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Alle Beiträge von Manfred Vogel



Bluegrass Soul Pickers: If I Ever Get Home

4. August 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Bluegrass ist eine Live-Musik. Sie lebt von Spontanität und instrumentaler Virtuosität. Es ist schwierig, diese Musik im Studio so zu produzieren wie sie live beim Zuschauer bzw. Hörer ankommt. Beispiele gibt es genug, die zeigen, dass eine gute Live Band nicht unbedingt auch die gleichen Qualitäten im Studio hat. Die Bluegrass Soul Pickers haben es mit diesem Album geschafft, ihr längst bekannten Stärken als Live Act ins Studio zu retten. Nicht unbeteiligt daran ist Dixie Hall, die der Gruppe ihre ganze reichliche Erfahrung zur Verfügung stellte und auch einige Songs zum Album beisteuerte.

Die Bluegrass Soul Pickers sind in Hazel Green, Alabama unweit der Grenze zu Tennessee beheimatet. Seit ca. 2003 gibt es die Gruppe, die sich zunehmend bei Festivals und mit Konzerten in den Vordergrund spielt. Zur Gruppe gehören Shane Norman (Gesang, Mandoline), der nach wie vor in Hazel Green lebt. Buddy Mason (Gesang, Gitarre) wuchs mit Bluegrass Music auf, denn sein Dad hatte eine entsprechende Band. Er brachte viel Erfahrung mit ein, u.a. acht Jahre bei der Gruppe “Out and Runnin’” ist ein versierter Songschreiber, fünf Songs des Albums stammen von ihm.

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Dierks Bentley: Up On The Ridge

30. Juli 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Vier Alben Anlauf hat er genommen, dieser eher unscheinbare Sänger. Zu der jüngeren Generation jener Interpreten, die sich der traditionellen Country Music im modernen Gewand verschrieben haben. Da Erfolg immer das beste Argument ist, sammelte Dierks Bentley fleißig genügend Pluspunkte, um bei diesem Album die Freiheiten zu bekommen, die er brauchte und auf die er gewartet hat.

Er wusste sie zu nutzen. Der Titel des Albums deutet es an; akustische Musik mit starken Bluegrass-Einflüssen ist angesagt. Damit kehrt Bentley zu seinen Wurzeln zurück, denn diese Musik liegt ihm im Blut, sie fasziniert ihn. Das hört man dem Album an, für das er nicht nur hochkarätige Kollegen wie Vince Gill, Miranda Lambert, Alison Krauss und den legendären Kristofferson gewinnen konnte.

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Jimmy Dean: Bummin’ Around – Big Bad John – Sweet Misery

12. Juli 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

Einundachtzig Jahre alt ist er geworden, jener Mann, der es vom erfolgreichen Sänger und Entertainer zu einem ebenso erfolgreichen Geschäftsmann und Unternehmer gebracht hat. Im Februar 2010 war er in die Country Music Hall of Fame gewählt worden. Die formelle Aufnahme in die Ruhmeshalle der Country Music hat er nicht mehr erleben dürfen, die sollte erst im Oktober diesen Jahres stattfinden. Eine erstaunlich lange und erfolgreiche Karriere war ihm vergönnt, die mit dieser höchsten Auszeichnung eine verdiente Würdigung fand.

Jimmy Ray Dean stammte, wie so viele Country Stars, aus dem Bundesstaat Texas. Auch wenn er die meiste Zeit seines Lebens nicht dort lebte, seine Heimat hat Dean nie vergessen. Noch im Jahre 2008 stiftete er einer Schule in seinem Geburtsort Plainview die satte Summe von 1 Million Dollar. Für die meisten seiner Fans ist die mehr gesprochen als gesungene Ballade “Big Bad John” der größte Erfolg seiner Karriere geblieben. Jene Geschichte von dem hünenhaften Bergarbeiter John, der zwar einen schlechten Ruf hatte, doch das Herz auf dem rechten Fleck. Bei einem Grubenunglück setzt er sein Leben ein (und verliert es) damit seine Kameraden gerettet werden können. Um diesen Song, der 1961 satte fünf Wochen an der Spitze der Country Charts stand, ranken sich zahlreiche Anekdoten. Dean selbst äußerte einmal, er habe es in einer guten Stunde auf dem Weg nach Nashville geschrieben, aus reiner Not, denn ihm habe noch ein Song für die Session gefehlt …

