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Jack Grelle: Got Dressed Up To Be Let Down

Jack Grelle spielt Honky-Tonk mit gesellschaftskritischen Texten.

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Jack Grelle - Got Dressed Up To Be Let Down Jack Grelle - Got Dressed Up To Be Let Down. Bildrechte: Big Muddy Records

Von wegen nur New York, Nashville und Los Angeles. Auch im amerikanischen Heartland gibt es richtige Hot-Spots für Folk, Rock und Country. Hierbei tut sich immer mehr St. Louis, Missouri, hervor. Die dortige vielfältige Szene hat neben dem „Hans Dampf in allen Gassen“ Pokey LaFarge nun mit Jack Grelle die zweite Galionsfigur hervorgebracht. Sein neues Album Got Dressed Up To Be Let Down ist aus mehreren Gründen großartig geraten.

Da es sich hier um Musik handelt, fangen wir auch mit ihr an. Grelle gelingt hier eine schmissige Mischung aus Honky-Tonk, Balladen, Folk-Rock, Tejano und Cajun. Er kann Melodien und Refrains schreiben, die im Ohr bleiben. So ist sein neues Album ein kurzweiliges, mitreißendes Vergnügen.

Doch das wirklich überraschende sind seine Texte. Der Sänger und Songwriter aus St. Louis beschäftigt sich mit gesellschaftlichen Themen, die sonst in der Countrymusik eher ausgeblendet werden. So ist der Titelsong ein leidenschaftliches Statement gegen die gesellschaftliche Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen. „Changes Never Made“ wiederum richtet sich voller Sympathie an die Afroamerikanische Community. Bei all den Morden an Schwarzen in letzter Zeit kann man sich schon fragen, wieviel sich seit Bürgerkrieg, Sklavenbefreiung und der Bürgerrechtsbewegung wirklich verändert hat.

Doch Grelle singt keine „Fingerpointing Songs“, sondern erzählt Geschichten aus dem wahren Leben mit einer klaren Haltung, die man in der Countryszene leider viel zu oft vermisst. Damit sowie mit seiner Mischung aus Texten und Dramaturgie seiner Songs und seinem musikalischen Talent bildet Grelle eine Ausnahmeerscheinung in der aktuellen Country und Americana-Szene.

Dass seine Musik und deren Botschaften gut ankommt, ist ihm gerade wieder einmal bewiesen worden. Ende November bekam er für sein 2014er Album „Steering Me Away“ die Auszeichnung für das beste Country Album bei den Independent Music Awards.

Fazit: Eine absolute Entdeckung. So sollte Country und Americana heute sein. Musikalisch packend, mit klarer gesellschaftlicher Haltung, ohne belehrend sein zu wollen. Prädikat: Shooting Star!

Jack Grelle – Got Dressed Up To Be Let Down: Das Album

Jack Grelle - Got Dressed Up to Be Let Down

Titel: Got Dressed Up To Be Let Down
Künstler: Jack Grelle
Veröffentlichungstermin: 09. Dezember 2016
Label: Big Muddy Records
Vertrieb: Galileo
Tracks: 10
Laufzeit: 32:55 Min.
Genre: Country, Americana

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Trackliste:

01. Heart’s For Mine
02. Birthday Cards
03. Got Dressed Up To Be Let Down
04. Set On Me
05. Hilltop Of Sand
06. Changes Never Made
07. Not Takin‘ After Me
08. These Walls
09. When To Run
10. New Mexico

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Über Thomas Waldherr (575 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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