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Elvis Presley und die Countrymusik – Ja, er war (auch) ein „Country Boy“!

Einige seiner größten Erfolge feierte Elvis Presley, der unbestrittene "King Of Rock'n'Roll", auch in der Countrymusik.

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Elvis Presley Elvis Presley. Bildrechte: Sony BMG Archive

Am 16. August 1977 war die Musikwelt in komplettem Schock. Elvis Presley „The King Of Rock’n’Roll“, war gestorben und das mit gerade mal 42 Jahren. Und alle, die moderne Unterhaltungsmusik liebten, trauerten: die Fans der Rockmusik, des Rhythm & Blues, des Pops und nicht zuletzt die Country-Fans. Denn die Musik von Elvis Presley war ja gerade deshalb so erfolgreich, weil er es wie kein Anderer verstand, aus den verschiedenen musikalischen Quellen eine ganz eigene Musik zu machen. Die Countrymusik spielte dabei eine ganz entscheidende und gelegentlich vernachlässigte Rolle.

Elvis, der 1935 in Tupelo in Mississippi geboren wurde und dessen Eltern 1948 nach Memphis zogen, wuchs mit Countrymusik auf. Seine Eltern hörten Hank Williams, Hank Snow oder Roy Acuff, aber auch viel Gospelmusik. Seine Biografen sind sicher, dass Elvis damals von einer Karriere als Countrysänger träumte. Der legendäre Sam Phillips, der Sänger wie Jerry Lee Lewis, Roy Orbison und Johnny Cash entdeckte, nahm 1954 in seinen Sun Studios die ersten Songs mit Elvis auf. Die erste Single hatte zwei sehr unterschiedliche Songs: A-Seite war „That’s All Right Mama“ vom Rhythm & Blues-Sänger Arthur Crudup, die B-Seite jedoch Elvis‘ eigenwillige Interpretation des Bluegrassklassikers „Blue Moon Of Kentucky“ von Bill Monroe. Elvis trat damals in der Louisiana Hayride als „Hillybilly Cat“ auf und seine Lieder wurden von diversen Radiostationen im Süden gespielt.

Was die wenigsten wissen: Elvis‘ erste vier Hits konnten sich nur in den Country-Charts platzieren: Hier sind sie: „Baby Let’s Play House / I’m Left, She’s Right, She’s Gone“ (1955, Nr. 5), “ I Forgot To Remember To Forget“ (1956, Nr. 1) und „Mystery Train“ (Nr. 10). Erst als Elvis dann zu RCA wechselte gelang ihm der Sprung in die Pop-Charts, wo sein „Heartbreak Hotel“ dann 1956 fünf Wochen lang die Spitze hielt, viel länger, nämlich 17 Wochen, stand der Titel auf der Nummer 1 den Country-Charts. Die Zeit von 1956 bis 1958 gilt als die goldene Epoche von Elvis. „One Night“ war 1958 bereits sein 29. Country-Hit in nur dreieinhalb Jahren, davon 8 Top-Hits, darunter Klassiker wie „All Shook Up“, „Don’t Be Cruel“ und natürlich „Jailhouse Rock“.

1958 wurde Elvis eingezogen und von der Army nach Deutschland geschickt. Dort wurde er als Rockstar gefeiert und seine Country-Wurzeln und Erfolge eher missachtet. In seinem Film „G.I. Blues“ wird seine Militärzeit entsprechend weichgezeichnet dargestellt, aber der Blick ins Deutschland von 1959 macht trotzdem Spaß. 1960 kam er zurück ins Musikgeschäft und hatte noch zwei Country-Hits: „Stuck On You“ und das unvergessliche „Are You Lonesome Tonight“ schafften es gerade noch in die Top 30. Danach wurde Elvis ein neues Image verpasst. Es folgten die Jahre der Musikfilme. Die ersten waren ja noch erträglich, aber ab 1963 wurden die Filme immer schlechter, flacher und einfallsloser und seine Musik ebenfalls. Von 1960 bis 1968 stand kein Elvis-Song in den Country-Charts.

1968 nahm Elvis Songs in Memphis auf, die vom Country-Rock geprägt waren. 1968 tauchte er mit „U.S.Male“, geschrieben von Countrysänger Jerry Reed“ wieder in der Country-Charts auf. Ein anderer Countrysänger Mac Davis schrieb die legendären Elvis Hits „In The Ghetto“ und „Don’t Cry Daddy“. Von da an blieb er in den Country-Charts präsent, da er immer wieder Country-Songs aufnahm. Songschreiber aus Nashville schrieben für ihn, wie Jerry Chestnut, Dallas Frazier, Larry Gatlin, Troy Seals oder Dickey Lee, der „Moody Blue“ schrieb, mit dem Elvis 1976 nach 17 Jahren wieder einen Country-Nummer-Eins-Hit schaffte.

Vier Tage nach seinem Tod, am 20. August 1977, stand Elvis mit „Way Down“ erneut auf Platz 1. Das war ein seltsamer Zufall, denn die Charts werden immer zwei Wochen vor ihrer Veröffentlichung zusammengestellt, so dass dieser Erfolg nicht das Resultat seines Todes war. Posthum kam Elvis immer wieder zu Charts-Platzierungen, sogar häufiger in den Country- als in den Pop Charts. 1981 stand er mit „Guitar Man“ ein letztes Mal an der Spitze der Charts, wieder hatte Jerry Reed den Song geschrieben. 1998 stand er dann zum letzten Mal alleine auf Platz 55, mit seiner 1957 aufgenommen Version von „Blue Christmas“. 2008 fanden zwei weitere seiner Christmas-Songs den Weg in die Charts. Die Technik hatte es möglich gemacht, dass zwei Countrysängerinnen im Duett mit Elvis sangen: Martina McBride in „Blue Christmas“ (Nr. 36) und Carrie Underwood in „I’ll Be Home For Christmas“ (Nr. 54).
Insgesamt konnte Elvis 87 Singles in der Country-Charts verzeichnen, darunter 11 Top-Hits. In der ewigen Bestenliste der Country-Stars steht er damit immerhin auf Platz 38. Seine Plattenfirma RCA vermarktet seine Lieder ungemein geschickt: seit 1998 konnten sich 25 Elvis-CDs in den Top Country Alben des Billboard platzieren, im April dieses Jahres schaffte es die Zusammenstellung „The Essential Elvis Presley“ unter die 50 bestverkauften CD-Country-Alben.

Drei von vielen Elvis Presley-CDs kann ich empfehlen, wenn man sich seine Country-Songs anhören will, und zwar die, die er nach 1968 aufgenommen hat, und die auch noch erhältlich sind: 1969 aufgenommen „From Elvis In Memphis“ und „Moody Blue“ aus dem Jahr 1977 sowie die Doppel-CD von 2001, die schlicht „Elvis“ heißt und auf der 51 Country-Songs zu hören sind. Gerade läuft diese CD bei mir und als ich „There Goes My Everything“ ( Nr. 9 für ihn 1971) höre, wird mir wieder bewusst, was für ein wundervoller Countrysänger der King des Rock’n’Roll doch war.

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