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Aaron Lewis: Frayed At Both Ends

Aaron Lewis liefert mit "Frayed At Both Ends" ein sauber produziertes Album mit einigen starken Songs ab.

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Aaron Lewis - Frayed At Both Ends Aaron Lewis - Frayed At Both Ends. Bildrechte: Big Machine Label Group

Als vor sechs Jahren das Album „Sinner“ von Aaron Lewis erschien, schrieb mein Kollege Bernd Wenserski in seiner Rezension: „Es gibt nicht viel, was Aaron Lewis auf den ersten Blick als Countrysänger auszeichnet. In New England geboren und aufgewachsen hatte der Ex-Frontman der Alternative Rockband Staind respektable Erfolge gefeiert, bevor er sich mit Ende 30 in die kommerziell verlockenden Bereiche des New Country vorwagte. Bislang ohne nennenswerten Erfolg.“ Nur mit dem letzten Satz hat Bernd nicht mehr recht, denn Aaron Lewis feierte 2021 einen völlig unerwarteten Erfolg, als sein „Am I The Only One“ auf Platz 1 der Hot Country Songs einstieg. Dieses Lied sorgte mit seiner unverhüllt patriotischen Botschaft, in der Lewis vorgibt, bereit zu sein, für sein Vaterland zu sterben, für heftige Kontroversen. Es ist sicher kein Zufall, dass die Country-Radiostationen drüben das Lied so selten spielten, dass es in der Airplay Charts nur für Platz 52 langte.

Klar, dass der Erfolgssong einer von 14 Titeln ist, die Lewis für sein neues Album Frayed At Both Ends eingespielt hat. An allen Songs ist er als Co-Autor beteiligt und der Tenor des Albums ist eine seltsame Mischung aus sehr persönlichen Liedern. Dabei verzichtet er auf dem Album auf alles, was an Rock erinnern könnte. Die Lieder sind rein akustisch mit etwas Gitarre vom Bluegrass Spezialisten Dan Tyminski und dadurch kommt Aaron Watson Stimme besondere Bedeutung.

Der einführende Titel „Again“ besingt gleich die Hoffnung, es möge ihm wieder gut gehen wie früher. Wie alle Titel ist die akustische Begleitung angenehm und seine Stimme desgleichen. Weitere Titel, in denen Lewis eher nostalgisch daherkommt, aber überzeugt, sind „Goodbye Town“, „Pull Me Up“ oder „Waiting There For Me“. Sehr gut rüber kommt sein „Stick And Stones“, eine melodische Ballade. Und ruhig und selbstkritisch singt in „Someone“ ein schönes Liebeslied, denn sie hat ihm immer wieder die Fehler verziehen, übrigens das einzige des Albums.

Bluesig klingt „Life Behind Bars“, spärlich instrumentalisiert und mit dem Doppelsinn, dass „bars“ ja sowohl Gefängnis als auch Kneipe bedeuten kann und in ähnlicher Tonlage warnt Lewis mit „One In The Same“ vor Alkohol und Drogen. Gemeinsam mit Vince Gill und Dan Tyminski stimmt er für die Veteranen das Loblied auf den Sanitätsarzt an, der den verletzten Helden Hilfe leistet, „They Call Me Doc“ bietet schöne Harmonien, mit eher gruseligem Text. Seine konservative Haltung wird ebenfalls in seinem „Everybody Talks To God“ deutlich. Keiner kommt ohne Gott aus, selbst wenn er das nicht möchte oder weiß. Ziemlich zweideutig bleibt „Get What You Get“, in dem er die Lügen von, ja von wem?, anprangert. Meint er gar den Ex-Präsidenten? Tendenz: eher nicht Trump-kritisch.

Den Abschluss des Albums hört man mit besonderem Interesse. Der Text von „The Third Degree“ stammt von keinem geringerem als Johnny Cash und die Musik dazu hat dessen Sohn John Carter Cash und Ira Dean geschrieben. Eine düstere Ballade, die an Cashs Spätwerk erinnert, durchaus intensiv interpretiert von Lewis.

Es bleibt ein gemischtes Fazit: Zwar hätten wir inhaltlich auf zwei, drei Songs verzichten können. Aber die CD ist musikalisch glänzend produziert, enthält einige sehr schöne Lieder und Aaron Lewis kann Country, trotz seiner musikalischen und geografischen Herkunft.

Aaron Lewis – Frayed At Both Ends: Das Album

Aaron Lewis - Frayed At Both Ends

Titel: Frayed At Both Ends
Künstler: Aaron Lewis
Veröffentlichungstermin: 28. Januar 2022
Label: Big Machine Label Group
Formate: CD & Digital
Tracks: 13
Genre: Country

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Trackliste: (Frayed At Both Ends)

01. Again
02. Goodbye Town
03. Everybody Talks To God
04. Am I The Only One
05. Kill Me Like You Love Me
06. Pull Me Under
07. Life Behind Bars
08. Waiting There For Me
09. They Call Me Doc – mit CreatiVets & Vince Gill & Dan Tyminski
10. Get What You Get
11. Sticks And Stones
12. One In The Same
13. Someone
14. The Third Degree

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Über Franz-Karl Opitz (968 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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