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Confederate Railroad: Live – Back To The Barroom

12. Juli 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Wir erinnern uns – 1992 tauchte eine wild aussehende Gruppe aus Georgia mit dem ungewöhnlichen Namen “Confederate Railroad” und dem Titel “She Took It Like A Man” in den Country-Charts auf. Einige Jahre hielt sich die Gruppe um Danny Shirley im Focus, ohne dass ein wirklicher Knaller gelang. Mit “Jesus And Mama”, “Queen Of Memphis”, “Daddy Never Was The Cadillac Kind” und dem frechen “Trashy Women” rangierten sie immerhin in den Top Ten. Mitte der 1990er Jahre ebbten die Chart-Notierungen langsam ab, fast ein Jahrzehnt hat man in dieser Beziehung nichts mehr von Confederate Railroad gehört. Bis jetzt.

Das Neue Album enthält zwar nichts wirklich Neues, es zeigt die Band aber so, wie sie in der ganzen Zeit tätig war. Als ausgesprochene Live Band, der es keine Probleme bereit, das Publikum anzuheizen. Dazu reichen offenbar ihre alten Songs aus. Sobald die Gruppe in einem Honky Tonk oder in einer Bar auf der Bühne steht, geht die Post ab. Mit richtig naturgetreuem Country Sound, inclusive Twang in der Stimme, mit Fiddle und Steel Guitar. Wer schon einmal im Four Corners in Untermeitingen zu Gast war, der weiß, was gemeint ist.

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Aaron Tippin pilotiert seine Karriere selbst

2. Juli 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

Es ist etwas ruhiger geworden um diesen Künstler, der sich Anfang der 1990er Jahre ganz weit nach oben auf der Beliebtheitsskala gearbeitet hatte. Gleich seine erste erfolgreiche Single mit dem Titel “You’ve Got To Stand For Something” verpasste ihm das Image, dem er bis in die Gegenwart hinein gerecht wird. Als Mann aus der arbeitenden Mittelklasse Amerikas war es genau die Botschaft, die seine Mitmenschen gern hörten.

Tippin impfte ihnen ein, für das einzustehen, woran sie glauben. Zu versuchen, seinen Traum zu verwirklichen, sich nicht unter kriegen zu lassen. Es war eine Art Lebensmotto, dem er selbst auch versucht gerecht zu werden. Aaron Tippin gibt seinem Publikum das Gefühl, einer von ihnen zu sein, nein, er ist eine von ihnen. Als sein “You’ve Got To Stand For Something” veröffentlicht wurde, hatte er Glück, denn zahlreiche seiner Landsleute kämpften als Soldaten im Golfkrieg. Für sie wurde der Song so etwas wie eine Hymne und für Tippin das Sprungbrett in seine Karriere.

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Hermann Lammers Meyer: Nashville Is Rough On The Living

16. Juni 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Er hat es wieder getan! Ein Album ganz nach seinen Vorstellungen produziert, maßgeschneidert von ihm für ihn. Country Music der traditionellen Spielart ganz im Sinne seiner Vorbilder Willie Nelson, Ray Price oder Jimmy Dickens. Dementsprechend auch die Auswahl der Songs, unter die er ein halbes Dutzend eigene gemischt hat, die dorthin passen wie die berühmte Faust auf’s Auge. Wer Hermann Lammers Meyer kennt, der weiß, was ihn erwartet, wer ein HLM-Fan ist, der erwartet genau dieses.

Mich verblüfft es immer wieder, wie zielsicher Herman The German sich die Songs für ein Album aussucht, denn diese Songs charakterisieren ihn als Künstler wie als Menschen. Da sind Balladen – meist traurige – und auch mal eine Recitation (ein mehr gesprochener denn gesungener Text). Da sind flotte Titel mit fetzigen Fiddles und Banjo. Und es gibt Wortspielereien und auch einen Song voller Sarkasmus wie den Titelsong. So etwas kann nur der unvergleichliche Shel Silverstein schreiben. Wobei “Nashville” stellvertretend für das Business und die Gesellschaft weltweit steht. Diese Aufnahme im Duett mit Johnny Bush und die Backgroundstimme von Sandra Caroll ist den Kauf der CD allein wert. Überhaupt Sandra Caroll – sie verleiht dem Album zusätzliche Würze und sorgt für höchst unterhaltsame Abwechslung.

