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Various Artists: Bob Dylan In The 80s – Volume One

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Es ist ein hörenswertes musikalisches Projekt: „Bob Dylan In The 80s“. Alternative Country-Leute, Folk-Rocker und Indie-Folker haben sich zusammengetan, und holen die Musik aus Dylans „dunklem Jahrzehnt“ aus der Versenkung und fördern manches Juwel zu Tage. Denn auch wenn Dylan damals zeitweise seinen künstlerischen Kompass verloren hatte – auch zu diesen Zeiten schaffte er es durchaus, immer wieder einmal Songpretiosen abzuliefern.

Siebzehn Songs haben sich die Künstler hier ausgesucht. Mit dabei im Line-Up sind neben anderen Langhorne Slim, Deer Tick, Bonny „Prince“ Billy, Glen Hansard und Guns ’n‘ Roses-Gitarrist Slash. Und die Songauswahl reicht vom lyrisch-mysteriösen „Jokerman“ bis hin zum trivialen „Wiggle Wiggle“.

Wer Mitte/Ende der 1970er Jahre zu Bob Dylan gekommen ist, für den waren die 1980er Jahre das erste und in mancherlei Hinsicht auch prägende vollständige Dylan-Jahrzehnt. So auch für den Schreiber dieser Zeilen. Es begann mit „Saved“, das aufgrund seiner missionarischen Penetranz verstörte – und damit leider die gute Musik in den Hintergrund treten ließ. Es folgten mit „Shot Of Love“ und „Infidels“ noch gute Alben, die das eine oder andere Meisterwerk („Every Grain Of Sand“) enthielten. Doch mit dem völlig überproduzierten „Empire Burlesque“ und den nachfolgenden Alben „Knocked Out Loaded“ und „Down In The Groove“ war Dylans Schaffenskrise nicht zu übersehen. Erst mit dem 1989er Album „Oh Mercy“ fand er wenigstens vorübergehend zu alter Stärke zurück.

Dass es inmitten des großen kargen Jammertales dennoch immer wieder reizvolle Songlandschaften gab, macht dieser Sampler auf ganz leichte, unprätentiöse Weise deutlich. Ohne falsche Scheu und allzu großen Respekt nehmen sich die beteiligten Musiker dem Dylan’schen Oeuvre an. Manches ist toll, vieles ist gut und manches nicht zwingend notwendig.

Langhorne Slim & The Law stürmt richtig schön los mit „Got My Mind Made Up“ (Album „Knocked Out Loaded“ 1986). „Built To Spill“ bleiben bei „Jokerman“ („Infidels“ 1983) nah am Original, während „Brownsville Girl“ („Knocked Out Loaded“) durch Reggie Watts zum Reggae-Sprechgesang-Sample wird. Mutig! Überraschend dagegen die Tanzstunden-Version der Indie-Folk-Rocker „Deer Tick“ von „Night After Night“ (1987). Wunderschön dann die Adaption von „Dark Eyes“ („Empire Burleque“ 1985) von Dawn Landes & Bonnie „Prince“ Billy, die fast an die außerirdisch-großartige Version heranreicht, die vor einigen Jahren Dylan und Patti Smith bei Konzerten live darboten. Nicht so richtig zünden wollen dagegen die absurde Version von „Wiggle Wiggle“ („Under The Red Sky“ 1990!), mit denen Aaron Freeman & Slash hier vertreten sind, und „Every Grain Of Sand“ von Marco Benevento. Dass dieser Song mit seinen wunderbaren Lyrics hier als Instrumental Marke „Fahrstuhlmusik“ massakriert wird, ist das einzige wirkliche Ärgernis dieser ansonsten ziemlich guten Platte.

Fazit: Bob Dylan war in den 1980ern doch besser als viele denken! Für Bob-Fans ein Muss, für alle anderen ein interessantes Projekt, auf das man sich einlassen sollte. Horizonterweiternd!

Das aktuelle Album Bob Dylan In The 80s – Volume One von Various Artists – Bestellen, Format, VÖ. und Label:

 
Bob Dylan In The 80s - Volume One
 
Künstler / Albumtitel: Bob Dylan In The 80s – Volume One
Format / Label / Veröffentlicht: CD, Vinyl & Digital (Ato Records, Alive, 2014)
 
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Trackliste:

01. Langhorne Slim & The Law – Got My Mind Made Up
02. Built To Spill – Jokerman
03. Reggie Watts – Brownsville Girl (Reprise)
04. Craig Finn – Sweetheart Like You
05. Ivan & Alyosha – You Changed My Life
06. Deer Tick – Night After Night
07. Dawn Landes & Bonnie „Prince“ Billie – Dark Eyes
08. Tea Leaf Green – Waiting To Get Beat
09. Aaron Freeman & Slash – Wiggle Wiggle
10. Elvis Perkins – Congratulations
11. Hannah Cohen – Covenant Woman
12. Marco Benevento – Every Grain of Sand
13. Yellowbirds – Series Of Dreams
14. Blitzen Trapper – Unbelievable
15. Lucius – When The Night Comes Falling From The Sky
16. Glen Hansard – Pressing On
17. Carl Broemel – Death Is Not The End

 
Truck Stop 2019
Über Thomas Waldherr (502 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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