitete er nahezu alles, was in der Bluegrass und Country Music Rang und Namen hat, von Garth Brooks bis Emmylou Harris aber auch Ray Charles, The Chieftains, Elvis Costello, Eric Clapton, Paul Simon und viele andere. Allein 13 Solo-Alben sind von ihm bei verschiedenen Firmen erschienen, daneben gibt es weit über 1500 Alben anderer Künstler, bei denen er als Studio-Musiker beteiligt war. Zudem produziert er auch Alben anderer Interpreten, vornehmlich aus dem Bereich der akustischen Musik. Wenn Jerry Douglas nicht mit Union Station unterwegs ist, tourt er auch noch mit einer eigenen Band. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen hat Douglas bisher insgesamt 12 Grammys erhalten, 2002, 2005 und 2007 wurde er von der Country Music Association zum Musiker des Jahres gewählt.

Dan Tyminski – akust. Gitarre, Lead- und Harmoniegesang: Geboren 20. Juni 1967 in Rutland, Vermont

Dan TyminskiTyminski behauptet, sein Bruder Stan habe ihn zur Musik animiert. Und das ausgerechnet im fernen Nordosten der USA. Als Stan nach einem Urlaub in der Navy seine Mandoline daheim ließ, bemächtigte sich Dan Tyminski dieses Instrumentes und konnte es recht schnell spielen. Später gründete er mit seinem Bruder die Band Green Mountain Bluegrass, in der er allerdings dann Banjo spielte. Rund zehn Jahre später wurde Tyminski von der Lonesome River Band als Mondolinist verpflichtet. Dort blieb er fünf Jahre, er lernte bei Gigs, Festivals und auch im Studio viele der Kollegen aus der Bluegrass-Szene kennen. Das wiederum führte dazu, dass Alison Krauss auf ihn aufmerksam wurde und ihn fragte, ob er Mitglied von Union Station werden möchte. Das ist er nun seit 1994 und so etwas wie das Herzstück der Gruppe geworden. Mit seiner energiegeladenen Performance auf der Bühne ergänzt er sich mit Alison Krauss ideal. Zwei Alben hat Dan Tyminski in den letzten Jahren veröffentlicht, als letztes 2008 „Wheels“. Da Alison Krauss nicht ständig auf Tournee ist und auch nicht sein will, hat er unterdessen die „Dan Tyminski Band“ zusammengestellt, zu der u.a. auch Barry Bales gehört. Wie die anderen Mitglieder von Union Station wird er auch von Country Stars gern als Studiomusiker verpflichtet. Auf den Alben der Dolly Parton, Alan Jackson, LeAnn Rimes, Brad Paisley z.B. wird man seinen Namen finden. In der Freizeit hat sich Dan Tyminski übrigens zu einem respektablen Golfspieler gemausert.

   
The Essential Alison Krauss
CD: „The Essential Alison Krauss“
Erscheinungsdatum: 2009
Label: Decca (Universal)

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Trackliste:

01. Simple Love
02. Sister Rosetta Goes Before Us
03. Let Me Touch You For Awhile
04. The Lucky One
05. So Long, So Wrong
06. Empty Hearts
07. Every Time You Say Goodbye
08. Wish I Still Had You
09. Broadway
10. Baby Now That I’ve Found You
11. Sawing On The Strings
12. Restless
13. When You Say Nothing At All
14. A Living Prayer

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