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Alan Jackson: Die personifizierte Beständigkeit

14. Juni 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

1989 – in Nashville startet ein neues Plattenlabel: Arista Nashville. Der erste Künstler, den das Label unter Vertrag nimmt, ist ein noch völlig unbekannter Country-Boy aus Georgia namens Alan Jackson. Seit 1989 bürgt der Name Jackson für traditionelle Country Music – unbeirrt bis in die Gegenwart. Seine erste Single “Here In The Real World” klettert Anfang 1990 bis auf Platz 3 der Charts. Der zweite Titel “Wanted” wiederholt diesen genialen Streich. Sein erstes Album wird vergoldet – eine Sensation für ein neues Label mit einem neuen Künstler.

Ein wenig später in Deutschland – am Nürburgring findet 1990 bereits der fünfte Truck Grand Prix statt. Musikalisch begleitet wird das Spektakel mit Country Music. Eine ganze Reihe Acts unterhalten das Wochenende über mehr als 100.000 Besucher mit dieser Musik. Mit dem Team des Offenen Kanals Dortmund bin auch ich am Ring. Neben den einheimischen Interpreten interessieren wir uns besonders für zwei Gäste aus den USA: Rattlesnake Annie und Alan Jackson.

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Mary Chapin Carpenter setzt auf Qualität

17. Mai 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

In den Charts spielt sie inzwischen keine Rolle mehr – das ist schade. Vermutlich, weil sie ganz bewusst ihren eigenen musikalischen Weg gesucht, gefunden hat und ihn konsequent geht – das ist gut so. Wenn im Radio schon mal ein Country-Song gespielt wird, dann ist Mary Chapin Carpenter immer noch oft genug erste Wahl. Heute wie gestern ist sie eine beeindruckende Persönlichkeit, die sich nicht scheut, für das einzustehen, was ihr wichtig ist.

Ich erinnere mich lebhaft an ein Gespräch mit ihr, das ich vor gut 20 Jahren mit ihr hatte. Vor mir saß eine aparte, junge Sängerin, eine moderne, selbstbewusste Frau. Langes Blondhaar umrahmte ein offenes Gesicht, aus dem mich wache Augen interessiert anschauten. Ohne mit ihr gesprochen zu haben, spürte ich, sie war anders als die meisten Country-Sängerinnen, das war kein “Nashville-Gesicht”.

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Various Artists: Hot & New Country Music

10. Mai 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Ein Blick auf die Interpreten nötigt bereits das erste Kompliment; es sind durch die Bank die aktuell interessanten Künstler vertreten, egal, bei welchem Label sie unter Vertrag stehen. Schon in den Kindertagen der Langspielplatten hat es so genannte Sampler gegeben. Meist nur mit Künstlern der gleichen Plattenfirma bestückt, sollten sie Appetit machen auf mehr von diesen Künstlern. An dieser Zielsetzung hat sich im Grunde bis heute nicht viel geändert.

Hintergrund dieser Collection ist, die in ihrer amerikanischen Heimat so beliebte Country Music in Deutschland schmackhafter zu machen. Das kann eigentlich nur mit dem gelingen, was aktuell ist und die ganze Bandbreite umfasst, die diese Musik zu bieten hat.

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David Ball: Sparkle City

10. Mai 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Drei Jahre hat er sich Zeit gelassen für dieses Album, alle elf Songs selbst geschrieben, diese zuvor bei zahllosen Live-Auftritten vor Publikum getestet und seine Band “The Pioneer Playboys” mit ins Studio genommen. Damit sind gleich die wichtigsten Elemente benannt, die dieses Album prägen. Und es zu einem anderen machen als jene, die man ansonsten aus Nashville gewohnt ist.

