Meldungen

Vor 50 Jahren Nummer 1: Johnny Cash – A Boy Named Sue

Am 23. August 1969 stand Johnny Cash mit "A Boy Named Sue" auf Platz 1 der Hot Country Songs des Billboards.

Country.de - Online Magazin bei Facebook

Truck Stop 2019
Johnny Cash - At San Quentin Johnny Cash - At San Quentin. Bildrechte: Columbia Records

Ein Vater gibt seinem Sohn einen Mädchennamen, damit dieser sich in einer Männerwelt ohne väterliche Hilfe durchbeißen, durchschlagen und durchkämpfen soll. Was diesem so gut gelingt, dass er den Vater fast totschlägt, als er ihn nach Jahren wiedertrifft und sich für den Mädchennamen rächen will. Komische Geschichte? Richtig, aber die Komposition des genialen Shel Silverstein, dem die Popmusik viele witzige Songs verdankt, wurde zu einem der größten Hits von Johnny Cash. A Boy Named Sue stieg am 26. Juli 1969 in die Country-Charts ein und erreichte am 23. August den ersten Platz, wo er fünf Wochen lang blieb. Nicht nur das, es wurde auch ein 2. Platz in den Pop 100, nur „Honky Tonk Women“ der Rolling Stones verhinderte hier die Nummer 1. Es war übrigens Johnny Cashs einziger Top-Ten-Hit von den 48 Songs, die er in den Pop-Charts platzieren konnte.

Die Liste der Erfolge von „A Boy Named Sue“ lässt sich fortsetzen: Bereits am 14. August des Jahres 1969, also eine Woche von dem Erreichen der Nummer 1, hatte sich die Single über eine Million Mal verkauft. Johnny Cash gewann damit zwei Grammys für den besten Song und Sänger in der Kategorie „Country“. Für die Country Music Association war es die Single des Jahres.

Der Song war eine Liveaufnahme, die von seiner erfolgreichsten LP „Johnny Cash At San Quentin“ stammt. Cash erzählte der Musikzeitschrift Musician, dass er in der Woche vor dem Konzert zu einer Party eingeladen hatte, bei der Bob Dylan „Lay Lady Lay“, Kris Kristofferson „Me And Bobby McGee“ und Joni Mitchell „Both Sides Now“ sangen. Des Weiteren spielte Shel Silverstein die Melodie zu „A Boy Named Sue“ vor. Cash war begeistert und bat ihn, dazu einen Text zu schreiben. Das tat Silverstein innerhalb weniger Tage, doch als Cash in San Quentin auftrat, konnte er den Text noch nicht auswendig. Gattin June Carter schlug ihm vor, den Text einfach abzulesen. Ein guter Rat – wie viele, die June ihrem Johnny gab.

Auftritte in Gefängnissen waren nicht Besonderes für Cash. 1957 war er bereits in Huntsville in Texas aufgetreten und im Jahr darauf ein erstes Mal in San Quentin in Kalifornien. Mit unter den Zuhörern und nach eigener Aussage völlig begeistert war ein Insasse, der später ein großer Kollege von Johnny Cash werden sollte, Merle Haggard.

Sound of Nashville: Weitere Informationen und Bestellung hier klicken
Über Franz-Karl Opitz (599 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
Kontakt: Facebook