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Bluegrass Music & More!

Grass Unlimited bei "Americana im Pädagog".

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Grass Unlimited Grass Unlimited: Markus Kahnert, Volker Strauch, Sylvia Werner, Rüdiger Horne, Michael Jockel, Gérard Moeres.

Die südhessische Formation Grass Unlimited spielt feinste Bluegrass Music. Am Donnerstag, den 28. März 2019, ab 20.00 Uhr, sind die Lokalmatadoren bereits zum zweiten Mal in der von Country.de präsentierten Darmstädter Konzertreihe Americana im Pädagog zu Gast. Der Eintritt für den Abend im Theater im Pädagog (Pädagogstraße 5) beträgt 15,- Euro.

Die Bluegrass-Musik entstand in den 1930er und 40er Jahren in den Bergen von Kentucky und Tennessee. Als ihr Vater gilt Bill Monroe, der Old-Time-Fiddle und Hillbilly-Stücke, sowie angloamerikanischen Balladen mit afroamerikanischer Tanzmusik und traditionellem Gospel-Harmoniegesang verschmolz. So wechseln denn auch bei Grass Unlimited tanzbare Rhythmen amerikanisch-folkloristischer Gesangstitel mit schnellen, melodischen Instrumentals, 3-stimmigen Gesängen und avantgardistisch anmutenden Einlagen. Jazz, Rock und Gypsy Swing werden ebenso verarbeitet wie traditionelle Irishfolk- und Blueselemente. Die Musik von „Grass Unlimited“ macht Spaß und verbreitet gute Laune!

Für Country.de sprach Thomas Waldherr mit Michael Jockel, dem Banjospieler von Grass Unlimited, der auch das Banjospielen lehrt und in Deutschland einer der Besten seiner Zunft ist.

Country.de: Wie und wann kamst Du zum Banjo?

Michael Jockel: Das war Mitte der 70er Jahre. Ich spielte in einer Folk Gruppe Vanin Freya. Da kam man natürlich unweigerlich auf Pete Seeger und sein Banjo. Unser Gitarrist hatte sich ein Banjo gekauft, welches ich mir für ein paar Wochen auslieh und mir mit Hilfe des damals einzigen Banjo-Lehrbuches „How to play the 5-string Banjo“ von Pete Seeger die Grundbegriffe der Frailing Technik aneignete. Danach kaufte ich mir auch so ein Banjo: open back Framus Nashville Derroll Adams Modell, welches ich heute noch gerne für Frailing und Clawhammer benutze. Zum Bluegrass Banjo kam ich dadurch, dass ich die Möglichkeit hatte AFN TV zuhause zu empfangen. Dort schaute ich dann regelmässig die „Hee Haw Show“ und die „Beverly Hillbillies“ mit der Musik von Flatt & Scruggs.

Als ich dann bei einem England-Aufenthalt die drei-fach LP „Will the Circle Be Unbroken“ der Nitty Gritty Dirt Band in die Finger bekam, wusste ich genau was ich auf dem Banjo spielen wollte, Bluegrass. Leider gab es in Deutschland zu dieser Zeit wenig Möglichkeiten an entsprechende Platten oder Lehrmaterial heranzukommen. Daher nutzte ich gerne die England Aufenthalte um mich mit Material einzudecken.

Country.de: Wie wichtig sind Dir die Banjo-Workshops?

Michael Jockel: Sehr wichtig, es gibt nach wie vor nur sehr wenige Lehrer für das 5-string Banjo und aus eigener Erfahrung weiss ich, wie schwierig es ist, den richtigen Einstieg zu bekommen, wenn es einem niemand zeigt und man sich alles selbst beibringen muss. Zwar sind die Möglichkeiten an Material zu kommen heute durch das Internet viel grösser geworden, jedoch ist man selbst mit den vielen YouTube Tutorials alleine gelassen, wenn es um die Kontrolle dessen geht, was man gelernt hat. Ausserdem beschränken sich die Tutorials meist auf einzelne spezielle Stücke und vernachlässigen die Tatsache, dass einmal gelernte Licks auch auf andere Stücke übertragen werden können.

Durch die Workshops sehe ich, dass ein grosses Interesse für das 5-string Banjo und speziell das Bluegrass Banjo vorhanden ist. Eine solide Picking Technik ist sehr wichtig und leicht verfällt man als Anfänger in den Fehler auf dem Banjo Gitarre zu spielen.

