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Don Williams – Der sanfte Riese wäre am 27. Mai 80 geworden

Das umfangreiche Special zum Gedenken an Don Williams - dem "Gentle Giant" der Country Music.

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Truck Stop 2019
Don Williams Don Williams. Bildrechte: Caroline, Sugar Hill Records

Es gab die Countrysänger, bei denen fünf Takte und zwei Zeilen reichten, um sie zu erkennen: ein solcher Künstler war Don Williams. Seine lässig klingende, tiefe und angenehme Stimme verbunden mit unaufdringlichen Arrangements, die wirklich nur Hintergrundmusik waren, gewann dem Texaner eine riesige Fanschar und sorgte für entsprechende Verkaufszahlen. Viele seine Hits waren und sind eingängige Ohrwürmer, an denen man sich nicht satt hören kann, so zum Beispiel „Some Broken Hearts Never Mend“, „Amanda“, „I Still Believe In You“ oder „I’m Just A Country Boy“.

Donald Ray Williams wurde am 17. Mai 1939 in texanischen Floydada (heißt wirklich so) geboren, einem kleinen Städtchen, das eigentlich nur zwei Exportschlager kennt: den massenhaft angebauten Kürbis und eben den Countrysänger Don Williams. Er war 18 Jahre alt, als er sich entschloss, Berufsmusiker zu werden. Seine ersten Erfolge feierte er in der Popmusik. Mit Susan Taylor und Lofton Kline gründete er 1964 die Pop-Folkgruppe „Pozo Seco Singers“, deren beste Platzierung in den Top 100 zweimal die Nummer 32 mit „I Believed It All“ und „Look What You“ve Done“ waren. 1970 trennten sich die drei und Don Williams zog sich leicht frustriert nach Texas zurück, um als Songschreiber seine Brötchen zu verdienen. Das wiederum machte es notwendig, nach Nashville zu ziehen, wo sein Talent den Plattenfirmen nicht verborgen blieb. Eigentlich hatte er nach eigener Aussage nur „nebenbei“ etwas singen wollen.

Doch aus dem Nebenbei wurde bald ein Hauptberuf. Bei der kleinen Firma JMI 12 erschien seine erste Single, die er selber geschrieben hatte: „The Shelter Of Your Eyes“ stieg am 16.12.1972 in die Country-Hitparade ein und schaffte es auf Platz 14. Auch die folgende Scheibe des Newcomers gefiel. Aus der Feder von Bob McDill, mit dem ihm eine erfolgreiche Zusammenarbeit beschieden war, stammten A und B-Seite, „Come Early Morning“ und „Amanda“ (Platz 12 und 33). „Amanda“ wurde in der Version von Waylon Jennings etwas später ein Nummer-Eins-Hit, aber nicht wenige sagen, dass die Originalversion von Don schöner klingt.

Erfolg zeitigt bessere Verträge und so wechselte Williams 1974 zu ABC/Dot, einer Firma, die ihn recht aggressiv mit Promotion bei den Country-Radios unterstützte. Zudem hatte Williams Glück, als ihm ein Tankwart in Nashville ein Tape mit vier Liedern mitgab. Al Turney hieß der Typ und dessen Lied, das Williams besonders gut gefiel war „I Wouldn’t Want To Live If You Didn’t Love Me“. Der höchst eingängige Song stand nach nur 12 Wochen am 21. September 1974 an der Spitze der Country-Charts. Dies war der erste von insgesamt 17 Nummer-Eins-Erfolgen, darunter „You’re My Best Friend“ (1975 ), „(Turn Out The Light And) Love Me Tonight“ (1975), „Lord I Hope This Day Is Good“ (1981) und zuletzt „Heartbeat In The Darkness“ (1986).

Vielleicht am meisten in Erinnerung geblieben ist ein Song, den Danny Flowers schrieb und bei dem Williams ein für ihn außergewöhnliches Tempo anschlug, „Tulsa Time“, auch Nummer 1 im Jahr 1979.Von dem Song gibt es eine Coverversion von Eric Clapton, die noch immer bei SWR 1 zu hören ist. Nach 56 Titel nahm Williams 1992 mit „It’s Who You Love“ Abschied aus der Country-Charts. Ein Rückenleiden hatte ihn schon seit Jahren gequält und er ließ es ruhiger angehen. Doch bis ein Jahr vor seinem Tod am 8. September 2017 war Don Williams immer wieder unterwegs, ob in Nordamerika, Südafrika und vor allem in Irland und England, wo er ebenfalls sehr populär blieb und in den dortigen Pophitparaden wesentlich erfolgreicher als in den Staaten war. 2010 wurde er in die Country Music Hall Of Fame aufgenommen. 2012 erschien seine letzte CD „And So It Goes“, bei der Alison Krauss und Vince Gill mitmachten.

Vor seinen späteren CDs ist mir vor allem „Borrowed Tales“ aus dem Jahr 1995 in Erinnerung geblieben. Hier hatte er 13 seiner Lieblingssongs anderer Künstler liebevoll aufgenommen, ein echtes Juwel der Countrymusik, verziert mit einigen Popoldies wie „Crying In The Rain“. Eine noch ausführlichere Würdigung von Don Williams hat übrigens mein verehrter Kollege Manfred Vogel hier bei Country.de im Juni 2012 veröffentlicht. Sein letztes Studioalbum erschien im März 2014.

Don Williams – Reflections: Das letzte Studioalbum

Don Williams - Reflections

Titel: Reflections
Künstler: Don Williams
Veröffentlichungstermin: 11. März 2014
Studio: Sound Emporium Studios, Nashville
Label: Caroline
Vertrieb: Sugar Hill Records
Formate: CD, Vinyl & Digital
Laufzeit: 34:18 Min.
Tracks: 10
Genre: Traditional Country

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Trackliste & Songschreiber: (Reflections)

01. I’ll Be Here In The Morning (Townes Van Zandt)
02. Talk Is Cheap (Chris Stapleton, Guy Clark, Morgane Hayes)
03. I Won’t Give Up On You (Britton Cameron, Jordyn Shellhart)
04. Sing Me Back Home (Merle Haggard)
05. Working Man’s Son (Bob Regan, Jim Collins)
06. Healing Hands (Rex Benson, Steve Gillette)
07. If I Were Free (Jesse Winchester)
08. Stronger Back (Doug Gill)
09. Back To The Simple Things (Jennifer Hanson, Mark Nesler, Marty Dodson)
10. The Answer (Tony Arata, Steve Warner)

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Über Franz-Karl Opitz (607 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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