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The White Buffalo gibt umjubeltes Konzert in Frankfurt

The White Buffalo (Jake Smith) im Gibson - Mit Spielfreude durchs Konzert gestürmt.

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The White Buffalo - Live The White Buffalo - Live. Bildrechte: Thomas Waldherr

Vielen ist The White Buffalo dadurch bekannt, das seine Songs Verwendung in der US-TV-Serie „Sons of Anarchy“ fanden. Insbesondere „Come Join The Murder“ wurde dadurch einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Weniger kennen ihn aber nur von seiner Musik her, und so ist The White Buffalo aka Jake Smith immer noch ein Geheimtipp. Und so war es auch kein Wunder, dass das Gibson, der schicke Frankfurter Club mitten auf der Einkaufsstraße Zeil nicht ganz gefüllt war.

Da hatte dann auch der Berichterstatter Platz genug, sich an einer Art Balustrade in Thekennähe mit guter Sicht auf die Bühne einen kleinen komfortablen Arbeitsplatz einzurichten, der den Getränkenachschub leicht machte. Doch bevor er die Americana-Musik genießen konnte, musste er eine Vorband über sich ergehen lassen. Die Wortwahl ist daher so drastisch, weil es mittlerweile immer öfter ein Ärgernis ist, wie ohne Rücksicht auf die Publikumserwartungen hier von Konzertveranstaltern oder Plattenfirmen Packages geschnürt werden, die so nicht zusammengehören. Hier war die psychedelische Garagenrock von „The Loranes“ einfach fehl am Platz und ist auch nicht im Sinne der Künstler, die von einem Teil des Publikums an diesem Abend freundlich aufgenommen, vom Rest aber schweigend hingenommen werden. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen: Es geht hier nicht darum, einem Publikumsverhalten a la „Keine Experimente bitte!“ nach dem Mund zu reden. Es geht darum, ob der Konzertbesucher ernst genommen wird. Denn in der Regel werden die Vorgruppen nicht angekündigt, man kauft also die Katze im Sack. Anders ist es, wenn bestenfalls Vorgruppe und Haupt-Act- auch sonst künstlerische Beziehungen pflegen oder der Opener wenigstens musikalisch zum Haupt-Act hinführt.

Doch wie auch immer, auch das ging vorüber, und recht pünktlich kurz nach 21.00 Uhr steht „The White Buffalo“ mit seinen beiden Mitmusikern an Schlagzeug und Bass auf der Bühne. Kurz nach 22.30 Uhr ist er schon wieder fertig. Dazwischen liegen prall gefüllte, etwas mehr als anderthalb Stunden, in den Smith regelrecht durchs Programm stürmt. Er bekommt mehr als zwanzig Songs unter, ist im Kontakt mit dem Publikum und in den Ansagen sehr minimalistisch (andere, größere Kollegen bekommen dafür regelmäßig Schelte ab), hält aber dadurch das Tempo hoch und manchmal gehen die Songs sogar ineinander über.

Dennoch liefert das ebenso spielfreudig wie routiniert bestrittene Konzert einige Höhepunkte. „Bar And The Beer“ ist ein wunderschöner Honky-Tonk-Song, Jodeln inklusive, bei „In The Sun“ pfeift er sehr wunderbar und bei „Come Join The Murder“ gibt es für das Publikum kein Halten mehr, weil er Song und die Spannung meisterhaft aufbaut. Durch seine sonore Stimme und die dunklen Americana-Töne ist es Konzert fesselnd, wenn auch manchmal die Konturen der Songs sich verlieren und der Klangteppich aus Schlagzeug, akustischer Gitarre und E-Bass zu simpel daher kommt. Hier wäre der Barde aus Oregon gut beraten, mehr Zeit und Konzentration auf die musikalische Begleitung seiner Songs zu investieren. Seine oftmals düsteren und sozialkritischen Texte sind einfach zu gut und zu wichtig, als das sie unter derbem Einheits-Rockbrei versteckt werden dürfen.

So waren die stärksten Momente im Konzert, wenn sich Smith an die Wurzeln dieser Musik und die Stärke seines eigenen Vortrags erinnerte. Alles andere war routinierte Unterhaltung. Und die stieß beim Publikum auf Gegenliebe, denn der Jubel und die Begeisterung war bei denen, die waren ebenso groß wie die Spannung beim Berichterstatter, ob und wie sich The White Buffalo in sagen wir mal drei Jahren entwickelt hat, wenn er nicht mehr in TV-Serien gespielt wird. Wir beobachten ihn weiter mit großer Sympathie.

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