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Robbie Robertson ist tot

Der legendäre Gitarrist, Sänger, Songwriter und Produzent ist nach langer Krankheit verstorben.

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Robbie Robertson Robbie Robertson. Bildrechte: Universal Music

Zusammen mit The Band und Bob Dylan war er einer der Urväter des Americana. Nun ist der gebürtige Kanadier Robbie Robertson nach langer Krankheit verstorben. „Zum Zeitpunkt seines Todes von seiner Familie umgeben“, wie sein Management mitteilte.

Mit „The Band“ und Bob Dylan Musikgeschichte geschrieben

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Robbie Robertson (* 5. Juli 1943 in Toronto, Ontario; † 9. August 2023 in Los Angeles) schrieb als Teil von „The Band“ Musikgeschichte. Levon Helm, Garth Hudson, Richard Manuel, Rick Danko und Robertson begleiteten erst den kanadischen Rock’n’Roller Ronnie Hawkins, dann wurden sie Mitte der 1960er Jahre Begleitband von Bob Dylan. Zusammen nahmen sie 1967 die legendären Basement Tapes auf und wurden durch diese Genre-übergreifende Mischung aus Blues, Folk, Country, Rock’n’Roll und einem Schuss Soul zu den Urvätern des Americana. Mit den Alben „Music From Big Pink“ und „The Band“ veränderten sie die Entwicklung der amerikanischen Populärmusik nachhaltig. Dylan bezeichnete Robertson einmal als „mathematisches Gitarrengenie“.

Roberson und Helm als Antipoden

Robbie Robertson und Levon Helm waren die Köpfe und gleichsam Antipoden der Band. Robbie war immer schon smart und konnte sich verkaufen, während Levon der eher bodenständige All-American Boy aus dem Süden war. Ohne die fruchtbare Reibung hätte es Hits wie „The Weight“, „The Night They Drive Old Dixie Down“ oder „Up On Cripple Creek“ nie gegeben. In Folge des ebenfalls legendären Abschiedskonzertes und Films „The Last Waltz“ kam es dann aber zum Bruch zwischen den Beiden. Levon warf Robbie vor, sich von Regisseur Martin Scorsese zu sehr als Bandleader in Szene setzen lassen. Später kam noch der Vorwurf von Levon, Robbie hätte sich einseitig die Songrechte an den Titeln von „The Band“ gesichert. Inwieweit das gerechtfertigt war, sei dahingestellt, doch sicher wäre so mancher Song nicht ohne den kulturellen Hintergrund des Südstaatlers Helm möglich gewesen.

Solokünstler, Produzent, Filmmusikschaffender

So war „The Waltz“ im Grunde nicht das Abschiedskonzert von „The Band“, sondern der Abschied Robertsons von seinen langjährigen musikalischen Mitstreitern. Robbie Robertson arbeite weiterhin als Produzent, wagte sich als Schauspieler und Komponist ins Film-Metier und festigte mit nur drei Soloplatten – „Robbie Robertson“ (1987), „Storyville“ (1991) sowie „Contact From The Underworld Of Redboy“ (1998) – seinen Ruf als intellektueller Songwriter. Darüber hinaus beschäftigte er sich als Sohn eines jüdischen Kanadiers und einer Mohawk-Indianerin verstärkt mit seinen indianischen Wurzeln.

Robbertson arbeitete über viele Jahre eng mit Martin Scorsese zusammen und schrieb die Fimmusik u.a. für Raging Bull“, „The Color of Money“, „Gangs of New York“, „Shutter Island“, „The Wolf of Wall Street“ „Killers of the Flower Moon“ und „The Irishman“. 2019 veröffentlichte Robertson dann sein letztes Album „Synematic“, das von der Arbeit an „The Irishman“ inspiriert war und das Thema „Verbrechen“ in den Mittelpunkt stellte. Ein Song jedoch, „Once Were Brothers“, beschäftigte sich mit seiner Zeit bei „The Band“. Unter diesem Titel brachte er auch einen Dokumentarfilm über die gemeinsame Arbeit mit den vier Kollegen heraus.

Obwohl sich Robbie mit Levon an dessen Sterbebett 2012 versöhnt hatte, muss das Thema weiterhin an ihm genagt haben, vielleicht auch weil Levon Helms Buch „This Wheel’s On Fire“ mit Levons Vorwürfen eine gewisse Reichweite erzielt hatte. Mit „Once Were Brothers“ setzte er dem seine Version der Geschichte entgegen.

Ein großer Verlust

Robbie ist nun Levon Helm, Rick Danko und Richard Manuel nachgefolgt. Alleine Garth Hudson lebt noch. Mit Robbie Robertson haben Amerika und die Welt einen der wichtigsten Musiker, Songwriter seiner Generation verloren. Rest In Peace, Robbie!

Robbie Robertson – Testimony: Das 2016er Album

Robbie Robertson - Testimony

Künstler: Robbie Robertson
Album: Testimony
Veröffentlichung: 2016
Label: Universal Music
Formate: CD & Digital (Buch)
Tracks: 18
Genre: Singer & Songwriter, Amaricana

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Trackliste: (Testimony)

01. Testimony (Unity Mix)
02. Bessie Smith
03. Rainy Day Women #12 & 35 (Live)
04. The Night They Drove Old Dixie Down
05. He Don’t Love You (And He’ll Break Your Heart)
06. Somewhere Down The Crazy River
07. Life Is A Carnival
08. It Makes No Difference
09. The Weight
10. Out Of The Blue
11. Honky Tonk
12. Obviously Five Believers
13. Soap Box Preacher
14. Twilight
15. Come Love
16. When The Night Was Young
17. The Shape I’m In
18. Unbound

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Über Thomas Waldherr (823 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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