David Ball bleibt seiner Linie treu, sich nicht in irgendein Schema pressen zu lassen sondern Musik so anzubieten, wie er sie fühlt. Das mag zwar bisher verhindert haben, dass er trotz aller Erfolge als Sänger und Songschreiber nicht zu den ganz Großen aufgestiegen ist, es garantiert ihm aber seine künstlerische Eigenständigkeit. Mit diesem Album zieht er alle Register seines großen Könnens, er bleibt erdig, kernig, urwüchsig aber auch einfühlsam, romantisch und sogar schlitzohrig. Die Produktion ist transparent, auf den Punkt und nie überladen. Er beweist einmal mehr, dass Country Music in ihrer traditionellen Form beste Unterhaltung sein kann.

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Mary Chapin Carpenter: The Age Of Miracles

10. Mai 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Mary Chapin Carpenter macht dort weiter, wo sie mit ihren vorherigen Alben aufgehört hat. Mit bärenstarken, aussagekräftigen Songs, ebenso eindringlich wie überzeugend interpretiert. Wer darauf hofft, dass sie zu ihren kommerziell erfolgreichen Zeiten mit dem Super-Album “Come On Come On”) zurückkehrt, lässt besser die Finger davon. Ich meine, mit ihren bereits 3. Album für Zoe (Rounder Records)erreicht sie den bisherigen Höhepunkt ihres künstlerischen Schaffens. Kommerzielle Gedanken lässt sie bereits seit einigen Jahren nur noch unterschwellig in ihre Arbeit einfließen.

Da sie sich selbst in erster Linie als Songschreiber sieht, verarbeitet sie genau die Themen in ihren Liedern, die ihr am Herzen liegen. Dabei wird sie erstaunlich politisch und sozialkritisch. Drei Jahre hat es gedauert bis dieses Album fertig war. Alle zwölf Songs hat sie selbst geschrieben. Bei ist wird deutlich, dass dieses Genre Kunst ist. Es lohnt sich nicht nur auf die Inhalte zu achten sondern auch auf die Wahl der Worte, darauf, wie mit wenigen Worten komplexe Inhalte vermittelt werden können. Auf den Punkt, schnörkellos, treffend.

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Rosanne Cash: Name verpflichtet

22. April 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

Sehr viele Alben hat sie nicht gemacht im Laufe ihrer auch schon über 30 Jahre andauernden Karriere. Meist wurde dabei etwas Besonderes von ihr erwartet. Immer wieder ist es ihr gelungen, den Ansprüchen gerecht zu werden. Denen des Publikums und vor allem ihren eigenen Ansprüchen und Erwartungen. Das ist ganz gewiss nicht leicht, wenn man die Tochter einer Legende wie Johnny Cash ist. Die Musik-Geschichte ist gespickt mit Beispielen, bei denen es nicht geklappt hat. Nur selten schaffen es Kinder von Superstars, im gleichen Metier ebenfalls zu Stars zu werden. Rosanne Cash ist sozusagen das Gegenbeispiel. Sie wurde zum Country-Star und ist musikalisch dennoch nicht mit ihrem Vater zu vergleichen.

Immer wieder testet sie Randgebiete aus und sieht sich zwangsläufig auch heftiger Kritik ausgesetzt, sie würde die Wurzeln verlassen, zu weit abdriften. Es hat ihr erkennbar nichts ausgemacht, denn einen festen Willen hatte sie schon als Kind. Rosanne Cash wollte gar nicht ins Fahrwasser ihres Vaters und schon gar nicht deshalb erfolgreich sein, weil sie seine Tochter ist.

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Rebel Bunch: Rebel Bunch

22. April 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Endlich mal wieder eine positive Überraschung, was Tonträger einheimischer Country-Interpreten angeht. Im letzten Jahr machte Rebel Bunch von sich Reden. Und weckte Hoffnungen. Mit diesem Album werden sie erfüllt. Das Quartett erweist sich als eine harmonische Einheit. Man bezeichnet die eigene Musik als eine Symbiose aus Southern Rock, New Country und Blues, egal wie man es nennt, die CD bietet richtig gute, moderne Country Music.

