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Kenny Chesney: Born

Chesney liefert grundsolides Album mit einigen Highlights.

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Kenny Chesney - Born Kenny Chesney - Born. Bildrechte: Blue Chair (Warner Nashville)

Vier Jahre sind eine lange Zeit. In Musikkategorien manchmal eine Ewigkeit. Während die COVID-Pandemie die Szene durchgerüttelt, neue Künstler hervorgebracht und alte Karrieren beendet hat, gibt es Konstanten, die formstabil jeder Trendbewegung zu trotzen scheinen. Kenny Chesney hatte sich nach seinem im Mai 2020 erschienenen 19. Studioalbum „Here And Now“ auf sein Refugium auf den Virgin Islands zurückgezogen und das Treiben aus der Distanz beobachtet. Schon lange ist der mehrfache Entertainer Of The Year der CMA in seiner eigenen Kategorie angekommen und fernab davon, sich musikalisch neu zu erfinden. Alben dienen für den Superstar aus East Tennessee primär dazu, die „Marke Kenny Chesney“ zu bedienen und der wohl treuesten Anhängerschaft der Countryszene – der No Shoes Nation, für die anstehende Sommertour neues Futter zu geben. So ist auch das just erschienene 20. Studioalbum Born kein innovativer Wurf, der die Anhängerschaft überrascht und Kritikerherzen in Begeisterungsstürme versetzt. „Born“ ist zu 100 Prozent Kenny Chesney und diese Verlässlichkeit tut in unsteten Zeiten außerordentlich gut.

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„Manche denken, meine Alben sind Ergebnis einer gespaltenen Persönlichkeit. Dabei sind es doch gerade die verschiedenen Schattierungen, die das Leben ausmachen“, fasst der aus der Kleinstadt Luttrell stammende Fanfavorit die Eindrücke zu seinem jüngsten Release zusammen. Neben dynamischen Arenarockern und zünftigen Beach-Vibes sind es spätestens seit dem 2012er Album „Welcome To The Fishbowl“ auch die Innenansichten eines gereiften Stars, die in gehaltvollen Balladen zum Ausdruck kommen. Dieses stimmungsvolle Wechselspiel findet sich auch auf dem vorliegenden 15-Teiler wieder.

Mit ziemlicher Regelmäßigkeit eröffnet Kenny Chesney seine Releases mit einprägsamen Upbeats, die sich auch live als Erkennungszeichen vermarkten lassen. Der Titel- und Opening-Track „Born“ passt perfekt in dieses Muster, eröffnet mit feinen Akustikstrings, die im weiteren Verlauf von arenatauglichen E-Riffs abgelöst werden. Die Sinnbotschaft, dass die Geburt der gemeinsame Startpunkt ist, um das Leben individuell zu gestalten, geht im Konzert der Power-Chords fast ein wenig unter. „Just To Say We Did“ ist der ultimative Crowd-Pleaser, der die DNA der Chesney-Live-Jünger komplett matchen dürfte. Es wäre schon fast fahrlässig, diesen Stimmungsaufheller dem Country-Radio vorzuenthalten.

Nicht wenige Hörer dürften über die Auswahl der Leadsingle ein wenig enttäuscht gewesen sein. „Take Her Home“, aus der Co-Feder von Michael Hardy stammend, ist ein eingängiger Love-Song ohne übermäßige Tiefenschärfe, der nur mühsam den Weg in die Gehörgänge des Radiopublikums findet. Das groovige „Few Good Stories“ oder der Beach-Bar-Breezer „Guilty Pleasure“ hingegen besitzen eine faszinierende Leichtigkeit, die die warme Jahreszeit spürbar näherrücken lässt. Das angerockte „One More Sunset“ ist designed für die großen Livebühnen, während das rhythmisch-luftige „Blame It On The Salt“ mit reinen Akustikelementen auskommt.

Zu den großen Momenten des neuen Chesney-Releases gehört „Top Down“. Mit feiner Melodik wird eine ergreifende Melancholie erzeugt, die die geheimnisvollen Seiten einer Beziehung offenlegt. Dies ist mehr als nur ein Hauch von Gänsehaut! Auch der groovige Mutmacher „This Too Shall Pass“ zählt zu den Personality-Songs von „Born“. „One Lonely Island“ wirkt wie ein Remake des vielleicht stärksten Chesney-Songs ever, des 2010er Hits „Somewhere With You“.

Vielleicht sind es am Ende doch die leisen Momente, die den größten Nachhall des 20. Chesney-Studioreleases hinterlassen. „Thinkin‘ ‘Bout“ ist der wohl prägnanteste Love-Song des Albums, welches seinen intensivsten Moment zum Schluss findet. „Wherever You Are Tonight“ ist eine tiefschürfende Piano-Ballade aus der Feder von John Harding und Shane McAnally über die Wege, die sich nach dem Tod eines geliebten Menschen unweigerlich trennen. Der Bezug zu dem 2023 verstorbenen Freund und Weggefährten Jimmy Buffett ist hier mehr als naheliegend.

Schon jetzt ist klar, dass Kenny Chesneys „Sun Goes Down Tour“ zu den größten Musikevents dieses Konzertsommers gehören wird. Die 15-teilige Songsammlung „Born“ wird untrennbarer Teil dieser Erfolgsgeschichte werden.

Top-Tracks: „Just To Say We Did“, „Few Good Stories“, „Top Down“, „Wherever You Are Tonight“.

Fazit: Auf seinem 20. Studioalbum „Born“ öffnet Kenny Chesney keine neuen musikalischen Türen. Stattdessen betritt er die Wohlfühlräume, die ihn über 3 Jahrzehnte zum größten Community-Builder der New-Country-Szene gemacht haben.

Kenny Chesney – Born: Das 2024er Album

Kenny Chesney – Born

Künstler: Kenny Chesney
Album: Born
Veröffentlichung: 22. März 2024
Label: Blue Chair Records (Warner Music Nashville)
Formate: CD & Digital
Tracks: 15
Genre: New Country
Bewertung: 4 von 5 möglichen Punkten

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Trackliste: (Born)

01. Born
02. Just To Say We Did
03. Take Her Home
04. Few Good Stories
05. Thinkin’ Bout
06. Guilty Pleasure
07. One More Sunset
08. Top Down
09. The Way I Love You Now
10. This Too Shall Pass
11. Blame It On The Salt
12. Come Here, Go Away
13. One Lonely Island
14. Long Gone
15. Wherever You Are Tonight

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Über Bernd Wenserski (602 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: New Country. Rezensionen und Specials.
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