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Florida Georgia Line: The Acoustic Sessions

Florida Georgia Line beweisen mit "The Acoustic Sessions", dass sie auch die leisen Töne beherrschen.

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Florida Georgia Line - The Acoustic Sessions Florida Georgia Line - The Acoustic Sessions. Bildrechte: Big Machine Label Group (BMLG Records)

„Ohne Strom“ ist „in“! Sind es doch gerade die leisen, reduzierten Töne, die den wahren Glanz eines Interpreten zum Vorschein bringen. Doch funktioniert ein solches Konzept auch bei Florida Georgia Line? Mit brachialen Powersounds und derben Bro-Messages haben die Guys aus dem Südosten ihren Status als Top-Duo des New Country zementiert und damit die Szene gewissermaßen in zwei Lager aufgeteilt.

Seit ihrem kometenhaften Aufstieg im Jahr 2012 mit dem genredefinierenden 10-Millionen-Seller „Cruise“ sind Tyler Hubbard und Brian Kelley als Hitgaranten gesetzt. Auf vier Studioalben verteilt wurde eine Serie von 18 Hitsingles veröffentlicht; 12 davon erreichten die Spitze der Country-Charts. Mit dem Pop-Crossover „Meant To Be“ an der Seite von Bebe Rexha wurde ein Welthit kreiert, der die beiden Bro-Guys vorübergehend aus dem engen Dunstkreis des New-Country befreite. In Anbetracht dieser Erfolge scheint die Zeit reif für eine erste Bilanz in Form eines „Best-Of-Albums“.

Der Mann hinter dem Erfolgsduo ist Ex-Nickelback-Produzent Joey Moi. Mit zuverlässigem Instinkt hat dieser bislang die goldrichtigen Karriereentscheidungen getroffen. Dabei wird die riskante Kombination von „Best Of“ und „Akustik“ durch eine meisterhafte Produktion mit ausdrucksstarker Instrumentierung zu einem weiteren genialen Schachzug. FGL-Fans werden ihre Lieblinge sofort wiederentdecken und notorische Kritiker bekommen die Chance, das Bro-Duo von einer anderen Seite neu zu erleben.

The Acoustic Sessions besteht in fast chronologischer Abfolge aus den ersten 17 veröffentlichten Single-Tracks. Die FGL-typische Dynamik bleibt durch perkussiven String-Einsatz erhalten und gibt dem ausdrucksstarken Organ Tyler Hubbards freieren Raum. Neben Akustikgitarren schaffen Dobros, Banjos und Mandolinen und Bouzoukis ein lebendiges Soundbild. Die gesangliche Interpretation ist kraftstrotzend und bleibt sehr nah an den Originalen. Damit ist die Gefahr einer überreduzierten, für Unplugged-Recordings oft typischen Andachtsatmosphäre durchweg gebannt.

„Cruise“ als Opening-Track gibt die Richtung vor, von der auch weitere Upbeat-Hits wie „Round Here“, „Get Your Shine On“ oder „Sippin‘ On Fire“ profitieren. Die von Saiten-Cracks wie Ilya Toschinski, David Garcia oder Bryan Sutton entfachte String-Rhythmik wirkt mitreißend und lässt die „electric energy“ der Originalsingles fast vergessen. Dass Hubbard & Kelley auch als Interpreten großer Balladen überzeugen können, ist Kennern der Band nicht neu. Auf „The Acoustic Sessions“ erhalten Songs wie „Stay“, das grandiose „Dirt“ oder der Gospel-Pop-Crossover „H.O.L.Y.“ durch die stärkere Stimmpräsenz Tyler Hubbards zusätzlichen, aber keinesfalls übertriebenen Pathos.

Um den Wiedererkennungswert nicht zu gefährden, hat man mit Luke Bryan auf „This Is How We Roll“, Tim McGraw auf „May We All“ und den Backstreet Boys auf „God Your Mama & Me“ das Originalstarensemble antreten lassen. Gerade „May We All“ erhält als String-Version ohne den fetten Originalbeat gewinnende Momente. Der seichte Whistler „Sun Daze“ gewinnt durch ein Bouzouki-Solo zusätzliche Qualitätspunkte, während der Mega-Seller „Meant To Be“ mit Unterstützung Bebe Rexhas kaum neue Facetten bietet.

Unterm Strich darf man sich über ein gelungenes Best-Of-Album freuen, das im Akustikgewand und ohne innovative Schnörkel den Charakter des erfolgreichsten Countryduos des letzten Jahrzehnts auf authentische Weise hervorhebt.

Top-Versionen: „Stay“, „Dirt“, „Confession“, „May We All“.

Fazit: Florida Georgia Line erfinden sich auf „The Acoustic Sessions“ keineswegs neu, sondern legen Facetten offen, die flüchtigen Hörern bislang verborgen geblieben sind. Für Fans ein Muss; für Newcomer eine willkommene Chance zur Neuentdeckung.

Florida Georgia Line – The Acoustic Sessions: Das Album

Florida Georgia Line - The Acoustic Sessions

Titel: The Acoustic Sessions
Künstler: Florida Georgia Line
Veröffentlichungstermin: 4. Oktober 2019
Label: Big Machine Label Group (BMLG Records)
Vertrieb: Universal Music
Formate: CD, Vinyl & Digital
Laufzeit: 55:06 Min.
Tracks: 17
Genre: New Country, Akustisch
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten

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Trackliste: (The Acoustic Sessions)

01. Cruise
02. Round Here
03. Stay
04. Get Your Shine On
05. This Is How We Roll – mit Luke Bryan
06. Sippin‘ On Fire
07. Sun Daze
08. Dirt
09. Anything Goes
10. Confession
11. Smooth
12. H.O.L.Y.
13. May We All – mit Tim McGraw
14. God, Your Mama, And Me – Backstreet Boys
15. Simple
16. Talk You Out Of It
17. Meant To Be – mit Bebe Rexha

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Über Bernd Wenserski (585 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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