Wobei “country” eindeutig die Oberhand behält und sich die rockigen wie die bluesigen Einflüsse dezent im Hintergrund halten und zu einer attraktiven Sound-Mischung beitragen. Das klingt richtig gut und abwechslungsreich. Hinzu kommen prächtige Songs, die sich mit wichtigen wie unwichtigen Themen aus dem Alltag beschäftigen – sich also in bester Country-Song-Tradition bewegen. Das Beste daran; alle Songs stammen von der Band selbst. Das zeugt von Selbstbewusstsein und Mut.

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Robert Earl Keen: The Road Goes On Forever

16. April 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Dieser Song fordert zunächst einmal dazu heraus, etwas über seinen geistigen Vater Robert Earl Keen zu erzählen. 1956 in Houston geboren, ist Keen ein texanischer Singer & Songwriter wie aus dem Bilderbuch. Aus der alternativen Country Music, aus der amerikanischen Roots Music und aus der so kreativen texanischen Singer/Songwriter-Szene des Hill Country ist Keen nicht mehr wegzudenken.

Legendär sind seine Live-Shows, Robert Earl Keen gilt als ein Workaholic wenn es im Live Music geht. Ständig feilt er an seinem Programm und damit auch an seinen Songs. Stilistisch beherrscht er eine sensationelle Bandbreite, nie gleicht ein Auftritt dem anderen. Das gilt bis zu einem gewissen Grad auch für seine inzwischen mehr als einem dutzend Alben, die seit 1984 regelmäßig veröffentlicht werden. Keen ist selten in den Charts zu finden, dafür aber an teilweise über 200 Orten pro Jahr auf einer Bühne.

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Georgette Jones: Slightly Used Woman

15. April 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Kinder wie die Zeit vergeht, 40 Jahre wird die Tochter von Tammy Wynette und George Jones heuer schon! Im vergleichsweise reifen Alter legt sie jetzt ihre erste Solo-CD vor. Bisher war sie eher als Schauspielerin bekannt. Wiederholt spielte sie dabei ihre Mutter, der sie wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Aber auch gesanglich hat sie eine Menge Talent von ihren Eltern mit auf den Weg bekommen.

Als Tochter gleich zweier Country-Ikonen trägt sie eine schwere Bürde. Sie ist die Einzige im Country Business, deren Eltern beide in die Hall of Fame gewählt wurden! Doch versucht sie erst gar nicht, ihnen stimmlich nachzueifern, wenngleich sie sich ihrer Herkunft nicht entzieht. Für dieses Album wurden mit Bedacht Songs unterschiedlicher Herkunft ausgewählt.

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Unvergessen: Cindy Walker

20. März 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

Als Cindy Walker am 23. März 2006 in ihrer texanischen Heimat starb, verlor die Country Music eine ihrer profiliertesten Autorinnen. Schon in den 1940er Jahren war sie mit dutzenden Liedern überaus erfolgreich und brach damit in eine Männerdomäne ein. Sie blieb bis ins hohe Alter eine ungemein beliebte und von allen geachtete Persönlichkeit.

Geboren wurde Cindy Walker am 20. Juli 1918 in Mart unweit von Waco am Brazos River in Texas. Wie schon erwähnt, machte sie sich einen Namen als Verfasserin publikumsträchtiger Lieder, die sich nicht nur in der Country Music finden, sondern ihren Niederschlag im Entertainment überhaupt finden.

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Zac Brown Band (Biografie)

15. März 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Biografien

Zu den Aufsteigern des Jahres 2009 muss man ganz einfach die Zac Brown Band rechnen. Das im Raum Atlanta, Georgia beheimatete Sextett schaffte mit einer raffinierten Mischung aus ganz unterschiedlichen Elementen der Country- Rock – und Bluegrass Music nahezu aus dem Nichts den Sprung an die Spitze der Charts. Phasenweise erinnern sie an die Supergruppe Alabama. Ähnlich kraftvoll, erdig und humorvoll präsentieren sich Zac Brown und seine Mannen.

Als ihr “Chicken Fried” die Spitze der Billboard Country Charts eroberte und dies mit “Toes” gleich danach erneut gelang, war den meisten Musikliebhabern der Name “Zac Brown Band” noch nicht geläufig – das hat sich inzwischen geändert. Es könnte gut sein, dass die Band es im Jahre 2010 bis in die vorderste Linie der Country Acts vorzustoßen. Mit dem Gewinn des Grammys als bester neuer Act ist Anfang diesen Jahres schon mal der Grundstein gelegt worden.

