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Mickey Gilley

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Mickey Leroy Gilley, geboren am 9. März 1936 in Natchez, Mississippi, wird in mancherlei Hinsicht in die Annalen der Country Music eingehen. Er ist ein Cousin von Jerry Lee Lewis, war zwei Jahrzehnte lang zuverlässiger Hitsänger mit insgesamt 17 Singles auf Platz 1, Namensgeber und Miteigentümer eines der bekanntesten Clubs für Live Country Music und damit Mitverursacher des so genannten „Urban Cowboy Hypes“. Doch der Reihe nach …

Wenn man mit Cousins wie der Rock’n’Roll-Legende Jerry Lee Lewis und dem späteren Reverend Jimmy Swaggart in Ferriday am Mississippi aufwächst, kann man nichts anderes werden als Musiker. Die drei Cousins musizierten auf Teufel komm raus, sie spielten Piano und sangen Gospel und Boogie Woogie. Gilley hatte zunächst am wenigsten weiter gehende Ambitionen in Sachen Musik. Zwar machte er einige Singles schon in den späten 1950er Jahren doch ernsthaft wurde es erst als Jerry Lee Lewis zum Rock’n’Roll-Star avancierte.

Mickey GilleyGilley lebte nun in Houston, wo er als Bauarbeiter Tagsüber arbeitete und abends in Night Clubs und Bars auftrat. Mit Rock’n’Roll aber kam er nicht aus den Startlöchern. Zwar schnupperte Gilley 1968 kurz in die Charts mit dem von Paula Records veröffentlichten „Now I Can Live Again“, das war es dann aber auch für die nächsten Jahre.

Anfang der 1970er Jahre kam er auf die Idee, mit seinem damaligen Partner Sherwood Cryer in Pasadena bei Houston einen eigenen Club zu eröffnen und sich so das Tingeln zu ersparen. Niemand konnte ahnen, welche Lawine er mit „Gilleys“ los trat. Zeitweise galt der Club als größtes Honky Tonk der Welt, insbesondere nachdem der Club Schauplatz des Kinokassenschlagers „Urban Cowboy“ geworden war. Es würde im Laufe der Jahre an anderen Standorten weitere „Gilley’s“ Clubs geben.

Ausgehend vom Club in Pasadena konnte Gilley Abend für Abend bei wachsenden Besucherzahlen hautnah testen, mit welcher Musik er am besten bei den Leuten ankam. Das war nicht Rock’n’Roll oder Rockabilly und Boogie Woogie, sondern lupenreine Honky Tonk Music gewürzt mit Balladen und „tearjerkers“. Um den Besuchern neben dem Live-Erlebnis auch etwas bieten zu können, das sie mit nach Hause nehmen konnten, nahm Mickey Gilley etliche Songs auf. Ursprünglich bei Astro veröffentlicht, übernahm Playboy Records den nationalen Vertrieb. Urplötzlich stand Mickey Gilley 1974 mit einem Remake des George Morgan Hits „Room Full Of Roses“ an der Spitze der Country Charts. Gilley war über Nacht ein Star, er hatte seinen „Karriere-Song“ und legte gleich nach. Die nächsten Singles schossen ebenfalls nach ganz oben: „I Overlooked An Orchid“, „City Lights“, „Window Up Above“. Dem Erfolg lag ein simples Rezept zugrunde, Gilley suchte und fand für ihn bestens geeignete Hits früherer Tage, die er neu aufnahm.

Er blieb überaus erfolgreich auch als in der Country Music Künstler das Zepter übernahmen, die eine moderne Spielart dieser Musik vertraten. Ein entscheidender Zeitpunkt war 1979 erreicht als Playboy Records von Epic aufgekauft wurde und Gilley nicht ganz an vorherige Verkaufszahlen anknüpfen konnte. Dann kam „Urban Cowboy“, in dem Gilley mit einem weiteren Remake vertreten war: „Stand By Me“. Erneut stand er damit ganz oben, auch mit dem Buddy Holly-Klassiker „True Love Ways“. Acht der nächsten neun Singles konnten nicht vor Platz 1 aufgehalten werden: „That’s All That Matters“, „A Headache Tomorrow“, „You Don’t Know Me“, „Lonely Nights“, „Tears Of The Lonely“, „Put Your Dreams Away”, „Talk To Me”, „Fool For Your Love”, „Paradise Tonight” (Duett mit Charly McClain). Mickey Gilley schwamm auf einer wahren Erfolgswelle, er war in den amerikanischen Medien allgegenwärtig.

Mit dem Abebben der „Urban Cowboy“-Welle ließ ganz allmählich auch der Erfolg Gilleys nach, gemessen an seinen Plattenhits. Zumal die Country Music einmal mehr eine Trendwende vollzog und sich wieder mehr an der Tradition orientierte. 1989 verabschiedete sich Gilley mit „There I’ve Said It Again“ und Platz 53 aus den Charts, einmal mehr hatte er auf einen Oldie gesetzt, mit dem Bobby Vinton in den 1960ern gepunktet konnte.

Mickey Gilley’s Club in Pasadena geriet in finanzielle Schwierigkeiten, teilweise war er auch mal durch ein Feuer zerstört, die Konsequenz: der Laden wurde geschlossen. Doch Gilley hatte sich – anders als so mancher Country Star – als guter Geschäftsmann erwiesen. Auch jetzt erkannte er rechtzeitig die Zeichen der Zeit. Das Zauberwort hieß „Branson“! In dem kleinen Städtchen am Rande der Ozark Mountains in Missouri entstand ein neues Mekka für Country Music Live Shows. Boxcar Willie war einer der ersten Stars, die dort einen eigenen Club eröffneten, Mickey Gilley tat es ihm gleich. Rasch avancierte „Gilley’s“ auch dort zur Attraktion. Für den Künstler bot es erneut die Möglichkeit, an einem ständigen Ort aufzutreten und dann anderenorts Konzerte zu geben, wenn es sich anbot.

Auch im Jahre 2011 erwies sich „Gilley’s“ in Branson als Publikumsmagnet, der Hausherr steht weiterhin dort regelmäßig an 3 oder 4 Tagen die Woche auf der Bühne, nimmt sich dazu die Freiheiten gelegentlich auch in Canada oder irgendwo in den U.S.A. aufzutreten. Auch mit 75 hat die Bühne für den Showman Mickey Gilley nichts an Faszination verloren.

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