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Hurray For The Riff Raff: Rückkehr zu Folk und Americana?

Alynda Segarra kündigt ihr neues Album „The Past Is Still Alive“ für das sie u.a. mit dem Produzenten Brad Cook (Bon Iver) und Conor Oberst zusammengearbeitet hat.

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Hurray For The Riff Raff - The Past Is Still Alive Hurray For The Riff Raff - The Past Is Still Alive. Bildrechte: Nonesuch (Rough Trade)

Hurray For The Riff Raff-Frontfrau Alynda Segarra hat für den 23. Februar 2024 ihr neues Album „The Past Is Still Alive“ angekündigt und wenn man „Alibi“, die erste Single-Auskopplung, hört, dann hört man ein wunderschönes sanftes Folk-Rock-Country-Stück, mit einem ernsten Thema. „The Past Is Still Alive ist ein Album, das sich mit Zeit, Erinnerung, Liebe und Verlust auseinandersetzt und einen Monat nach dem Verlust meines Vaters in Durham, North Carolina, aufgenommen wurde“, sagt Segarra. „‚Alibi‘ ist ein Flehen, ein letzter verzweifelter Versuch, zu jemandem durchzudringen, von dem man bereits weiß, dass man ihn verlieren wird. Es ist ein Lied für mich selbst, für meinen Vater, das mich fast zum Narren hält, weil ich weiß, was getan wurde, ist getan. Aber es fühlt sich gut an zu betteln. Eine Abrechnung mit Zeit und Erinnerung. Das Lied handelt von der Erschöpfung, weil man jemanden so sehr liebt, dass es weh tut. Sucht trennt uns. Mit Erinnerungen an die Lower East Side in den frühen 2000er Jahren meiner Kindheit, gemischt mit Bildern des endlosen Westens, der Künstler und Wanderer anzieht.“

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Wir erinnern uns: Hurray For The Riff Raff sorgten 2014 mit ihrem Album „Small Town Heroes“ für Furore. Es war gleichsam Abschluss und Höhepunkt ihrer jahrelangen Beschäftigung mit der Folk- und Countrymusik. Mit der Musik der Carter Family, von Woody Guthrie und Bob Dylan. Die vieles in Frage stellende gesellschaftliche Kritik, wie sie sich auf so unterschiedliche Weise im politischen Folk und im Punk (eine ihrer Wurzeln!) wiederfindet, vereinigte sie mit bester Roots Music der Menschen aus dem Süden: Country, Blues, Jazz, Old Time, Soul. Und stieß damit Türen auf in diesem Genre für Themen wie queeres Leben oder weibliche Perspektiven. Ihr Song „The Body Electric“, der so manche Mörderballade als vertonten Femizid entlarvt, ist bereits ein Klassiker.

Danach häute sie sich musikalisch und inhaltlich mehrmals. Auf „The Navigator“ setzte sie sich mit ihren puertoricanischen Wurzeln auseinander, auf ihrem jüngsten Album „Life On Earth“ wollte sie mit Elektropunk-Klängen den Planeten retten. Mit der Wahl des Americana-Erfolgsproduzenten Brad Cook (Bon Iver, Hiss Golden Messenger, American Aquarium) und den Klängen der ersten Single, könnte sich eine Rückbesinnung auf Folk und Americana ankündigen.

Hurray For The Riff Raff – Alibi: Das Video

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„The Past Is Still Alive“ bringt den Fokus wieder nach innen, mit rohen Arrangements, direkten und unauslöschlichen Melodien und Texten, die persönlich sind, aber dennoch weitgehend in Familie und Gemeinschaft verwurzelt sind, schreibt ihre Plattenfirma Nonesuch Fecords und tatsächlich sprechen die Themen und die Titel der Songs dafür, dass es hier wieder Roots-orientierter zugeht. Möglicherweise spricht auch der Cowboy-Hut der neuen Promobilder dafür.

Auf dem Album, so der Pressetest, gibt es Liebeslieder für wirkliche Menschen, für Orte und mythische Figuren wie Sky Red Hawk (Buffalo) oder die erste Transfrau, die Segarra jemals traf (Hawkmoon). Es geht um Schießereien im Club Q (Colossus of Roads), das Zurücklassen der Heimat und die Entdeckung, dass man am Rande der Welt steht (Snake Plant). Es wird von flüchtigen Beziehungen erzählt und von der durch das Chaos gewonnene Weisheit (Vetiver). Sie malt mit „Alibi“, „Ogallala“ und anderen Songs des Albums Selbstporträts, so die Plattenfirma. Und – so das Versprechen: Segarra reflektiert das Land, das sie bereist hat. Mit der Erinnerung daran, wie sie siebzehn war und mit einer Bande von Straßenmusikern wie die Hobos auf Güterzügen durch die USA trampte.

Das hört sich sehr interessant an und wir freuen uns und sind sehr gespannt. Und irgendwie auch froh, dass man trotz mancher nicht verstandener Volte ihr weiter zugehört hat. Sie ist und bleibt einer der spannendsten amerikanischen Musikerinnen ihrer Generation!

Trackliste: (The Past Is Still Alive)

01. Alibi
02. Buffalo
03. Hawkmoon
04. Colossus of Roads
05. Snakeplant (The Past Is Still Alive)
06. Vetiver
07. Hourglass
08. Dynamo
09. The World Is Dangerous
10. Ogallala

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Über Thomas Waldherr (823 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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