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She’s Got You: Hank Cochran

15. März 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Storys zum Song

Erfolgreiche Autoren haben meist das Problem, nach einem Hit einen Nachfolger zu schreiben. Den ganz Großen der Zunft gelingt das und sie halten sich über viele Jahre im Geschäft. Hank Cochran ist einer dieser ganz Großen.

Er hat die Gabe, in einem Satz, einer Redensarzt, einer Begebenheit, einer Beobachtung das Potenzial für einen guten Song zu erkennen. Und dann eben auch umzusetzen. Das muss man nicht allein machen, oft tut man sich mit Kollegen zusammen und entwickelt den Song. In diesem Fall allerdings hatte Cochran keine Hilfe nötig, denn der Song entstand aufgrund eigenen Erlebnisses.

Cochran war Mitbegründer eines erfolgreichen Musikverlages, den man eines Tages gewinnbringend verkaufte. Nicht mit verkauft wurde eine kleine Hütte, die Cochran zusammen mit Willie Nelson gebaut hatte – diese Hütte ließ er auf sein eigenes Grundstück bringen. Beim Auspacken einer Umzugskiste fiel ihm ein altes Foto in die Hände. Es zeigte eine Freundin, mit der er viele Jahre früher verbandelt war, die dann aber mit einem Anderen auf und davon ging. Das reichte, um daraus ein Lied zu machen, denn Cochran sagte sich: “Ich habe ihr Bild – er aber hat sie.”

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The Twang: A Guide To Modern Country Living

7. März 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: CD-Besprechungen

Eigentlich ist es ganz einfach – in der Praxis aber so schwer. Man suche nach einer Nische, habe eine Idee, wie man diese ausfüllen kann und setze das Ganze in die Tat um. Tut man dies zum richtigen Zeitpunkt mit dem nötigen Glück, ist der Erfolg garantiert. Ein Beispiel dafür ist The Twang.

Vor inzwischen schon reichlich einem Jahrzehnt wagten sie erste Veröffentlichungen, bei denen man spontan die Ohren ganz weit öffnete. Die Songs kannte man, nicht aber die “Bearbeitung”. Pop Songs gekleidet in einen Country Sound. So attraktiv arrangiert und vorgetragen, dass man mehr davon hören wollte. Anfangs vielleicht noch belächelt, strickte “The Twang” weiter an den neuartigen musikalischen Kleidern, in denen man die Songs auf den Laufsteg schickte. Sehr zum Gefallen des Publikums. Prompt fanden sich bald Nachahmer, die teilweise sogar größere kommerzielle Erfolge feiern konnten – aber nur vorübergehend.

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Josh Turner: Ein Hinterwäldler erobert die Charts

25. Februar 2010 | Von Manfred Vogel | Kategorie: Specials

Man hört oft ein Bedauern darüber, dass die Country Music unserer Tage – wieder einmal – zu sehr abdriftet in die lukrativen Pop- und Rock-Pfründe. Befürchtungen sind da, sie könnte irgendwann ganz weggespült werden. Auch ich gehöre zu denjenigen, die die Entwicklung bedauern, habe aber keine Befürchtungen um ihren Fortbestand. Dazu ist die Country Music im Kern zu vital. Die Geschichte zeigt, dass es fast turnusmäßig Selbstheilungsprozesse gegeben hat. Meist stellt sich ein Umdenken ein, wenn der Fan – der Kunde also – die gelbe Karte zeigt und deutlich macht, dass man dessen überdrüssig ist, was als “country” angeboten wird.

Bange muss es einem auch deshalb nicht sein, weil es nach wie vor Künstler gibt wie diesen Josh Turner. Jung, gut aussehend, mit reichlich Talent gesegnet und vor allem erfolgreich. Der junge Mann ist bemüht darum, so nah wie möglich bei den Wurzeln der Country Music zu bleiben und sie dennoch in einem modernen, attraktiven Kleid zu präsentieren. Das kommt an, das macht Mut.

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