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Josh Turner: Your Man

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Fast könnte man den Eindruck bekommen, als habe sich Josh Turner für sein zweites Album „absichern“ wollen. Während der „Long Black Train“ eigentlich immer noch ganz gut funktioniert und auf dem besten Wege ist, sich zu einem Longtime-Countryhit zu entwickeln, muss Josh jetzt mit dem Nachfolger beweisen, dass es sich bei ihm nicht um eines der zahlreichen One-Hit-Wonder handelt.

Damit von vornherein für reichlich Gesprächsstoff gesorgt ist, hat er sich wohl so namhafte Unterstützung wie die von John Anderson und Ralph Stanley ins Studio bestellt. Eine gute Taktik, die aber eigentlich gar nicht nötig gewesen wäre. Es sind die Songs und Turners fast schon beängstigend tief brummende Stimme, die die Qualität dieses Albums ausmachen, und nicht die berühmten Kollegen.

Bereits der erste Song zeigt, dass Josh Turner nicht den geringsten Wert auf aktuelle musikalische Trends legt. Davon hält er mindestens genauso wenig, wie die Dixie Chicks von George W. Bush und umgekehrt. „Would You Go With Me?“ fragt er da, unterlegt mit knackigem Bluegrass und stampfendem Beat. Diese Frage beantwortet man nur zu gerne mit einem kräftigen „Yes, I would!“, denn auch das was dann noch folgt, ist absolut exquisit. So auch das bluesige „Loretta Lynn’s Lincoln“ mit einer kuriosen Story über – natürlich – den Lincoln der „Coal Miner’s Daughter“.

Die arg vernachlässigten Fans von John Anderson können sich über seinen stimmlichen Beitrag zu „White Noise“, einer Hymne auf die gute alte Zeit, in der die Musik noch auf Vinyl gepresst wurde, freuen. Der Song ist zwar eine Gemeinschaftskomposition von Josh und John, klingt aber wie ein echter Anderson. Oder vielleicht ist es auch einfach nur Andersons Fähigkeit, jeden Song durch seinen ganz eigenen Gesangsstil für sich zu vereinnahmen. Es scheint jedenfalls so, als würde sich Josh Turner ein wenig davon beeinflussen lassen. Denn sein Gesang ist stilistisch durchaus ähnlich, nur eben halt ungefähr 12 Oktaven tiefer angesiedelt.

Die erste Singleauskopplung „Your Man“ erinnert etwas an den Roy Orbison der 1960er Jahre. Auch hier kommt wieder sein Hang zur Nostalgie durch. Vermutlich auch der Grund, weshalb er sich an eine Neuaufnahme des alten Don Williams-Hits „Lord Have Mercy On A Country Boy“ gewagt hat. Na ja, wirklich viel gewagt hat er nicht, dafür hält er sich zu nah am Original. Aber wie eingangs ja bereits erwähnt, scheint es ihm auch gar nicht darum zu gehen, das Rad der Country Music neu erfinden zu wollen. Josh Turner setzt auf Altbewährtes, auf Tradition und auf Religion. Bestes Beispiel dafür ist der Song „Me And God“, bei dem er stimmliche Unterstützung von Bluegrass-Dino Ralph Stanley bekommt. Wie bereits Turners Riesenhit „Long Black Train“ stammt auch dieses Stück wieder aus seiner eigenen Feder und weist sogar einige musikalische Parallelen auf.

Famous last words: Josh Turners zweites Album schlägt den ohnehin schon großartigen Vorgänger nochmals um Längen. Als Produzent war wieder Frank Rogers tätig, der durch seine Arbeit mit Darryl Worley und Brad Paisley inzwischen zu den erfolgreichsten und besten Produzenten Nashvilles gehört. Fans von Shawn Camp sollten sich dieses Album auf keinen Fall entgehen lassen, denn schließlich ist dieser hier bei ganzen vier (!!!) Titeln als Co-Autor aufgeführt.

   
Your Man
CD: „Your Man“
Erscheinungsdatum: 2006
Label: MCA Nashville

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Trackliste:

01. Would You Go With Me
02. Baby’s Gone Home To Mama
03. No Rush
04. Your Man
05. Loretta Lynn’s Lincoln
06. White Noise
07. Angels Fall Sometimes
08. Lord Have Mercy On A Country Boy
09. Me And God
10. Gravity
11. Way Down South

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