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Lee Brice: Hey World

Lee Brice liefert mit "Hey World" grundsolide Country Music!

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Lee Brice - Hey World Lee Brice - Hey World. Bildrechte: Curb Records

Country.de hatte es im September bereits angekündigt und nun ist das neue Album Hey World von Lee Brice erhältlich. Es ist sein fünftes Studioalbum, vom dem der Künstler selbst sagt: „Das Album ist einfach der nächste Schritt in meinem Leben. Wo ich bin, wer ich bin, was ich liebe, was ich fühle. Von den Songs über die Produktion bis zur Reihenfolge der Stücke, mein Ziel war es immer, besser und besser zu werden, in dem, was ich tue – und das wird auch immer mein Ziel sein“. Ob er diesem Anspruch gerecht werden kann, können wir mit dem kompletten Album nachprüfen.

Brice ist nicht nur ein guter Sänger, er ist als Songschreiber auch an fast allen der immerhin 15 Songs beteiligt. Und drei Lieder haben bereits als Singles Erfolg gehabt: Das wirkliche gelungene Duett mit Carly Pearce – „I Hope You’re Happy Now“ war nicht nur Spitzenreiter der Country-Charts, es wurde bei den CMA Awards vor zwei Wochen auch als beste musikalische Zusammenarbeit ausgezeichnet. Noch mehr Zuspruch fand sein „One Of Them Girls“, denn die Single hielt im Oktober drei Wochen lang den Platz 1 der Airplay Charts und war auch auf der 2 in den Hot Country Singles. Ein mitreißendes Lied, zu dem Brice ein gelungenes Video produziert hat. Eher ruhig und reflektiert mit schöner Melodie gibt sich Brice mit seiner ganz neuen Singleauskopplung, die auch schon in den beiden relevanten Country-Charts eingestiegen ist. Es ist die eher traurige Geschichte einer verflossenen Liebe und der bittersüßen Erinnerung daran, wobei seine ausdrucksstarke Stimme so recht zur Geltung kommt.

Wie angekündigt hat Brice sich meist den diversen Beziehungen zwischen Mann und Frau angekommen, wobei es ihm durchaus gelingt, positive und nicht so gute Verhaltensweisen zu besingen. Mit „Atta Boy“, also „das ist mein Junge“, lobt er den vernünftigen Mann, von dem wir eher mehr Exemplare bräuchten. Mit „Save The Roses“ geht er sogar in den Himmel, von wo aus er sich wünscht, dass sein Erbe (Knarre, Boot, Truck) dem Sohn gegeben werden soll. Anstatt ihn zu vermissen, sollte man ein Bierchen trinken, Angel gehen und sich die Rosen auf seinem Grab sparen. Schon ungewöhnlich, einen Verstorbenen singen zu lassen, klingt aber gut. Pop und Country lassen grüßen in „Don’t Need No Reason“, wobei die doppelte Verneinung nur den Englischlehrer im Rezensenten stört, dem geneigten Zuhörer ob der Qualität des Songs egal sein dürfte.

„Sons And Daughters“ feiert die einfachen Leute, die ihre Pflicht als Farmer oder Soldaten erfüllen, recht aufwendig produziert, aber textlich etwas einfach gestrickt. Das gilt in noch größerem Maße für die wirklich nicht mehr sehr originelle Hymne an die „Good Ol‘ Boys“, die doch so gut arbeiten und dafür auch mal einen draufmachen dürfen. Diese Jungs kann man nicht mehr ändern, heißt es da. Noch deutlicher macht er das in dem Song „If You“: Wenn ihr unser Trinken, unsere Trucks, unsere Waffen nicht mögt, dann – folgt ein Schimpfwort. Diese Klischees werden durch die eingängige Melodie nicht erträglicher. Da gefällt die freundliche Beschreibung des Lebens auf dem Lande besser, „Country Knows“, aber auch hier finden wir wieder die Überzeugung, dass das Landleben eben doch das bessere sei. Der schwächste Song des Albums ist „Do Not Disturb“, den ich als Lückenfüller sehe.

Doch da sind zum Glück noch einige Perlen zu finden. Sehr schön, das nachdenkliche und selbstkritische „Lies“, das dem Glück und dem Unglück nachspürt, oft selbstverschuldet, wobei Brice wirklich ein toller Text gelungen ist. Ein weitere Höhepunkt des Albums ist „Soul“, in dem er fast gospelartig ein Liebeslied singt, bei dem man mitsingen und tanzen möchte. Und seine Zusammenarbeit mit dem auf einem Auge erblindeten nigerianischen Popsänger Blessing Offor im anschließenden Titelsong „Hey World“ ist ebenfalls sehr bemerkenswert.

Fazit: Lee Brice hat ein Album aufgenommen, dessen Songs eigentlich alle gut klingen, die Texte aber nicht immer überzeugen. Doch bei 15 Liedern dürfen bestimmt mal drei nicht so gut gefallen, daher insgesamt eine gute Note für „Hey World“.

Lee Brice – Hey World: Das Album

Lee Brice - Hey World

Titel: Hey World
Künstler: Lee Brice
Veröffentlichungstermin: 20. November 2020
Label: Curb Records
Formate: CD & Digital
Laufzeit: 47:09 Min.
Tracks: 15
Genre: Country

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Trackliste: (Hey World)

01. Atta Boy
02. One Of Them Girls
03. More Beer
04. Memory I Don’t Mess With
05. Save The Roses
06. Good Ol‘ Boys
07. Don’t Need No Reason
08. Do Not Disturb
09. Soul
10. Sons And Daughters
11. Country Knows
12. Lies
13. If You
14. I Hope You’re Happy Now – mit Carly Pearce
15. Hey World – mit Blessing Offor

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Über Franz-Karl Opitz (751 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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