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Willie Nelson: Crazy – The Demo Sessions

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In Sachen Willie Nelson darf man immer mit Überraschungen rechnen. Egal ob es ein Album mit neuen Aufnahmen ist oder etwas aus dem Fundus, entstaubt aber unverfälscht. Irgendwann 1994 fand jemand in den Archiven des Unterhaltungsindustrie-Giganten Sony / Tree ein Band mit der unscheinbaren Aufschrift „Pamper Demos“.

Den Musikverlag Pamper hatte Sony ein Vierteljahrhundert mit allen Rechten übernommen. Zum Vorschein kamen Aufnahmen, die zwischen 1960 und 1966 in Nashville entstanden sind. Nelson war gerade dort angekommen und hatte sich als Songschreiber einen Namen gemacht. Vom Erfolg als Sänger jedoch musste er noch jahrelang träumen.

Wohlgemerkt, diese Aufnahmen hier waren nie für eine Veröffentlichung vorgesehen. Zwar sind sie im Studio mit den besten Musikern jener Jahre aufgenommen worden, waren aber einzig dazu bestimmt, Produzenten und Interpreten angeboten zu werden, damit die den einen oder anderen Song vielleicht übernahmen. Zu hören ist hier ein Nelson in Reinkultur, der damals schon seine ungewöhnliche Phrasierung deutlich andeutete, die er bei unzähligen Live Gigs in texanischen Honky Tonks entwickelt hatte. Davon wollte das Nashville der 60er Jahre noch nichts wissen.

Erst in der 2. Hälfte der 70er Jahre würde Nelson damit den Durchbruch schaffen. Das Inlet zitiert Nelson: „Ich denke, meine Demos waren immer besser als meine damaligen Alben. Nachdem die Chorstimmen und die Streicher draufgespielt waren, konnte ich das niemals auch live so bringen. Das hörte sich schön an, aber das war nicht ich. Mir hat das keinen Spass gemacht jund verkauft hat es sich auch nicht.“

Diese Demo Aufnahmen sind in der Rückschau eine Gänsehaut erzeugende Vision dessen, was der Mann umsetzen konnte als man ihn endlich gewähren liess. In seinen Songs zeichnete Nelson oft traurige, düstere, auch mutlose Bilder. Melancholie, Einsamkeit, Nachdenklichkeit, Verzweiflung, Resignation – all diese Dinge begleiteten damals auch seinen Alltag. Manche der Songs kennen wir in Hit-Versionen anderer Stars – Nelson selbst interpretiert sie so einzigartig, das man sie nicht vergleichen kann. Mit dabei ist übrigens genau jenes Demo von „Crazy“, das Patsy Cline nach einer Zechtour Nelson’s mit deren Ehemann zugesteckt wurde.

Fazit: Einige der Aufnahmen hier sind in dieser Fassung noch nie veröffentlicht worden, „I’m Still Here“ wurde bis dato überhaupt noch nicht auf Tonträger zugänglich gemacht. Leider kann nicht mehr ermittelt werden, welche Musiker bei den einzelnen Aufnahmen beteiligt gewesen sind. Musikverlage pflegen darüber keine Aufzeichnungen zu machen, oft werden die Demo-Bänder nicht einmal länger aufbewahrt sondern bei Bedarf neu bespielt.

   
Crazy - The Demo Sessions
CD: „Crazy – The Demo Sessions“
Erscheinungsdatum: 2003
Label: Sugar Hill Records

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Trackliste:

01. Opportunity To Cry
02. Three Days
03. Undo The Right
04. What Do You Think Of Her Now
05. I’ve Just Destroyed The World
06. Permanently Lonely
07. Are You Sure
08. Darkness On The Face Of The Earth
09. Things To Remember
10. A Moment Isn’t Very Long
11. Crazy
12. The Local Memory
13. I Gotta Get Drunk
14. Something To Think About
15. I’m Still Here

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