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Bonnie Raitt: Dig In Deep

Dig In The Deep - klingt genauso wie man es von Bonnie Raitt erwartet. Traditioneller Laid-Back-Blues-Rock ohne Experimente.

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Bonnie Raitt (Dig In Deep)

Seit den siebziger Jahren ist Bonnie Raitt eine feste Größe im US-Musikbusiness. Die Tochter des Broadway-Stars John Raitt ist vor allem als virtuose Slide-Gitarristin und Blueskünstlerin bekannt, aber seit ihren Anfängen hat sie sich immer wieder auch in Country- und Folkgefilden begeben und darf daher auch mit Fug und Recht als Americana-Star bezeichnet werden. Gerade hat sie bei den Grammy-Verleihungen ein großartigen Auftritt zu Ehren B.B. Kings zusammen mit Gary Clarke Jr. und Country-Outlaw Chris Stapleton hingelegt, da ist schon ihr neues Album Dig In Deep in den Plattenregalen. Das erste mit neuen Songs seit über zehn Jahren.

In dieser Dekade hatte sie die zweite schwere persönliche Krise seit Mitte der 80er Jahre zu verkraften. Warfen sie damals Alkohol und Drogen aus der Bahn, bis sie Ende des Jahrzehnts ein Comeback feierte, so war es in den Jahren 2004 bis 2009 der Verlust der Eltern und des Bruders. Sie zog sich mehr als ein Jahr ganz vom Musikerleben zurück und beobachtete in ihrem Haus den Wechsel der Jahreszeiten. 2011 ging sie wieder auf Tour und erst jetzt war wieder die Zeit gekommen, neue Songs zu schreiben und aufzunehmen.

Und „Dig In The Deep“ – ihr 20. Album! – klingt genauso wie man es von ihr erwartet hatte. Traditioneller Laid-Back-Blues-Rock, ohne Experimente, ohne die Genregrenzen zu verlassen. Für Hard-Core-Bluesfans sicher ein Vergnügen, für alle anderen fehlt wahrscheinlich die Abwechslung. Erst mit den letzten beiden Songs „You’ve Changed My Mind“ und „The Ones We Couldn’t Be“ wechselt sie zu langsamen Country- und Folkballaden.

Da sie in ihren Texten wichtiges zu den Themen Liebe, Verlust und Veränderungen zu sagen hat, ist es sehr schade, dass sie hier nicht gewagt hat, den uniformen Bluessound zu verlassen. Denn man merkt den Songs der mittlerweile 66-jährigen Kalifornierin an, dass da etwas ein einschneidendes in ihrem Leben passiert ist, dass sie sich nicht auf lieb gewonnene Personen stützen kann. Darum ist es ein sehr persönliches, sehr ehrliches und nachdenkliches Album geworden.

Und so ist dieses Album dann auch am besten, wenn man diesen Texten – wie in den Songs „Unintended Consequence of Love“, „All Alone With Something To Say“ „Undone“ und natürlich den beiden oben genannten Balladen– konzentriert seine Aufmerksamkeit schenkt. Und wenn Bonnie so richtig den Bluesrock abgehen lässt. Das aber ist hier zu selten der Fall. Aber wir können uns ja auf Ihr Deutschland-Konzert in Frankfurt am 7. Juni freuen. Denn auf alle Fälle ist diese Frau ein unvergleichliches Live-Erlebnis!

Fazit: Solide Bluesplatte mit Folk- und Country-Einsprengseln. Prädikat: Gut, dass sie zurück ist!

Bonnie Raitt - Dig In Deep

Titel: Dig In Deep
Künstlerin: Bonnie Raitt
Veröffentlichungstermin: 26. Februar 2016
Label: Redwing Records
Vertrieb: Warner Music Germany
Laufzeit: 52:24 Min.
Format: CD, Digital & Vinyl
Genre: Blues-Rock, Americana

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Trackliste:

01. Unintended Consequence Of Love
02. Need You Tonight
03. I Knew
04. All Alone With Something To Say
05. What You’re Doin‘ To Me
06. Shakin‘ Shakin‘ Shakes
07. Undone
08. If You Need Somebody
09. Gypsy In Me
10. The Comin‘ Round Is Going Through
11. You’ve Changed My Mind
12. The Ones We Couldn’t Be

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Über Thomas Waldherr (591 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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