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Cody Canada & The Departed: Hippielovepunk

Cody Canada & The Departed überzeugen mit starkem Southern Rock

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Cody Canada & The Departed - Hippielovepunk CD, 2015)

Seit mehr als einem Jahrzehnt zählt Cody Canada zu den prägenden Einflüssen der in Texas und Oklahoma ansässigen Red-Dirt-Szene. In der trockenen Region des Texas Panhandle aufgewachsen verschlug es Canadas Familie Mitte der 1990er nach Yukon, Oklahoma, wo der damals 16-Jährige mit Spielarten des Outlaw-Country und Hard-Core-Rock’n’Roll in Berührung kam. Von dort aus war es nicht weit bis zur Red-Dirt-Hochburg Stillwater, in der Künstler wie Mike McClure oder Jason Boland als Inspirationsquelle dienten. Schnell wurde klar, dass der charismatische Youngster das Zeug zum Frontman hatte und gründete im Alter von 18 Jahren die Formation Cross Canadian Ragweed, die die regionale Countryszene über 15 Jahre lang mitbestimmte.

Nachdem er mit Alben wie „Soul Gravy“, „Garage“ oder „Mission California“ seinen Bekannheitsgrad über die Red-Dirt-Region hinaus ausdehnen und in die Top 10 der Billboard Country Charts vordringen konnte, löste Canada die Band 2010 auf und gründete The Departed, um mit Seth James als zweitem Leadsänger an einem neuen Soundbild zu arbeiten. Doch zwei Alphatiere nebeneinander waren zu viel, so dass der inzwischen 38-jährige nach James Ausstieg im Jahr 2013 die Zügel bei „The Departed“ fest in der Hand hält.

Das nun erschienene, dritte Departed- Album Hippielovepunk gibt Cody Canada sämtliche Freiräume, um seiner musikalischen Bestimmung Ausdruck zu verleihen.“Diese Platte bringt mich in meine Komfortzone, in der ich Songs schreiben und meine Meinung mit anderen teilen kann. Wir haben mit dieser Band bereits das ein oder andere Schlagloch durchfahren. Ich denke, wir sind dem alten Ragweed-Sound wieder sehr nahe gekommen“, fasst Canada seine Eindrücke zusammen.

Auf „Hippielovepunk“ präsentiert uns der Meister mit seinem vierköpfigen Ensemble titelgetreu einen dynamischen Streifzug durch verschiedene Facetten des Texas-Country-Rock. Die 11 Titel wecken in der Tat Erinnerungen an den Punkrock der 80er über Glam-Rock-Anleihen der Späthippiephase bis hin zu kernigem Southern- und Blues-Rock, wie er von Bands wie ZZ-Top und The Black Crowes kultiviert wurde. Der rebellische Unterton in Canadas Stimme definiert ihn als Country-Outlaw; ein Umstand, den er mit mächtigen Gitarrenriffs zu garnieren weiss.

Schon beim High-Speed-Opener „Comin‘ To Me“ schimmert die Punk-Attitude mit einem Hardcore-Rockabilly-Drive durch und gibt die dynamische Grundrichtung des Albums vor. Die Leadsingle „Inbetweener“ kann man getrost als einen der straightesten Countryrocker der letzten Jahre bezeichnen. Ein echtes Juwel, das mit Hammond-Beigabe und ZZ-Top-ähnlichen Riffs den Glanz des Albums erstmalig unter Beweis stellt. „Easy“ hingegen ist relaxt, bluesy und damit wie gemacht für die Autofahrten auf den einsamen Highways des Texas Panhandle. Nach dem deftigen Punk-Rocker „Revolution“ folgt mit „Back Closer“ ein weiteres Highlight aus der Kategorie Texas Country, das durch Glam-Rock-Riffs im Refrain eine besondere Note enthält. Auf „Got It“ wird der Oklahoma- Einfluss von The Departed am deutlichsten. Nach einem spirituellen Drum-Intro sorgen psychodelische Rockpassagen mit einer angedeuteten Hip-Hop-Phrasierung für eine spannende Stilmischung. Neben dem rowdyhaften „Great Big Nothing“ und dem erdigen Southern-Rocker „Boss Of Me“ darf Song Nr. 8 „Maker“ nicht unerwähnt bleiben. Hier haben die Rock-Riffs Pause und machen Platz für eine befreiende Country-Outlaw-Hymne, die Canadas poetische Ader offenlegt. Der Schlusspunkt „All Nighter“ präsentiert sich in einem positiv gestimmten Folkgewand und rundet ein Album ab, das sich musikalisch auf Top-Level-Niveau präsentiert und 25 Jahre früher wohl das Zeug zum Kultalbum gehabt hätte.

Fazit: Cody Canada hat als Anchorman seiner Formation The Departed alle Register gezogen, um dem einst populären Southern-(Country)- Rock ein Revival zu verpassen. Auch wenn „Hippielovepunk“ bisweilen wie eine Zeitreise in die Hochphase der späten 70er und 80er Jahre wirkt, werden hier Türen geöffnet, die aktuell auch von Bands wie Whiskey Myers oder Blackberry Smoke beschritten werden. Canada bleibt mit seinem ausdrucksstarken, stilistisch-sauberen Machwerk ein Aushängeschild der Red-Dirt-Szene und sollte hiermit an vergangene Ragweed-Erfolge anknüpfen können.

Cody Canada & The Departed - Hippielovepunk

Künstler / Albumtitel: Cody Canada & The Departed – Hippielovepunk
Format / Label / Veröffentlicht: CD & Digital (Blue Rose Records 2015)

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Trackliste:

01. Comin To Me
02. Inbetweener
03. Easy
04. Revolution
05. Back Closer
06. Got It
07. Great Big Nothin
08. Maker
09. Stay
10. Boss of Me
11. All Nighter

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Über Bernd Wenserski (588 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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