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Granger Smith: Texas statt Nashville und nach Vol. 1 kommt Vol. 2

Im Gespräch mit Granger Smith - das große Interview!

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Granger Smith - Country Things, Vol. 1 Granger Smith - Country Things, Vol. 1. Bildrechte: Wheelhouse Records, Jeremy Cowart

Granger Smith ist Musiker aus Liebe. Der 41-jährige Texaner aus Dallas hat seit 15 Jahren Erfolg in seinem Heimatstaat und seit fünf Jahren immer mehr Fans in den Staaten. Warum das so ist und wie er über seine Musik denkt, was er von Deutschland hält, das hat Franz-Karl Opitz in einem Telefoninterview mit Smith herausgefunden.

Zunächst bin ich überrascht, dass auf meine Frage, wie es denn in Nashville so geht, Granger antwortet, dass er nach wie vor in der Nähe von Austin wohne und nie nach Nashville gezogen sei. „Dort habe ich vor fünf Jahren lediglich einen Plattenvertrag bei Wheelhouse Records abgeschlossen“, erklärt Granger. Diese Entscheidung hat für ihn bedeutet, dass er von einer Grassroute/Underground Musik zum Nashville Mainstream gewechselt ist. Gleich die erste Single „Backroad Song“ wurde eine nationale Country-Nummer-1. Diese fünf Jahre bedeuteten auch, dass er nicht mehr wie einst in Texas am Wochenende mal hier und da spielen konnte. Nun ging es auf Tourneen durch die Staaten im Osten und im Westen und die Fans wussten, er kommt vielleicht einmal im Jahr, da muss ich mir für Granger Smith jetzt eine Karte kaufen. Auch seine Auftritte als Showopener vor 80.000 Fans für Garth Brooks sind natürlich etwas ganz Besonderes für ihn gewesen.

Wie sieht er seine zehn Alben, die er nur für den texanischen Markt aufgenommen hatte heute? „Sie sind einerseits sehr wichtig für mich, auch wenn sie Geschichte sind“, sagt Granger, „Ich schaue auf alle diese Lieder und Geschichten zurück, die mir sagen, wo ich lebte, was ich erlebt habe und in was für Beziehungen ich war.“ Sie spielten bei ihren Konzerten immer noch eine Handvoll Liedern aus dieser Zeit. Von seinem allerersten Album stammt „As It Is In Texas“ oder von den weiteren CDs „Colorblind“, „I Wear Black“ oder „Don’t Listen To The Radio“.

Die Themen, die Granger in seinen Liedern bevorzugt behandelt, betreffen Menschen, die einen einfacheren Lebensstil haben, die in lieber in einer kleineren Stadt leben und die Natur mögen. Auf den Einwand, dies sei eine typisch amerikanische Einstellung, widerspricht Granger: „Ich bin auch in Deutschland viel rumgekommen und da geht es mir auch so: In Frankfurt oder München ist es halt typisches Großstadtleben, mit allem was dazu gehört.“ Das habe ihm schon gefallen. Aber er liebe auch, wenn in ein kleines, mittelalterliches Städtchen zu kommen, wo alles viel ruhiger und weniger rastlos ist. Granger war im September 2019 mit seiner Frau in Deutschland und ist immer noch begeistert, Deutschland sei eines seiner Lieblingsländer, fügt er hinzu. Schnitzel hat es ihm kulinarisch besonders angetan und er würde gerne alle zwei Jahre hier touren.

Zu seinem neuen Album „Country Things Vol. 1“ sagt er, dass es Ende November das Vol. 2 geben werde, sodass das Projekt insgesamt 16 Songs beinhalt. Schon vor längerer Zeit hat Granger sich in seinem Zuhause ein komplettes Tonstudio eingerichtet, wo er für seine letzte CD „Country Vol. 1“ sowohl den Gesang als auch seine Gitarrenbegleitung aufgenommen hat. Der Sänger bemüht sich bei der Auswahl seiner Lieder um thematische Vielfalt, vom liebevollen Vater in „I Kill Spiders“ zum frustrierten, betrogenen Liebhaber. „Die Themen spiegeln eine Achterbahnfahrt wider, mit Höhen und Tiefen im Leben und sie bilden einen Prozess über zwei Jahre meines Lebens, die so unterschiedlich waren.“ Bei dem sehr munteren Song „If You’re Country And Ya Know It“ erklingt eine bekannte Melodie. Granger klärt es lachend auf: „Weißt du was, das ist doch ein deutsches Kinderlied, für das wir uns die Rechte beschaffen mussten.“ Es ist das beliebte „Wenn du fröhlich bist, dann klatsche in die Hand.“

Grangers letzte Single „That’s Why I Love Dirt Roads“ schaffte in den Airplay Charts nur einen Platz 50. Er erklärt das damit, dass seine persönliche Situation eine gute Promotion verhindert habe. Den tragischen Tod seines zweijährigen Sohnes im Sommer 2019 spricht er nicht direkt an, aber seine Emotionen sind zu fühlen. Doch Granger will nach vorne blicken. Die neue Single steht noch nicht fest. Es könnte „Hate You Like I Loved You“ sein, aber eigentlich eignet sich jedes der Lieder.

Verbleibt die Frage nach einer Person, die Granger selbst als Alter Ego geschaffen hat, den Earl Dibbles Jr. – den gibt es schon seit einigen Jahren und er entstand, als er und sein Team nach einem Internet-Gag Ausschau hielten. So schufen sie einen ultra-countrymäßigen, lustigen Typ, der super gut ankam und so machten sie Videos und Songs mit ihm.

Zum Abschluss bleibt Granger eine politische Frage nicht erspart. Kolleginnen und Kollegen wie Maren Morris, Eric Church und natürlich Willie Nelson haben offen gegen Donald Trumps Person und Politik Stellung bezogen. Granger antwortet zurückhaltend: „Natürlich interessiert mich die Politik. Aber zunächst mal sind wir Musiker und wir sollten Musik machen. Es könnte gefährlich sein, wenn wir zum Beispiel jüngere Menschen mit unseren Ideen beeinflussen wollten. Wir Musiker sollten vorsichtig sein, denn wir sind nicht gebildeter in Wissenschaft oder Politik als irgendeine andere Person.“ Willie Nelsons „Vote `em Out“-Hymne kennt Granger nicht, aber er kann sich mit Nelsons Engagement nicht anfreunden. „Er ist alt genug, um zu wissen, was immer er tut“, ist sein Fazit. Granger legt sich jedoch fest, dass sich jeder gegen Rassismus stellen muss, wo immer Rassismus auftritt. Da ist er unmissverständlich.

Wir verabschieden uns und er verspricht, mit mir Schnitzel und Wein zu genießen, wenn er das nächste Mal in Deutschland ist.

Granger Smith – Country Things, Vol. 1: Das Album

Granger Smith - Country Things, Vol. 1

Titel: Country Things, Vol. 1
Künstler: Granger Smith
Veröffentlichungstermin: 25. September 2020
Label: Wheelhouse Records
Formate: Digital
Laufzeit: 26:50 Min.
Tracks: 8
Genre: Country

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Trackliste: (Country Things, Vol. 1)

01. Country Things
02. Hate You Like I Love You
03. I Kill Spiders
04. That’s Why I Love Dirt Roads
05. Mexico
06. Chevys, Hemis, Yotas & Fords
07. Heroes
08. Country & Ya Know It – mit Earl Dibbles Jr.

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Über Franz-Karl Opitz (740 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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