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Jerry Lee Lewis: Rock & Roll Time

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Jerry Lee Lewis - Rock & Roll Time Jerry Lee Lewis - Rock & Roll Time. Bildrechte: Caroline, Vanguard - Universal Music

Auf dem Plattencover steht der größte Rock & Roll- und Countrysänger aller Zeiten (meine bescheidene Meinung) vor den alten Sun Studios, in denen er mit Elvis Presley, Johnny Cash und Carl Perkins vor fast 60 Jahren seine Karriere begann – Jerry Lee Lewis, auch genannt „The Killer“. Am 29. September feierte er seinen 79. Geburtstag. Viele hätten ihm nie zugetraut, so alt zu werden, denn sein Lebenswandel war oft lebensgefährlich.

Aber er hat nun gerade bei der Plattenfirma Vanguard Records ein neuesAlbum herausgebracht, das „Rock & Roll Time“ heißt und – wen wunderts, Rock & Roll enthält, wie zum Beispiel „Little Queenie“, bei der Rolling Stone Keith Richards mitsingt. Der einstige Erzrivale von Jerry Lee Lewis‘ – Chuck Berry, hatte einst den Song geschrieben und einen Hit damit gehabt. Ebenfalls zu hören sind unter anderem Ron Wood, Neil Young, der Gitarrist der famosen „Band“ Robbie Robertson, der Gitarrist Nils Lofgren sowie Shelby Lynne.

Den Titelsong hat Jerry Lee Lewis zusammen mit Kris Kristofferson 1974 geschrieben, und er bringt gleich das herrlich herüber, was Jerry Lee immer ausgezeichnet hat: Die intensive Verbindung zwischen Rock- und Countrymusik. Das gilt eigentlich für alle Songs auf dem Album, ob es nun „Stepchild“ ist, den Bob Dylan geschrieben hat oder“Bright Lights Big City“, das 1971 ein Hit für Sonny James war und von Jimmy Reed verfasst worden war. Jerry Lee Lewis macht einen Hörgenuss daraus. Ein weiteres Lied stammt aus der Feder von Kris Kristofferson – „Here Comes That Rainbow Again“, ein Country-Ohrwurm par excellence. Lynyrd Skynyrd steuerten „Mississippi Kid“ bei.

Dass „Folsom Prison Blues“ ein Countrysong ist, wissen wir: Und wir stellen beim Zuhören fest, dass sich das berühmte Lied von Johnny Cash auch für Jerry Lee eignet. Der große Pianist spielt hier Gitarre und Jerry Lee erzählte, dass seine Frau ihn gebeten hatte, diesen Cash-Titel aufzunehmen. Und auch der letzte Song „The Promised Land“ ist von Chuck Berry. Man sollte es nicht glauben, aber dieses Lied war 1971 eine Nummer 3 in der Countrycharts, gesungen damals von Freddy Weller. Hier ist es ein toller Ausklang des Albums. Ich finde es großartig, wie Jerry Lee Lewis im fortgeschrittenen Alter noch so frisch und kraftvoll klingt, auch wenn die ganz große Dynamik und die gelegentliche Aggressivität seiner frühen Werke (natürlich) nicht mehr da ist.

Wer mehr über Jerry Lee Lewis Leben und Karriere erfahren will, für den habe ich zum Schluss noch einen Buchtipp: Im Verlauf der letzten zwei Jahre hat er sich von dem Pulitzer-Preisgewinner Rick Bragg interviewen lassen. Herausgekommen ist: Jerry Lee Lewis – His Own Story. In der dritten Person wird das Buch die Entstehung seiner großen Hits erzählen. Aber auch sein skandalträchtiges Eheleben und seine häufigen Fehden mit anderen Rockstars kommen zur Sprache.

Jerry Lee Lewis - Rock & Roll Time

Künstler / Albumtitel: Jerry Lee Lewis – Rock & Roll Time
Format / Label / Veröffentlicht: CD, Vinyl & Digital (Caroline, Universal Music 2014)

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Trackliste:

01. Rock & Roll Time
02. Little Queenie
03. Stepchild
04. Sick And Tired
05. Bright Lights, Big City
06. Folsom Prison Blues
07. Keep Me In Mind
08. Mississippi Kid
09. Blues Like Midnight
10. Here Comes That Rainbow Again
11. Promised Land

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!
Über Franz-Karl Opitz (579 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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