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Neues aus dem Hause Felice

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Nach gut zweijähriger Pause legen beide musikalischen Familienteile der Gebrüder Felice – Solokünstler Simone Felice und die Brüdercombo The Felice Brothers, in diesem Frühjahr neue Alben vor. Und sind damit gut dabei, sich den inoffiziellen Titel „First Family Of Americana“ zu verdienen.

Soeben erschienen ist „Strangers“, das Nachfolgewerk von Simone Felice Debüt-Soloalbum „Simone Felice“ aus dem Jahre 2012. Er hatte es damals nach seinem Ausstieg bei den Felice-Brothers und den zwei Alben seines Duo-Projektes „The Duke & The King“ im Doppelpack mit seinem Romandebüt „Black Jesus“ veröffentlicht. Und am 13. Juni erscheint das neueste Werk von Ian und James Felice sowie deren Freunden Christmas Clapton und Greg Farley, das den schönen Titel „Favorite Waitress“ trägt.

Die Gebrüder Felice sind wirklich so etwas wie die Carter Family oder die Everly Brothers des modernen Americana. Und vor allem sind sie die legitimen Nachfolger von „The Band“, der legendären ehemaligen Begleitgruppe Bob Dylans, die mit ihrem roots-oorientierten Crossover aus Rhythm’n’Blues, Country, Folk und Gospel Ende der 1960er Jahre Genrebildend wirkte.

Denn keine der aktuell angesagten Neo-Folker wie „The Avett Brother“, „Mumford & Sons“ , „The Lumineers“ oder „Nickel Creek“ sind derartig geerdet, lebensklug und mit einer am alten, gefährlichen Amerika geschulten Street Credibility versehen, wie die ehemaligen Straßenmusiker aus New York.

Während Simone der nachdenklichere, sensiblere Kopf ist, der ganz klar die ernsthafte Singer-Songwriter-Tradition fortführt, ist das Bandkollektiv aus den Catskill Mountains eher der süffigen, prallen Spielart des Genres zugewandt. Da geht es schon mal sinnenfroh zu, aber auch Gewalt und Elend werden sehr zupackend dargestellt. Dazu ertönt ein herrlicher Rumpel-Folkrock, der zu keiner falschen Coolness neigt oder bemüht sophisticated klingen will. Nein, die Jungs sind Musikanten erster Güte.

War ihr letztes Album „Celebration,Florida“ noch ein raffinierter Beweis dafür, wie gut sich Rootsmusik mit neuen Beats und Samples kombinieren lässt, kommt „Favourite Waitress“ wieder traditioneller daher. Als Beweis dient die erste Songauskopplung „Cherry Licorice“, das als kostenloser Download bei www.noisetrade.com erhältlich ist.

Bruder Simone dagegen hat mit „Strangers“ eine Platte herausgebracht, der mehr Optimismus anhaftet als dem Vorgänger, der noch deutlich unter der schweren und nun scheinbar überwundenen Herzerkrankung stand. Anspieltipp und Ohrwurm der Platte: „Molly–O!“.

Es wird spannend zu beobachten sein, wie sich die Felice-Brüder weiter entwickeln werden. Im Moment machen sie aber dem Americana-Freund einfach nur viel Freude.

Das aktuelle Album Stranger von Simone Felice – Format, VÖ. und Label:

Simone Felice - Stranger Titel: Stranger

Künstler: Simone Felice

Veröffentlichungstermin: 21. März 2014

Label: Team Love (Indigo)

Format: CD, Vinyl & Digital

Das Album Favourite Waitress von The Felice Brothers – Format, VÖ. und Label:

The Felice Brothers - Favorite Waitress Titel: Favorite Waitress

Künstler: The Felice Brothers

Veröffentlichungstermin: 13. Juni 2014

Label: Dualtone Records

Format: CD, Vinyl & Digital

Truck Stop 2019
Über Thomas Waldherr (508 Artikel)
Redakteur. Fachgebiet: Bob Dylan, Country & Folk, Americana. Rezensionen, Specials.
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