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Sierra Ferrell: Long Time Coming

Sie ist ein Unikat in der Country & Americana-Szene. Sierra Ferrell und ihre Musik passen in keine Schublade, erfreuen aber umso mehr durch die fantastische Mischung aus Country und Jazz, Bluegrass und Tango.

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Sierra Ferrell - Long Time Coming Sierra Ferrell - Long Time Coming. Bildrechte: Concord (Universal Music)

Viele Jahre hat sie in Nashville die „Ochsentour“ gemacht. An den Straßenecken und in den Honky Tonks sich ihre Sporen verdient. Dann lange Zeit der Geheimtipp aufgrund ihrer wilden Musikmischung und ihrer temperamentvollen Performance gewesen. Und dann endlich kamen die Leute von der Plattenfirma und haben sie engagiert.

Treibende Akkorde und hinter jeder Ecke eine Überraschung

Es sind schon schlechtere Deals gemacht worden. Auf ihrem Premiere-Longplayer Long Time Coming überzeugt Sierra Ferrell mit großartiger, unterhaltsamer, sehr gut gemachter Musik. Treibende Akkorde und schöne Tempo- und Stimmungswechsel machen das Album wunderbar abwechslungsreich. Und an jeder Ecke lauert eine Überraschung. Da ist die singende Säge, die die Sängerin beim Startsong „The Sea“ zu Rate zieht. Da ist die Cowboy-Song-Attitüde bei „Jeremiah“, während sich bei „Bells Of Every Chapel“ Classic Country mit Swing mischt. By „Far Away Across The Sea“ werden sogar lateinamerikanische Rhythmen und Mariachi-Trompeten mit einbezogen, ein andermal sind Tangoklänge zu hören.

Das Album spiegelt somit sehr hörenswert den Typus dieser Musikerin wieder. Sie hat eine enorme musikalische Bandbreite und will sich in keine Schublade stecken lassen: „Ich möchte, dass meine Musik so ist, wie mein Geist ist – überall“, sagt Ferrell. „Ich höre alles von Bluegrass über Techno bis hin zu Gothic Metal, und das alles inspiriert mich auf unterschiedliche Weise, die ich versuche, in meine Songs einfließen zu lassen und die Leute wirklich fühlen zu lassen.“

Illustre Begleitmusiker

Mit dem 10-fachen Grammy-Preisträger Gary Paczosa (Alison Krauss, Dolly Parton, Sarah Jarosz) und dem australischen Musiker Stu Hibberd als Produzenten, und aufgenommen in den Nashville-Studios Southern Ground und Minutia, ist das wunderbar umgesetzt worden. Begleitet wurde Sierra im Studio von einer bemerkenswerten Reihe von Gastmusikern, darunter Billy Strings, Sarah Jarosz, Dennis Crouch, Jerry Douglas, Tim O’Brien, Chris Scruggs und Rory Hoffman. Mit den besten Nashville Cats entfaltet sich so eine besondere musikalische Stimmung.

Doch natürlich kommt Sierras Talent nicht von ungefähr. Geboren im ländlichen West Virginia und mit der dortigen Folk, Country- und Bluegrassmusik aufgewachsen, ist sie schon mit sieben Jahren in einer örtlichen Bar aufgetreten. Später verbrachte sie einige Jahre mit Straßenmusik und zog mit einer bunten Truppe von Musikern quer durch die Staaten, blieb mal eine Zeit lang in New Orleans, dann eine Zeit lang in New Orleans, bevor sie dann vor ein paar Jahren in die Musikmetropole Nashville zog. Und nun endlich Ihr erstes Album. Und was für eins!

Fazit: Großartiges Debüt-Album einer starken, selbstbewussten Künstlerin. Sierra Ferrell ist noch einiges zuzutrauen.

Sierra Ferrell – Long Time Coming: Das Album

Sierra Ferrell - Long Time Coming

Titel: Long Time Coming
Künstlerin: Sierra Ferrell
Veröffentlichungstermin: 20. August 2021
Label: Concord
Vertrieb: Universal
Format: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 12
Genre: Americana, Country

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Trackliste: (Long Time Coming)

01. The Sea
02. Jeremiah
03. Bells of Every Chapel
04. At The End Of The Rainbow
05. West Virginia Waltz
06. Silver Dollar
07. Far Away Across The Sea
08. Why’d Ya Do It
09. Give It Time
10. In Dreams
11. Made Like That
12. Whispering Waltz

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Über Thomas Waldherr (639 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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