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Dustin Lynch: Where It’s At

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Es hat erstaunlich lange gedauert, bis der 29-jährige Dustin Lynch aus Tennessee seine zweite CD „Where It’s At“ veröffentlicht hat. Er ist nie ohne seinen großen Cowboyhut zu sehen, ohne den er sich nach eigenen Worten „nackt“ fühlt. Und seine großen Idole sind die Stars, mit deren Songs er in den 1990ern aufwuchs – George Strait, Garth Brooks und Alan Jackson. Nun ist ja die interessante Frage, ob er bei diesen Vorbildern auch musikalisch ähnliche Wege einschlägt.

15 Titel hat Dustin Lynch für sein Album aufgenommen und die Songschreiber, deren Songs er aufgenommen hat, gehören fast alle zur aktuellen Hitschreibergilde. Dabei sind Veteranen wie Rhett Akins oder Tim Nichols, die seit den frühen 1990ern dabei sind, früher auch selbst gesungen haben, und ganz junge wie Ben Hayslip oder Marv Green, die mit zu den Erfindern des modernen Country-Bro-Sounds gehören.

Gleich seine aktuelle Single, die dem Album seinen Namen gab, „Where It’s At“ und die in den Billboard Hot Country Songs dieser Woche Platz 4 erreichte, ist sehr typisch für die Art von Countrymusik, die Lynch auf dieser Scheibe macht. Ein völliger Mix, ein s.g. „mash-up“, wie er es selber sagt. Leichte Hip-Hop-Anklänge, gemischt mit Countrygitarren und schon hat man heutzutage einen Hit. Ähnlich „gestrickte“ Songs auf dem Album sind die ersten Tracks, „Hell On The Night“ und „To The Sky“. „Halo“ klingt wie ein netter Popsong und er selber sagt von dem Song, dass er ihn singt und dabei den Hut vor Beyoncé gezogen hat. Auch „After Party“ und „Mind Reader“ klingen ähnlich, sodass ich mich nach den ersten sechs Titeln fragte, wann denn endlich ein richtiger Countrysong zu hören ist.

Und wieder ganz nett, „Right Where We Want It“, aber irgendwie kommt es mir vor, als ob ich diesen Titel schon gehört hätte. Dann endlich mal etwas anderes, zumindest musikalisch, „She Wants A Cowboy“. Ich höre milde Gitarrenklänge, wenig Drums, stimmlich mal ein Anklang an George Strait, aber inhaltlich nix Neues: Sie ist Städterin, hat einen exklusiven Geschmack, aber sie will einen Cowboy … und auch „World To Me“ gefällt mir. „Sing It To Me“ beginnt zwar mit krachendem Schlagzeug, aber auch hier gibt es eine Melodie und seine Stimme kommt gut rüber, dies gilt auch für „All Night“.

Dann endlich ein Höhepunkt: „Middle Of Nowhere“ ist eine energiegeladene Ballade mit einer schönen Liebeserklärung, an die Verehrte, deren Zuneigung er sich noch nicht sicher ist. „What You Wanna Hear“ ist dann wieder eher vorhersagbarer Einheitsklang. Die Tracks 14 und 15 sind hingegen wunderschön: „Your Daddy’s Boots“ ist eine sehr einfühlsame, schön instrumentierte Ballade, das gilt auch für „American Prayer“, gewiss die oft gehörte Hymne auf Amerikas Schönheit und seine Lebensqualität, die dann mit dem Refrain „Amen“ endet.

Fazit: Ein eher durchschnittliches Album eines Sängers, der eine interessante und gute Stimme hat, mit vielen durchschnittlichen, eher rockigen und wenigen sehr guten „Country“-Songs. Den zu Beginn erwähnten Cowboyhut trägt er zwar, aber die dadurch geweckte Erwartungshaltung des Zuhörers erfüllt Dustin Lynch nicht voll.

 
Dustin Lynch - Where It's At
 
Künstler / Albumtitel: Dustin Lynch – Where It’s At
Format / Label / Veröffentlicht: CD & Digital (Broken Bow Records 2014)
 
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Trackliste:

01. Hell Of A Night
02. To The Sky
03. Halo
04. After Party
05. Where It’s At
06. Mind Reader
07. Right Where We Want It
08. She Wants A Cowboy
09. World To Me
10. Sing It To Me
11. All Night
12. Middle Of Nowhere
13. What You Wanna Hear
14. Your Daddy’s Boots
15. American Prayer

 
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Über Franz-Karl Opitz (619 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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