Der soziale Aspekt ist bei den Workshops sehr wichtig. Man lernt gleichgesinnte Musiker kennen und kann sich später auch ausserhalb der Workshops zum Musizieren treffen. So sind bereits aus den Workshops einige Bluegrass Gruppierungen hervorgegangen.

Country.de: Was fasziniert Dich am Bluegrass?

Michael Jockel: Bluegrass ist zunächst mal von den Harmonien her gesehen eine recht einfache Musikrichtung (3 bis 4 Akkorde reichen meistens aus). Was die Faszination des Bluegrass ausmacht ist zunächst einmal die Präzision des Timings in einer guten Bluegrass Band. Alle Musiker spielen genau auf den Punkt und treiben somit das Lied voran. Ebenso faszinierend ist die Virtuosität der Instrumentalisten bei ihren Soli und der mehrstimmige Gesang.

Die Gemeinschaft der Bluegrass-Musiker und Fans ist eine kleine Gruppe von netten Leuten. Man sieht sich bei den einschlägigen Veranstaltungen und Festivals und nimmt oft lange Wege auf sich um dabei zu sein und miteinander zu Jammen. (so hatten wir z.B. beim Alison Brown Konzert in Darmstadt Gäste aus Berlin)

Country.de: Wie sind „Grass Unlimited“ entstanden?

Michael Jockel: In den frühen 80er Jahren suchte Gerard, der bislang mit dem Gitarristen Chris Jones in Wiesbaden zusammen gespielt hatte, Musiker zur Gründung einer Bluegrass Band. Ich meldete mich und bald zogen noch ein paar Freunde nach. Damals hießen wir noch „Rounders“ oder „Fair Weather“. Nach mehreren Umbesetzungen kam dann Anfang der 90er Jahre Rüdiger dazu. Einen Bassisten hatten wir damals noch nicht und so wanderte der Bass immer vom Einen zum Anderen, bis dann Mitte der 90er Volker mit seinem Kontrabass dazu kam.

1998 nahmen wir dann unsere erste CD auf: „Texas Bar-B-Q“. Es folgten wiederum einige Umbesetzungen besonders bei der Fiddle bis dann vor ca. 10 Jahren Markus an der Fiddle und Sylvia mit ihrer Stimme dazu kamen. 2016 haben wir dann unsere 2. CD „Cutting Grass“ produziert.

Country.de: Wie würdest Du Deine Bandkollegen charakterisieren?

Gerard: Gründungsmitglied und Freund seit nun bald 40 Jahren. Er bedient die Gitarre und bringt das Publikum zum Mitsingen. Volker: Bildet den Puls der Band durch seinen Kontrabass. Er unterhält unser Publikum mit witzigen und hintergründigen Ansagen. Rüdiger: Unser Multi-Instrumentalist wechselt zwischen Dobro, Mandoline und Gesang und bildet den ruhenden Pol in der Band. Markus: Genau das Gegenteil, er bedient die Fiddle quirlig und virtuos bei seinen Soli und ist immer für ausgefallene Ideen gut. Sylvia: Sie ist die Stimme von Grass Unlimited, flexibel bei Interpretationen von Rock Klassikern bis zu sanften Balladen à la Alison Krauss.

Country.de: Auf was dürfen sich die Zuhörer am 28. März bei „Americana im Pädagog“ freuen?

Michael Jockel: Da wir ja mit „Grass Unlimited – Bluegrass & Beyond“ schon recht lange nicht mehr im TIP waren, dürfen sich die Zuhörer auf neue Stücke freuen. Diese Titel werden vornehmlich aus dem Bereich „Beyond“ stammen.

Wie immer garantieren wir eine gute Stimmung bei unseren Konzerten und beste Unterhaltung nicht nur für die Ohren, sondern auch für die Augen. Wir treten traditionell mit nur einem Vintage-Mikrophon auf und bringen durch die dafür notwendige Choreographie viel Bewegung auf die Bühne.

Karten für die Veranstaltungen können im Vorverkauf im Darmstadt-Shop im Luisencenter sowie online unter www.paedagogtheater.de erworben werden. Vorbestellungen sind unter 06151 – 66 01 306 telefonisch und unter theaterimpaedagog@gmx.de per E-Mail möglich.

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