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Charley Pride – seit 50 Jahren im Musikgeschäft!

Im Jahr 1966 begann seine Karriere. Hörte gehört Charley Pride zu den ganz Großen im Musikbusiness.

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Charley Pride Charley Pride - Bildrechte: Promo, Charley Pride

Er war mal wieder in der ganz großen Öffentlichkeit zu hören, als Charley Pride, einer der großen Veteranen der Countrymusik, bei der 50. CMA Awards Show in der Bridgestone Arena zu Nashville auf der Bühne stand. Er war auch einer von 30 Country-Stars, die in dem Nummer-Eins-Hit des von der CMA organisierten Video „Forever Country“, ein Medley von „Take Me Home Country Roads“, „On The Road Again“ und „I Will Always Love You“ aufgenommen hatten.

Sicherlich hat sich der 78-jährige Pride darüber sehr gefreut, aber er mag vielleicht auch an einen seiner ersten Liveauftritte im Jahr 1966 gedacht haben. Damals hatte das Publikum den Sänger Charley Pride noch nie gesehen und als er die Bühne betrat, war die Überraschung und bei manchen der Schock groß: ein schwarzer Country-Sänger vor ausschließlich weißen Zuhörern!

Charley Pride wurde am 18. März 1938 in Sledge, Mississippi, geboren und nachdem er als Baumwollpflücker hart gearbeitet hatte, schaffte er den Sprung aus ärmlichen Verhältnissen in Mississippi, indem er Baseball spielte. Wie er dann die Countrymusik entdeckte, hat er vor kurzem dem Billboard Magazin erzählt: Charley Pride wurde vor kurzem gefragt, wie er als Schwarzer zur Countrymusik gekommen sei. „Das waren die Leute von der Grand Ole Opry“, antwortete Pride. „Mein Vater hatte ein altes Radio, das nur er bedienen konnte und so hörten wir Bill Monroe, seinen Lieblingssänger. Ich fuhr darauf ab, kaufte mir eine Gitarre und spielte Monroe oder Ernest Tubb nach.“ 1963 wurde Pride dann bei einer Show in Montana von Red Foley und Red Sovine entdeckt.

Seine erste LP: „Country Charley Pride“ stieg in die Billboard Country Album Charts ein, und zwar vor genau 50 Jahren, am 5. November 1966. Die erste Single „Just Between You And Me“ kam wenig später gleich in die Top Ten und damit begann eine große Karriere. Bis 2003 standen 43 seiner LP in den Charts und mit 29 Nummer-Eins-Country-Hits steht er in der ewigen Bestenliste auf Platz 6. Sein größter Hit „Kiss An Angel Good Morning“ schaffte auch den Sprung in die Popcharts (Platz 21) und brachte ihm 1971 einen Grammy ein. Logischerweise wurde er von der CMA 1972 als Entertainer des Jahres ausgezeichnet. Für das Plattenlabel RCA hat nur Elvis Presley mehr Platten umgesetzt. Was die beiden angeht, so gibt es doch eine ironische Wendung: Charley Pride wollte eigentlich immer „weiß“ klingen, während Elvis sich um eine „schwarze“ Stimme bemühte. 1987 wurde sein Vertrag von RCA nicht verlängert und es wurde stiller um Charley Pride, der aber weiter als gefragter Livekünstler im Geschäft blieb.

Er ist seit 1993 Mitglied der Grand Ole Opry, eine Ehre, die nur zwei weiteren schwarzen Künstlern zu Teil wurde: dem legendären Harmonika-Virtuosen Deford Bailey (1899-1982) und dem ehemaligen Mitglied von Hootie & the Blowfish, Darius Rucker, der aktuell ja sehr erfolgreich ist, zum Beispiel mit „Wagon Wheel“, geschrieben von Nobelpreisträger Bob Dylan. Auf die Frage, warum es so wenig schwarze Künstler in der Countrymusik gibt, meinte Pride, dass dies viel mit der alltäglichen Benachteiligung der Schwarzen zu tun hätte. Hier sei manches, aber längst nicht alles besser geworden.

Auch zur aktuellen Entwicklung der Countrymusik nahm Pride Stellung. „Die Musik ist schon in Ordnung, aber ich mag sie lieber etwas traditioneller, so wie ich es bin. Ich denke, dass man bald zu dem (traditionellen) Sound zurückkehren wird,“ erklärt Pride. „Für mich ist George Strait der letzte, der noch zu den Traditionalisten gehört.“ Ein großes Projekt würde Charley Pride gerne noch verwirklichen. 2008 war fast alles fertig für seine Filmbiographie, doch diverse Schwierigkeiten verhinderten die Dreharbeiten bis jetzt. „Ich hoffe, dass es mir nicht wie meinem Freund Johnny Cash geht“, witzelt Pride, „der musste von unten durch das Gras schauen. In meinem Kopf sind so viele Geschichten, die würden für drei Filme reichen!“

Rob Georg: Weitere Informationen hier klicken!
Über Franz-Karl Opitz (581 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Traditional Country. News & Storys, Charts, Rezensionen.
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