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6. Bluegrass Festival Birkenried: Tolle Bands, tolles Wetter, volles Haus!

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Die sechste Auflage des Bluegrass Festival erwies sich in jeder Hinsicht als Volltreffer: Die aufgebotenen sechs Bands zeigten sich in Hochform, die Sonne bescherte den Gästen hochsommerliche Temperaturen, das Kulturgewächshaus Birkenried war am Samstag bis auf den letzten Platz gefüllt, spätere Besucher mussten draußen bleiben und sich mit einer Videoübertragung begnügen. 300 Besucher wurden insgesamt gezählt.

Die Bluegrassmusiker verstehen sich gern als große Familie, wo jeder jeden kennt und auch mag, und ein solches Festival ist auch ein großes Familienfest. Die zwanglose und naturnahe Atmosphäre im Birkenried unterstreicht diesen Charakter, und so ist es kein Wunder, wenn ein Musiker aus einer Band bei einer anderen einen verhinderten Kollegen vertritt oder einfach zum Spaß mitmacht und ohne weiteres mithalten kann. Und wer nicht gerade selber spielt, sitzt mit den anderen zusammen und fachsimpelt.

Dabei war es ein Wagnis, die Bands auf solche aus Deutschland und fast nur Süddeutschland zu beschränken, erhebt sich doch die Frage, ob sie attraktiv genug sind für ein weiteres Publikum – sie sind es. Kurzfristig als Ersatz für 54 Idaho aus München, die kurzfristig ausgefallen waren, wurden Mala & FyrMoon aus der Schweiz als Ausnahme von dieser Regel engagiert. Zusätzlich traten einige Musiker auf der „Offenen Bühne“ am Samstagnachmittag auf.

Den Anfang am Freitagabend machte Nashville Blue, ein Trio aus Stuttgart, das mit halsbrecherischen Soli von Jürgen Biller auf dem Banjo und von Christoph Reif auf der Gitarre brillierte, getragen von Ludwig Grimms zuverlässigem E-Bass. Zu viert waren die neugegründeten 4 Star Grass aus Karlsruhe bzw. Heidelberg; die vier Musiker sind aber Veteranen der Szene und boten wie auch die Vorgänger ein sehr traditionelles Programm mit Klassikern der Gründungsväter der 40er und 50er Jahre. Sie sind die Fortführung der früheren Band Night Run und bestehen aus den Brüdern Arne (Gitarre) und Sören Maier (Banjo), aus Wolfgang Striebinger (Mandoline) und Joel Espesset (Bass). An der Geige unterstützte sie in mehreren Titeln Sam Hain von den Sacred Sounds of Grass.

Der Samstag startete mit einer etablierten Traditionsband, den Sacred Sounds of Grass aus dem Westerwald, die seit 35 Jahren auf Gospelsongs spezialisiert sind als wahrscheinlich einzige europäische Band dieser Art (in den USA sind solche Gruppen weit verbreitet). Sowohl auf ihren Instrumenten wie mit ihrem dreistimmigen Gesang stellen sie einen europaweiten Maßstab: Thilo (Banjo) und Sam Hain (Mandoline, Fiddle) und Alfred Bonk (Bass); an der Gitarre war aushilfsweise Norbert Dengler dabei, den wir schon mit vielen anderen Bluegrass- und Countrybands erlebt haben.

Bluegrass ist aber sehr vielseitig und abwechslungsreich, das zeigten die Grass Root Ties aus München, die Blues, Bluegrass und Swing ankündigten, auch einige Pop-Oldies einfügten und damit eine lebendige und unterhaltsame Show abzogen. Den harten Kern bilden der Amerikaner Paul Stowe und der Engländer Trevor Morriss, dazu kommen Geiger George Bähr und Thomas Kärner am Bass, ab und zu wirkt auch Thilo Hain von den Sacred Sounds of Grass als „Special Guest“ mit seinem Banjo mit. Noch weiter vom angestammten Bluegrass entfernten sich Mala & FyrMoon aus Luzern, ein instrumental vielfältig besetztes Trio um die Sängerin und Geigerin Cornelia Mala Gassmann, das mit ausschließlich selbst verfassten Liedern glänzte und zeigte, dass man auch mit den typischen Bluegrassinstrumenten mehr als Bluegrass spielen kann. Stefan Behler (Gitarre, Dobro) und Vincent Zurkinden (Bass, Gitarre) sind an ihrer Seite.

Schon am Sonntagmorgen trafen sich die Anwesenden zum traditionellen Wortgottesdienst vor der Birkenried-Kapelle mit dem örtlichen Diakon, der es wieder verstand, mit einer überkonfessionellen Ansprache auch die Hörer zu fesseln, die sonst nicht in die Kirche gehen. Dazu spielten die Sacred Sounds of Grass einige christliche Lieder aus ihrem unerschöpflichen Repertoire zur musikalischen Untermalung. Sie waren dann wieder beim Weißwurstfrühstück zu hören, da zeigten sie auch den weltlichen Teil ihrer Lieder.

Den zwanglosen Abschluss machte dann Horse Mountain, Birgit & Dieter Stoll aus der Reutlinger Gegend, die früher schon bei uns aufgetreten waren, und sie brachten frühe Country- und Popsongs, speziell ausgesucht für das nicht unbedingt jugendliche Publikum im Biergarten. Dazu kamen auch viele Zufallsgäste, Wanderer und Radfahrer, die gerne auf einen Kaffee oder ein Bier Station machten und denen die Musik hoffentlich gefiel, und um Punkt 17.00 Uhr war auch dieses Ereignis beendet, das sicher als ein Höhepunkt in die Geschichte der Country & Western Friends Koetz 1982 e.V. eingehen wird. Ein Dank geht an dieser Stelle auch an den Hausherrn Bernhard Eber und sein Team für die kongeniale Unterstützung unserer Veranstaltungen.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung von Eberhard Finke

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