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Hurray For The Riff Raff: The Past Is Still Alive

Alynda Segarras neues Album ist eine Sammlung von Erinnerungen und bietet wunderbaren Folk-Rock.

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Hurray For The Riff Raff - The Past Is Still Alive Hurray For The Riff Raff - The Past Is Still Alive. Bildrechte: Nonesuch (Rough Trade)

Nach dem Ausflug in den Natur-Punk-Pop mit „Life On Earth“ kehrt Alynda Segarra aka Hurray For The Riff Raff mit ihrem neuen Album zur Roots Music zurück. Was denn auch passend ist, drehen sich doch die Songs von The Past Is Still Alive, um die Erinnerungen. An die Wurzeln von denen man stammt, an die Wege, die man gegangen ist, die Kämpfe, die man ausgefochten hat, die Menschen, die man hinter sich gelassen hat. Und wie das alles am Ende den Menschen geformt hat, der man heute ist.

Tod des Vaters als Initialzündung für das Album

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Also erzählt Alynda von ihrem verstorbenen Vater, nach dessen Tod sie begann, die Songs dieses Albums zu schreiben. Sie berichtet über ihre Kindheit mit puerto-ricanischen Wurzeln in der Bronx. Über ihre Zeit als Punk mit Verzweiflung und Sucht. Als sie völlig verwildert, wie selbst sagt, mit 19 Jahren nach New Orleans kommt und dort die Roots Music entdeckt. Und über den großen Aufbruch, als sie mit der Hobo-Band „Dead Man Street Orchestra“ auf Güterzügen durch Amerika trampte.

Es geht schon richtig schön mit Rumpel-Folk-Rock los. „Alibi“ erzählt von den Kämpfen um eine Liebe, die schon längst verloren ist. „Buffalo“ ist eine Reminiszenz an den legendären Sky Redhawk, den Native American vom Stamm der Lakota, der die Musik seines Volkes mit Folk und Countryklängen verknüpfte. „Hawkmoon“ ist dann die Erinnerung an die erste Transfrau, die Alynda in ihrem Leben traf und „Colossus Of Roads“ erzählt von der ebenso schönen wie verwirrenden und ein bisschen gefährlichen Liebe zu Eileen. Und dies alles wird von einer gewissen Verzweiflung über die Verhältnisse in Amerika grundiert.

Trotz aller Verzweiflung: „Nichts kann mich aufhalten“

Und so malt sie wunderschöne Bilder, um gefallene Menschen, sowie um zum Teil dramatische Situationen und Verwicklungen zu beschreiben. „Dreh- und Angelpunkt der Platte und der schonungsloseste Song ist „Snake Plant (The Past Is Still Alive)“. Wie dünn die Linie zwischen Freiheit und Verwahrlosung, Übermut und Sucht, Liebe und schnellem Sex ist, wie hier von Alynda sehr ehrlich und packend beschrieben. Ein Songmonument, das musikalisch ganz gefällig dahinplätschernd kommt, es aber textlich in sich hat. Am Ende dann die klare Haltung: „Auch das habe ich überstanden, mich kann nichts aufhalten.“

Prominente Unterstützung

Musikalisch hat sie für das Album prominente Unterstützung aus dem Americana-Fach bekommen. Mit dem Erfolgsproduzenten Brad Cook (Bon Iver, Hiss Golden Messenger, American Aquarium) und dem Roots Music-Tausendsassa Conor Oberst (Bright Eyes, Monsters Of Folk, Better Oblivion Community Center) hat sie zwei kongeniale Partner am Start, so dass dem Americana-Erlebnis nichts mehr im Wege steht.

Fazit: „Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen“, schrieb William Faulkner einmal. Auch für Alynda Segarra leben die Geister ihrer Vergangenheit fort. Aber sie hat diese Geister und ihr Leben im Griff und macht wunderbare Musik daraus. Ihr bisher schönstes und schonungslosestes Album und eine gelungene Rückkehr zur Roots Music.

Hurray For The Riff Raff – The Past Is Still Alive: Das 2024er Album

Hurray For The Riff Raff – The Past Is Still Alive

Künstlerin: Hurray For The Riff Raff
Album: The Past Is Still Alive
Veröffentlichung: 23. Februar 2024
Label: Nonesuch (Warner)
Formate: CD, Vinyl & Digital
Tracks: 11
Genre: Americana

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Trackliste: (The Past Is Still Alive)

01. Alibi
02. Buffalo
03. Hawkmoon
04. Colossus Of Roads
05. Snake Plant (The Past Is Still Alive)
06. Vetiver
07. Hourglass
08. Dynamo
09. The World Is Dangerous
10. Ogallala
11. Kiko Forever

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Über Thomas Waldherr (806 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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