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Eddie Rabbitt

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Der Sohn irischer Einwanderer zog von Brooklyn aus – um die Musikwelt zu erobern. Geboren am 27. November 1941 eiferte er früh seinem Vater nach, der gern in den Dance Halls von New York mit Fiddle und Akkordeon die Leute unterhielt. Edward Thomas Rabbitt, so sein voller Name war von früher Jugend an von Country Music begeistert, die interessierte ihn viel mehr als die Schule. Immer wenn es um Musik ging, brachte er gute Noten mit nach Hause, bei Talentwettbewerben holte er etliche Siege.

Die Scheidung der Eltern nahm er zum Anlass, die Schule zu beenden. Er hat später in Abendschule sein Diplom nachgeholt, arbeitete dann als Aufseher in einer Irrenanstalt. Wie sein Vater trat er abends als Musiker auf und sang dabei zunehmend selbst geschriebene Lieder. Bereits 1964 bekam er den ersten Plattenvertrag bei 20th Century Records, doch keine der Singles machte Eindruck.

Eddie Rabbitt

Vier Jahre später machte Eddie Rabbitt sich auf nach Nashville, weil er dort die besten Chancen sah, seine Songs vermarkten zu können. Das Glück stand ihm zur Seite aber nicht ein Song, den er mitbrachte, öffnete ihm die Tür sondern einer, den er am ersten Abend in Nashville schrieb: „Working My Way Up To The Bottom“ wurde von Roy Drusky aufgenommen.

Noch aber musste er sich mit Gelegenheitsarbeiten als Trucker und Obstpflücker über Wasser halten. Zwar wurden seine Songs jetzt von renommierten Verlag Hill & Range übernommen aber er brauchte ein wenig Geduld, ehe sich wirkliche Erfolge einstellten.

Elvis Presley feierte mit dem von Rabbitt geschriebenen „Kentucky Rain“ 1969 einen seiner großen Hits, doch erst als Ronnie Milsap 1974 mit „Pure Love“ eine Nr. 1 feierte, wurde man auf die Stimme Rabbitts aufmerksam, der das Demo gesungen hatte. Elektra Records nahm ihn unter Vertrag.

Die ersten Singles liefen prächtig und 1976 stand er bereits ganz oben mit „Drinkin‘ My Baby (Off My Mind). Die folgende Single schaffte zwar nur Platz 5, wurde aber dennoch so etwas wie seine Hymne: „Rocky Mountain Music“, inzwischen längst ein Klassiker. Fortan gehörte Eddie Rabbitt für mehr als ein Jahrzehnt zu den beständigsten Hitsängern.

Weitere 16 Singles konnte er an die Spitze der Charts singen, darunter „You Don’t Love Me Anymore“, „Every Which Way But Loose“, „I Love A Rainy Night“, „Step By Step“, „You And I“ (Duett mit Crystal Gayle), „The Best Year Of My Life“, „Both To Each Other“ (Duett mit Juice Newton), „On Second Thought“ und natürlich „Drivin‘ My Life Away“, sein vermutlich populärster Song, den man auch heute immer wieder mal hört. Rabbitt sagte mir bei einem Gastspiel in Utrecht damals, er sei von Bob Dylans „Subterranean Homesick Blues“ zu „Drivin‘ My Life Awy“ inspiriert worden, der Song reflektiere die Zeit, in der er als Trucker gearbeitet habe.

Ein weiterer Hit (Nr. 11) gelang im Jahre 1990 zur Zeit des Golfkrieges mit dem patriotischen „American Boy“ , das u.a. von Senator Bob Dole im Wahlkampf 1996 mit Rabbitt’s Einwilligung verwendet wurde. Zu der Zeit war Rabbitt’s Karriere in den Charts bereits beendet, er blieb aber ein gefragter Entertainer nicht nur live sondern auch in vielen TV Shows.

1997 unterschrieb er bei Intersound, wo zunächst das Album „Beatin‘ The Odds“ veröffentlicht wurde. Zu dem Zeitpunkt war er bereits an Lungenkrebs erkrankt und musste sich mit Chemotherapie behandeln und einen Teil der Lunge entfernen lassen. Dennoch nahm er ein Album mit Songs für Kinder auf, das einen Monat vor seinem Tod als „Songs From Rabbittland“ veröffentlicht wurde.

Weniger bekannt wurden Rabbitts große Aktivitäten für gemeinnützige Zwecke wie der Muscular Dystrophy Association und United Cerebral Palsy oder für die Behindertenolympiade. Dafür stellte er sogar seine Karriere als Künstler zeitweise zurück. Insbesondere Mitte der 80er Jahre als eines seiner drei Kinder nach einer Lebertransplantation starb. Sein Motto damals: „Ich wollte nicht aus dem Music Business ausscheiden aber was ich getan habe, war einfach wichtiger.“

Im Alter von nur 56 Jahren starb Eddie Rabbitt am 7. Mai 1998 in Nashville. Auf seinen und den Wunsch der Familie berichtete die Presse erst nach seiner Beerdigung darüber – eine erstaunliche, weil äußerst seltene und respektvolle Geste in der modernen Medienlandschaft.

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